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14.04.2011

12:17 Uhr

Übernahme

Bad Bank der WestLB steht bereit

Vor der sich abzeichnenden Übernahme neuer milliardenschwerer Teile sieht sich die Bad Bank der WestLB gut gerüstet. Eine "Nachbefüllung" der Ersten Abwicklungsanstalt sei möglich, erklärten die beiden Chefs.

Die Bad Bank der WestLB steht bereit. Quelle: dpa

Die Bad Bank der WestLB steht bereit.

Düsseldorf

Die Bad Bank der WestLB sieht sich gerüstet für die sich abzeichnende Übernahme neuer milliardenschwerer Teile der angeschlagenen Landesbank. Eine "Nachbefüllung" der Ersten Abwicklungsanstalt (EAA) sei möglich, betonten die beiden Chefs der Bad Bank, Matthias Wargers und Markus Bolder, am Mittwochabend in Düsseldorf. Die EAA sei deutlich besser aufgestellt als in der Vergangenheit, um neue Portfolios übernehmen zu können. Die EAA habe nun die nötige Erfahrung gesammelt, unterstrich Bolder. Bis zum 30. März habe die EAA die von der WestLB übernommenen Portfolios von ursprünglich rund 77,5 Milliarden Euro bereits um rund 22 Prozent auf etwa 60,7 Milliarden Euro reduziert. Das Ziel, die Bilanzsumme der EAA bis zum Jahr 2014 zu halbieren, stehe weiter.

Die WestLB hatte mit Hilfe des staatlichen Bankenrettungsfonds SoFFin Papiere mit einem Nominalvolumen von rund 77 Milliarden Euro in die EAA ausgegliedert, die am 11. Dezember 2009 eingerichtet worden war. Die EAA ist damit aber noch bedeutend kleiner als die Bad Bank der Hypo Real Estate (HRE), in die Darlehen und Wertpapiere im Nominalvolumen von rund 173 Milliarden Euro ausgelagert wurden. Auf die EAA waren Kredite, Staats- und Kommunalanleihen sowie Verbriefungen überschrieben worden, darunter auch Papiere aus Euro-Krisenstaaten in einem Volumen von rund sieben Milliarden Euro. Drei Milliarden davon stammen aus Portugal und Griechenland. Die größten Probleme erwachsen aber aus dem so genannten Phoenix-Portfolio, das von der Allianz- Fondsgesellschaft Pimco verwaltet wird - und in dem die WestLB besonders risikoreiche Papiere angehäuft hatte. Die wirtschaftlichen Risiken für Phoenix trägt die EAA - und hat deshalb rund eine Milliarde Euro Risikovorsorge für Phoenix gebildet.

Dies verdeutlicht erneut, dass die Kosten für diese WestLB-Altlasten sich auf rund sechs Milliarden Euro summieren könnten. Denn das Land NRW und die Sparkassen haben eine fünf Milliarden Euro schwere Garantie für Phoenix gebildet - ist diese aufgebraucht, greift die milliardenschwere Risikovorsorge der EAA. Projektionen ließen eine "nachhaltige Wahrscheinlichkeit" erkennen, dass die Garantien für Phoenix nicht ausreichen würden, räumte Wargers ein.

Kommentare (1)

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ManfredWestermayer

26.04.2011, 17:30 Uhr

Liebe Handelsblatt-Redaktion,
gut dass Sie an der gigantischen HRE-Geschichte dranbleiben:

HRE Squeeze-Out - Spruchverfahren am 12. Mai in München

Die Privatanleger hatte man per HRE-Squeeze-Out-Gesetz hinaus geworfen und die Kredite der Großbanken wurden durch den Staat (bzw. die Steuerzahler) gerettet.

Die gerichtlichen Mühlen mahlen bekanntlich langsam - aber hoffentlich gründlich und gerecht.

Nach dem dramatischen Squeeze-out der privaten Kleinanleger der Hypo Real Estate durch den Bund 2009, findet
am 12.05.2011 um 10.30 Uhr die öffentliche
1. mündliche Verhandlung im Spruchverfahren zum HRE-Squeeze-Out im
LG München I, Justizpalast München, Prielmayerstr. 7 statt.

Die enteigneten Aktionäre werden dort durch eine Demonstration vor der Verhandlung wieder einmal auf die ungleiche und damit ungerechte Behandlung von Gläubigern und Aktionären und die Schuld der Aufsichts-Behörden an der Pleite hinweisen.

Interessant dazu ist der Abschlussbericht des Bundestagsuntersuchungsausschusses (16/14000)
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/140/1614000.pdf
Neben der Darstellung der Regierungsmehrheit, die im HRE-Untersuchungsausschuss überhaupt kein Interesse an objektiver Wahrheitsfindung hatte,
findet sich ab S. 225 im Vierten Teil das Sondervotum der Oppositionsparteien mit brisanten Untersuchungsergebnissen einer tapfer gegen die Mehrheit anrennenden parlamentarischen Minderheit.

Einige AktionärInnen haben sich in der Vereinigung
www.hre-squeeze-in.de
zusammengeschlossen. Um alle Inhalte zu sehen muss man sich dort allerdings registrieren.

Ich gehe davon aus, dass das Handelsblatt in München dabei ist, und Ihren Teil zur Öffentlich-Machung des Skandals beiträgt.
Vielen Dank - Manfred Westermayer, Gundelfingen/Br.

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