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29.07.2015

11:15 Uhr

Übernahmekampf mit Fosun

Großaktionäre der BHF fordern Nachschlag

VonMichael Maisch

Es ist die erste feindliche Übernahme in der deutschen Finanzszene seit Menschengedenken. Aber jetzt muss der chinesische Angreifer Fosun im Kampf um die BHF-Bank gleich einen doppelten Rückschlag hinnehmen.

Großaktionäre des Finanzinstituts halten das Übernahmeangebot von Fosun für nicht ausreichend. Lucas Wahl / Kollektiv 25 / Agentur Focus

BHF-Bank in Frankfurt

Großaktionäre des Finanzinstituts halten das Übernahmeangebot von Fosun für nicht ausreichend.

FrankfurtDas unfreundliche Übernahmeangebot des chinesischen Mischkonzerns Fosun kam nicht nur für das Top-Management von BHF Kleinwort Benson völlig überraschend. Auch die Großaktionäre der Holding, der das Frankfurer Traditionshaus BHF gehört, brauchten einige Tage um sich zu sortieren. Inzwischen ist aber klar, zentrale Spieler im Übernahmekampf halten das Gebot von Fosun von 5,10 Euro je Aktie  für klar zu niedrig. Angesichts der Möglichkeit, durch einen raschen Umbau der Holding die Effizienz zu steigern, liege der langfristige Wert der Bank über dem Buchwert, heißt es beim britischen Fonds Templeton. Der beläuft sich derzeit auf 6,03 Euro je Aktie. Das heißt allerdings nicht, dass Ed Lugo, Portfolio Manager der Franklin Equity Group das Angebot von Fosun grundsätzlich ablehnt: „Wir würden ein höheres Gebot unterstützen“, betont Lugo.

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Aqton, die Investmentholding des BMW-Erben Quandt lehnt die Offerte der Chinesen ebenfalls als „deutlich zu niedrig“ ab. Das Angebot spiegele nicht den langfristigen Wert der BHF-Bank wieder. Aqton hält 11,3 Prozent an BHF Kleinwort Benson, Templeton 15,2 Prozent.

Der Mischkonzern Fosun ist mit rund 20 Prozent bereits der größte Aktionär der Holding. Am vergangenen Freitag legten die Chinesen überraschend ein Übernahmeangebot für BHF Kleinwort Benson auf den Tisch. Fosun-Chef Guo Guangchang ist mit der Kursentwicklung unzufrieden, außerdem hat er sich mit dem Vorstandschef der Holding, Leonhard Fischer, überworfen. Der von Fischer angeführte BHF-Aufsichtsrat hatte Bankchef Björn Robens entmachtet, ein Schritt, den Fosun ungewöhnlich scharf kritisierte. Fosun lockt die Investoren nun mit der Aussicht, der BHF als Türöffner auf dem lukrativen chinesischen Markt zu dienen und umgekehrt Investoren aus der Volksrepublik nach Deutschland zu bringen.

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Das Board der BHF-Holding hat einen Sonderausschuss gebildet, der „alle Aspekte des Übernahmeangebots“ prüfen soll. Mitglieder sind die „unabhängigen“ Board-Vertreter Gerd Häusler, Anne von Aaken und Konstantin Graf von Schweinitz sowie Fischer selbst. Bis Freitag muss das Board der belgischen Finanzaufsicht FSMA eine Stellungnahme zum Übernahmeangebot vorlegen. Nach Informationen aus Finanzkreisen haben Mitglieder des Boards im vorläufigen Übernahmeprospekt einige formale Fehler entdeckt. Nach der Stellungname von BHF Kleinwort Benson und möglichen Anpassungen wird die FSMA den Prospekt prüfen, was sich über mehrere Wochen hinziehen dürfte. Erst dann beginnt die Annahmefrist für die feindliche Offerte.

Bevor der Prospekt nicht vollständig ist, darf sich BHF Kleinwort Benson nicht zum Fosun-Angebot äußern. Aber bereits jetzt zeichnet sich ab, dass auch Mitglieder des Boards, den Preis von 5,10 Euro für nicht angemessen halten.

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