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19.12.2012

19:05 Uhr

Umfrage

Banker müssen 2013 mit weniger Boni rechnen

Banker in Deutschland, Österreich und der Schweiz müssen im kommenden Jahr den Gürtel wohl etwas enger schnallen. Einer Umfrage zufolge wollen 40 Prozent der Geldhäuser Boni kürzen – teilweise drastisch.

40 Prozent der Banken wollen die Bonuszahlungen für das Jahr 2012 um zehn bis 25 Prozent kürzen. dpa

40 Prozent der Banken wollen die Bonuszahlungen für das Jahr 2012 um zehn bis 25 Prozent kürzen.

FrankfurtWeniger Boni und kaum Gehaltserhöhungen: Banker in Deutschland, Österreich und der Schweiz müssen im kommenden Jahr nach einer Umfrage der Beratungsgesellschaft Towers Watson den Gürtel enger schnallen.

40 Prozent der Häuser wollen die Bonuszahlungen für das Jahr 2012 um zehn bis 25 Prozent kürzen, weitere 40 Prozent wollen sie stabil halten und nur 15 Prozent erhöhen, wie aus der Umfrage unter 28 Banken und Vermögensverwaltern hervorgeht, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Vor allem im Privatkunden- und Firmenkundengeschäft sowie im Investmentbanking müssten die Mitarbeiter mit Kürzungen rechnen.

Wo Banker die größten Probleme sehen

Bankenaufsicht und Regulierung

Die größten Probleme sehen die Manager von Finanzhäusern in der verschärften Bankenaufsicht und der Regulierung. 94 Prozent nannten dies als größte Herausforderung der Branche für die Jahre 2013 bis 2015. Die Unternehmensberatung Steria Mummert und Forsa befragten 120 Führungskräfte aus 120 Kreditinstituten. 100 davon aus Deutschland, 20 aus Österreich. Die Studie wurde im November 2012 veröffentlicht.

Kosten

An zweiter Stelle stehen die Kosten: 75 Prozent der Bank-Manager sehen den Renditedruck auf der Branche lasten.

Risikomanagement

Im Zuge der Finanzkrise und der verschärften Regulierung müssen die Banken besser mit ihren Risiken umgehen. Dementsprechend sehen immerhin 74 Prozent der befragten Banker den Umbau des Risikomanagements als Herausforderung.

Vertrieb und Kundenmanagement

Ebenfalls große Probleme sehen die Finanzhäuser im Vertrieb und Kundenmanagement. Hier sehen 71 Prozent der Bank-Lenker Herausforderungen.

Wettbewerb

Neue Anbieter, auch aus fremden Branchen, drängen in das Stammgeschäft der Geldhäuser. 71 Prozent der Finanzmanager sehen dies als Problem.

Finanz- und Schuldenkrise

Die Situation auf den Finanzmärkten belastet natürlich auch die Banken. Dementsprechend beobachten 70 Prozent der Geldhaus-Lenker die Lage in Griechenland und den Kapitalmärkten gespannt.

Demographische Entwicklung

Mit etwas Abstand, aber dennoch mit großer Sorge, betrachten die Banker die Alterung der Bevölkerung. Die demographische Entwicklung betrachten immerhin 68 Prozent der von Steria Mummert und Forsa befragten als Herausforderung.

Optimierung der Geschäftsprozesse

Rund 63 Prozent der Geldhaus-Manager erachten den Umbau von Betriebsabläufen als Herausforderung.

Konjunktur

Weniger Sorge bereitet den Bank-Lenkern offenbar die Entwicklung der Konjunktur. Nur 53 Prozent gaben dies als Problem an.

Kreditrisiko

Kreditrisiken bringen die Banker auch nicht um den Schlaf: Nur 39 Prozent bereitet dieses Thema Sorgen.

Optimierung der Informationstechnik

Die Verbesserung der hauseigenen Computersysteme sehen 38 Prozent der Befragten als Herausforderung.

Liquiditätsmanagement

Die geringsten Sorgen bereitet den Bank-Lenkern das Liquiditätsmanagement. Nur 32 Prozent sehen dies als Problem.

Mit dem Fixgehalt können sie die Einbußen nicht wettmachen: 53 Prozent der Befragten planen nur mit Gehaltserhöhungen um ein bis zwei Prozent, nur ein Viertel um zwei bis zu drei Prozent. Dabei war erwartet worden, dass die Banken die von den Aufsehern erzwungenen Bonuskürzungen durch höhere Festgehälter wettmachen.

„Finanzinstitute blicken zwar etwas weniger skeptisch als vor einem Jahr in die Zukunft, aber von großem Optimismus sind sie dennoch weit entfernt“, sagte Towers-Watson-Personalexperte Martin Emmerich. „Diese Skepsis wirkt sich auch auf die Personal- und Vergütungspolitik der Institute aus - hier agieren die Unternehmen weiterhin zurückhaltend.“

Von

rtr

Kommentare (1)

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allemeineentchen

19.12.2012, 21:17 Uhr

Von mir aus können Gehälter und Boni der Bankster auf
den Hartz IV - Satz abgesenkt und eingefroren werden.
Ich frage mich nach wie vor, wofür sie eigentlich Geld
bekommen, denn "verdient" haben sie es wahrlich nicht.

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