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19.01.2005

17:34 Uhr

Übernahme soll im Februar abgeschlossen sein

Depfa Bank vor Vergleich mit Pfandbrief-Kleinaktionären

Der Staatsfinanzierer Depfa Bank will den Rechtsstreit mit den verbliebenen Kleinaktionären seiner Refinanzierungstochter Deutsche Pfandbriefbank durch einen Vergleich lösen.

HB FRANKFURT. „Wir streben an, den Fall im Februar abzuschließen und dann 100 Prozent an der Pfandbriefbank zu halten“, sagte ein Sprecher der Depfa Bank, die ihren Sitz aus Steuergründen im irischen Dublin hat, am Mittwoch. „Das ist zwar keine Voraussetzung für den angestrebten Verkauf, macht ihn aber einfacher.“ Die im Nebenwerte-Index MDax gelistete Depfa wollte ihre Tochter ursprünglich bereits bis Ende September 2004 veräußert haben, hatte den Zeitplan dann aber ohne neue Prognose zurückgenommen. Analysten sagten zuletzt, es scheine, dass die Depfa sich mit ihren Preisvorstellungen nicht durchsetzen könne.

Die Kleinaktionäre halten noch 1,8 Prozent an der Pfandbriefbank. Im Oktober hatte das Landgericht Frankfurt das so genannte Squeeze-Out-Verfahren - eine Art Zwangsabfindung von Minderheitsaktionären - gestoppt. Die Depfa Bank hatte daraufhin erwogen, Berufung gegen das Urteil einzulegen.

Um den Rechtsstreit nun endgültig zu beenden, hat die Depfa Bank den Pfandbriefbank-Minderheitsaktionären zusätzlich zu der auf der Hauptversammlung der Tochter im Mai 2004 festgelegten Barabfindung in Höhe von 71,61 Euro weitere Zahlungen unterbreitet. So sollen alle Aktionäre eine Zahlung von 9,39 Euro pro übertragener Stückaktie der Pfandbriefbank erhalten, was insgesamt 81 Euro ergäbe. Weitere acht Euro sollen Aktionäre bekommen, die von weiteren Rechtsmitteln gegen die Abfindung absehen würden. Das ergäbe dann 89 Euro pro Aktie. Im Rahmen der Sondierungsgespräche hätten alle Kläger ihre Bereitschaft erklärt, den Fall bei den angebotenen Zahlungen zu beenden, teilte die Depfa weiter mit. Die gerichtliche Protokollierung des Prozessvergleichs stehe aber noch aus.

In einem kaum veränderten MDax stiegen Depfa-Aktien am Mittwoch um rund drei Prozent auf 13,63 Euro. Aktien der Pfandbriefbank wurden vor der Mitteilung bei 83,41 Euro vom Handel ausgesetzt.

Zum Stand der Verkaufsverhandlungen wollte sich der Depfa-Sprecher nicht äußern. Depfa-Chef Gerhard Bruckermann hatte die Verzögerung beim Verkauf der Pfandbriefbank zuletzt mit den Plänen der Bundesregierung erklärt, die an einem neuen Pfandbriefgesetz arbeitet. Voraussichtlich werden künftig viel mehr Banken Pfandbriefe begeben dürfen.

Die Pfandbriefbank hat ein Eigenkapital von etwa 950 Millionen Euro. Nach einem Verkauf will sich die Depfa nur noch über den irischen Pfandbrief refinanzieren.

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