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13.11.2015

19:16 Uhr

Übernahmeschlacht zwischen Fosun und Oddo

Entscheidung über Zukunft von BHF-Bank rückt näher

Die französische Bank Oddo und die chinesischen Beteiligungsgesellschaft Fosun konkurrieren um die deutsch-britische BHF-Bank. Die EZB entscheidet nun, ob die Interessenten grünes Licht für die Übernahme bekommen.

Die chinesische Beteiligungsgesellschaft kämpft mit der französischen Bank Oddo um eine Übernahme der deutsch-britischen BHF-Bank. Reuters

Fosun

Die chinesische Beteiligungsgesellschaft kämpft mit der französischen Bank Oddo um eine Übernahme der deutsch-britischen BHF-Bank.

FrankfurtIm Übernahmekampf um das deutsch-britische Geldhaus BHF Kleinwort Benson steht eine wichtige Weichenstellung bevor. Die Europäische Zentralbank (EZB) will Insidern zufolge in den kommenden Wochen entscheiden, ob sie den beiden Interessenten - der chinesischen Beteiligungsgesellschaft Fosun und der konkurrierenden französischen Bank Oddo - im Grundsatz grünes Licht für eine Übernahme gibt. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin habe ihre Prüfung im Rahmen des sogenannten Inhaberkontrollverfahrens abgeschlossen und der EZB einen Vorschlag gemacht, sagte einer der Insider. Wie die Entscheidung der EZB ausfalle, sei allerdings noch offen.

Die meisten mit dem Prozess vertrauten Personen gehen davon aus, dass die Aufsicht ein positives Votum abgeben und dieses mit Auflagen verknüpfen wird - etwa einer schriftlichen Verpflichtung, dass der künftige Mehrheitseigner Geld nachschießt, falls die Kapitalquote der BHF-Bank unter eine bestimmte Schwelle fällt. Für die EZB, die seit einem Jahr für die Aufsicht von Geldhäusern zuständig ist, handelt es sich um eine der ersten Entscheidungen zu größeren Bankübernahmen in Europa. Viele Experten sehen im Urteil über Fosun einen wichtigen Gratmesser, wie die EZB mit chinesischen Investoren umgeht.

Der Investor Fosun, der schon länger knapp 20 Prozent an der BHF-Kleinwort-Benson-Gruppe hält, hatte sich im Sommer mit deren Chef Leonhard („Lenny“) Fischer überworfen. Grund war der Rauswurf von BHF-Vorstandssprecher Björn Robens. Wenig später kündigte Fosun dann ein rund 500 Millionen Euro schweres Angebot zur Komplettübernahme der Gruppe an, zu der neben der BHF auch die britische Handelsbank Kleinwort Benson gehört. Die Angebotsunterlagen werden seitdem von der Börsenaufsicht in Belgien geprüft, wo das Institut gelistet ist. Finanzkreisen zufolge will die Behörde jedoch zunächst auf grünes Licht von ihren Kollegen in Frankfurt und London warten, bevor sie das Angebot offiziell zulässt.

Die französische Privatbank Oddo, die 15 Prozent an BHF Kleinwort Benson hält, erwägt Finanzkreisen zufolge ein Gegenangebot - und würde dafür mit dem Abschluss des Inhaberkontrollverfahrens die Voraussetzungen schaffen. Mit dem Prozess vertraute Personen gehen allerdings davon aus, dass Oddo die Übernahme der gesamten BHF-Kleinwort-Benson-Gruppe nur zusammen mit einem finanzkräftigen Partner stemmen könnte. Oddo hält sich zu seinen Plänen bisher bedeckt. Am Freitag wollten sich die Franzosen wie alle anderen Beteiligten nicht äußern.

Die größten Banken Europas (nach Marktkapitalisierung)

Platz 10

Intesa Sanpaolo
Italien
28,472 Milliarden Euro

Stand: Anfang Juli 2016. Quelle: S&P Global Market Intelligence

Platz 9

Nordea Bank
Schweden
30,411 Milliarden Euro

Platz 8

Banco Bilbao
Spanien
32,701 Milliarden Euro

Platz 7

ING Groep
Niederlande
35,7527 Milliarden Euro

Platz 6

PAO Sberbank of Russia
Russland
40,396 Milliarden Euro

Platz 5

UBS Group
Schweiz

43,209 Milliarden Euro

Platz 4

Lloyds Banking Group

Großbritannien

46,368 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander

Spanien

49,393 Milliarden Euro

Platz 2

BNP Paribas

Frankreich

49,495 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC

Großbritannien

110,804 Milliarden Euro

Viele Kunden der BHF-Bank sind Finanzkreisen zufolge wegen des Übernahmekampfes verunsichert, auch einige Berater haben das Institut bereits verlassen. Laut „Platow Brief“ drohen dem Geldhaus im kommenden Jahr rote Zahlen. Bei der BHF-Bank hoffen deshalb viele Mitarbeiter, dass sich die Zukunft des Instituts nach der Entscheidung der EZB zeitnah klärt. Bei einem positiven Votum müsste Oddo-Chef Philippe Oddo entscheiden, ob er nun ein Angebot für BHF Kleinwort Benson vorlegen will oder nicht.

Fosun-Vorstandschef Liang Xinjun wiederum müsste sehen, ob er mit seiner Offerte genug Aktien einsammelt oder das Angebot noch einmal aufstockt. Die Papiere von BHF Kleinwort Benson waren am Freitag an der Börse 5,10 Euro wert - das ist exakt der Preis, den Fosun bietet. BHF-Großaktionäre wie Stefan Quandt und Templeton haben die Offerte als zu niedrig zurückgewiesen.

Von

rtr

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