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10.05.2013

15:46 Uhr

Überraschende Zahlen

Unicredit beginnt 2013 mit klarem Gewinnplus

Das Jahr 2013 startet für Unicredit mit guten Nachrichten. Die Bank hat die Gewinnerwartungen im ersten Quartal deutlich übertroffen. Doch Analysten glauben nicht an einen langfristigen Trend.

Die italienische Bank Unicredit hat ein deutliches Plus eingefahren. AFP

Die italienische Bank Unicredit hat ein deutliches Plus eingefahren.

MailandDie italienische Großbank Unicredit ist dank florierender Geschäfte im Investmentbanking und geringeren Belastungen im rezessionsgeplagten Heimatmarkt überraschend gut ins Jahr gestartet. In den ersten drei Monaten fuhr die Mutter der Münchner HypoVereinsbank einen Gewinn von 449 Millionen Euro ein nach einem Minus von 553 Millionen Euro im Schlussquartal 2012. „Wir haben gezeigt, dass wir unsere Profitabilität trotz eines weiter anspruchsvollen makroökonomischen Umfelds – vor allem in Italien – steigern können“, sagte Unicredit-Chef Federico Ghizzoni am Freitag in Mailand. Mit ihren Zahlen übertraf die Bank die Erwartungen der Analysten deutlich, Unicredit-Aktien legten um rund zwei Prozent zu.

Im vergangenen Jahr hatte die größte Bank Italiens wegen der Rezession in ihrer Heimat fast zehn Milliarden für drohende Kreditausfälle zurücklegen müssen. Im ersten Quartal 2013 waren es nur noch 1,2 Milliarden Euro. Viele Analysten gehen allerdings davon aus, dass die Belastungen durch faule Kredite für italienische Geldhäuser im Jahresverlauf wieder zunehmen werden, schließlich steckt die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone in der längsten Rezession seit 20 Jahren.

Kapitalquoten großer Banken (1. Quartal 2013)

Kernkapitalquoten

Ein Lehre aus den Folgen der Finanzkrise lautet: Banken müssen mehr echtes Eigenkapital vorhalten, dass Verluste auffangen kann. Im „Basel III“ genannten Regelwerk ist eine Mindestquote von 4,5 Prozent aus Eigenkapital und einbehaltenen Gewinnen vorgeschrieben – von Investoren werden aber derzeit eher neun Prozent als Wert für eine stabile Bank angesehen.

Svenska Handelsbanken

17,5 Prozent

Standard Chartered

10,7 Prozent

UBS

10,1 Prozent

HSBC

9,8 Prozent

Deutsche Bank

Nach der Kapitalerhöhung im April 2013: 9,5 Prozent

Santander

9,2 Prozent (Ziel für Ende 2013)

JP Morgan

8,9 Prozent

Credit Suisse

8,6 Prozent („Look-through“ Kapitalquote)

Commerzbank

Ende des 1. Quartals 2013: 7,5 Prozent

Nach der Kapitalerhöhung: 8,6 Prozent

Lloyds

8,1 Prozent

Royal Bank of Scotland

7,7 Prozent

Quelle

Die Kernkapitalquoten stammen von den jeweiligen Geldhäusern und beziehen sich auf das jeweils zuletzt verfügbare Quartal. Die Banken beschreiben die Quote als „Common Equity Tier 1 Ratio nach Basel III“ oder auch nach der EU-Umsetzung der Basel-III-Vorgaben („CRD IV“) als „pro forma fully loaded CRD IV core tier 1 ratio“. Offiziell gilt die Basel-III-Vorgabe erst ab 1. Januar 2019, doch die Investoren verlangen bereits lange eine deutliche Übererfüllung der künftigen Quoten.

Deutlich besser läuft es bereits seit geraumer Zeit bei der deutschen Tochter HypoVereinsbank, bei der die Gruppe Großteile ihres Investmentbankings gebündelt hat. Besonders im Handel habe die Bank gut abgeschnitten, sagte Ghizzoni. Bei vielen Investmentbanken geht es derzeit im Aktienhandel und im Beratungsgeschäft bergauf, schwächer sieht die Bilanz dagegen im Anleihenhandel aus. Die HypoVereinsbank wird ihre Zahlen fürs erste Quartal am Montag vorlegen.

Das Münchner Institut war bereits in den vergangenen beiden Jahren der stärkste Teil der Unicredit-Gruppe und überwies der Mutter in Mailand Anfang des Jahres eine Rekord-Dividende von 2,5 Milliarden Euro. Die harte Kernkapitalquote von Unicredit kletterte bis Ende März leicht auf 9,46 Prozent.

Von

rtr

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