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08.08.2013

15:54 Uhr

Umbau der Berliner Landesbank

Ostsparkassen erwarten Abschreibungen

„Ich erwarte keine Dividende”: Der Chef des Dachverbands ostdeutscher Sparkassen gibt Probleme zu. Besonders der Umbau der LBB gestaltet sich schwieriger als erwartet.

Das vergangene Halbjahr lief für die Sparkasse nicht so gut wie erwartet. dpa

Das vergangene Halbjahr lief für die Sparkasse nicht so gut wie erwartet.

BerlinDie ostdeutschen Sparkassen befürchten neue Abschreibungen auf ihr Engagement bei der Landesbank Berlin. Der Umbau der LBB zu Hauptstadtsparkasse sei schwieriger als vor einem Jahr gedacht und sehr teuer, sagte der neue Präsident des Dachverbands OSV, Michael Ermrich, am Donnerstag in Berlin. „Ich glaube schon, dass es weiterhin Abschreibungsbedarf geben wird.” Ermrich rechnet auch nicht damit, dass es zu der von der LBB in Aussicht gestellten Ausschüttung an die Aktionäre kommt. „Ich erwarte keine Dividende”, sagte der OSV-Chef, der auch im Aufsichtsrat der sparkasseneigenen LBB sitzt.

Deutschlands Sparkassen hatten die LBB Mitte 2007 für gut fünf Milliarden Euro gekauft, mussten seitdem aber große Teile ihres Engagement abschreiben. Der OSV hat den Wert seines Anteils in den Büchern bereits auf rund ein Drittel gesenkt. Die LBB wird auf die Rolle als Hauptstadt-Sparkasse reduziert, wichtige Sparten verkauft sie auf Druck ihrer Eigentümer an den Sparkassen-Fondsdienstleister Dekabank. Der Umbau und die niedrigen Zinsen haben im ersten Halbjahr den LBB-Gewinn halbiert. Wichtig sei nun die für den nächsten Monat erwartete Mittelfristplanung der LBB, sagte Ermrich.

Auch bei den 46 ostdeutschen Sparkassen drückt das niedrige Zinsniveau auf den Gewinn. Der OSV erwartet in diesem Jahr ein geringeres Ergebnis als 2012. Auch wegen steigender Kosten dürfte das sogenannte Betriebsergebnis vor Bewertung - die entscheidende Kennziffer für das operative Geschäft - 2013 nur einen Wert von 1,14 (VJ: 1,27) Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme erreichen. Ermrich rechnet auch künftig mit geringeren Erträgen, da viele hochverzinste Anlagen der Sparkassen auslaufen. Mit den niedrigen Zinsen könnten die Institute zwar noch „auf Jahre hinaus auskommen”. Sollten die Zinsen bis 2016 jedoch weiter sinken, dürfte dies nach einer OSV-Modellrechnung das Ergebnis um 20 bis 30 Prozent schmälern - sofern die Institute nicht gegensteuern. OSV-Geschäftsführer Wolfgang Zender kündigte an, die Institute könnten vor allem durch ein einheitliches Rechenzentrum Kosten sparen.

Im ersten Halbjahr kletterte der Kreditbestand der Institute um 1,2 Prozent auf 40,5 Milliarden Euro, die Einlagen legten um 0,2 Prozent auf knapp 85 Milliarden Euro zu. Der OSV vertritt die Interessen der Sparkassen aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen sowie Sachsen-Anhalt und will künftig enger mit dem Sparkassenverband aus Schleswig-Holstein zusammenarbeiten.

Von

rtr

Kommentare (1)

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TBergmann

08.08.2013, 21:39 Uhr

Schon komisch. Wieso erwartet der OSV weitere Abschreibungen. Anstatt überbezahlte Vorstände wie Herrn Demoliere und Herrn Evers (jeweils mehr als 1 Mio. EURO Jahresgehalt)für ein schwaches Management zu honorieren, sollte man hier eine klare Strategie fordern. Warum sind eine Santander Bank, Helaba, ... im Geschäftsfeld Firmen- und Privatkunden erfolgreicher als eine LBB? Weil sie nicht hassadeurhaft Risiken in PIIGS-Staaten, toxischen Kreditprodukten und US Investments eingegangen sind. Bleibt zu hoffen, dass der OSV und die anderen Gesellschafter den Herren Evers, Demoliere, Alt ... kritisch auf die Finger schauen. Konzeptionsloses Dahinwirtschaften und alles auf den Berater MCKinsey und den WP PwC zu schieben, hilft da wohl nix. Und irgendwann werden auch die im OSV zusammengeschlossenen Sparkassen dem OSV kritische Fragen stellen. Wertvernichter sind heute nicht mehr gut angesehen. Liebe Grüsse an Herr Ermich und Herr Evers. Aber beide sind ja gut versorgt ...

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