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21.01.2013

11:37 Uhr

Umfrage

Deutschlands Banken fürchten düstere Zeiten

VonSebastian Ertinger

In den Führungsetagen der heimischen Banken greift der Pessimismus um sich: Vier von zehn deutschen Instituten rechnen 2013 mit einem schlechteren Geschäft. Daher wollen die Manager im großen Stil Stellen streichen.

Skyline von Frankfurt: Viele Banker blicken pessimistisch ins neue Jahr. dpa

Skyline von Frankfurt: Viele Banker blicken pessimistisch ins neue Jahr.

DüsseldorfTrübe Konjunkturaussichten und die anhaltende Eurokrise lassen Deutschlands Banken skeptisch auf das neue Jahr blicken. Rund 40 Prozent der Geldhäuser rechnen in den nächsten sechs Monaten mit einer Verschlechterung des Geschäfts. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young. Hingegen erwartet nur ein Viertel der hiesigen Institute eine Aufhellung bei der Geschäftslage.

Angesichts der angespannten Lage planen immerhin 42 Prozent der deutschen Geldhäuser, Personal abzubauen. So erwägt offenbar das Top-Management der Commerzbank Stellenstreichungen in erheblichem Umfang. Auch die Deutsche Bank baut Jobs ab, vor allem im Investment-Banking.

Für das Bankenbarometer 2013 haben die Experten von Ernst & Young 269 Banken in mehreren europäischen Ländern befragt, darunter Institute aus Frankreich, Großbritannien, Italien, Skandinavien und der Schweiz. In Deutschland nahmen 50 Banken an der Umfrage teil.

Der Grund für den Pessimismus: Fast jede zweite deutsche Bank rechnet mit einer Eintrübung der Binnenkonjunktur. Nur vier Prozent rechnen mit einer Verbesserung. Auch europaweit überwiegt die Skepsis. Von den befragten Instituten rechnen 41 Prozent mit einer Verschlechterung der Lage im eigenen Land. Lediglich die britischen Banker rechnen überwiegend mit einer Aufhellung der Wirtschaftslage und des eigenen Geschäfts.

Wo Banker die größten Probleme sehen

Bankenaufsicht und Regulierung

Die größten Probleme sehen die Manager von Finanzhäusern in der verschärften Bankenaufsicht und der Regulierung. 94 Prozent nannten dies als größte Herausforderung der Branche für die Jahre 2013 bis 2015. Die Unternehmensberatung Steria Mummert und Forsa befragten 120 Führungskräfte aus 120 Kreditinstituten. 100 davon aus Deutschland, 20 aus Österreich. Die Studie wurde im November 2012 veröffentlicht.

Kosten

An zweiter Stelle stehen die Kosten: 75 Prozent der Bank-Manager sehen den Renditedruck auf der Branche lasten.

Risikomanagement

Im Zuge der Finanzkrise und der verschärften Regulierung müssen die Banken besser mit ihren Risiken umgehen. Dementsprechend sehen immerhin 74 Prozent der befragten Banker den Umbau des Risikomanagements als Herausforderung.

Vertrieb und Kundenmanagement

Ebenfalls große Probleme sehen die Finanzhäuser im Vertrieb und Kundenmanagement. Hier sehen 71 Prozent der Bank-Lenker Herausforderungen.

Wettbewerb

Neue Anbieter, auch aus fremden Branchen, drängen in das Stammgeschäft der Geldhäuser. 71 Prozent der Finanzmanager sehen dies als Problem.

Finanz- und Schuldenkrise

Die Situation auf den Finanzmärkten belastet natürlich auch die Banken. Dementsprechend beobachten 70 Prozent der Geldhaus-Lenker die Lage in Griechenland und den Kapitalmärkten gespannt.

Demographische Entwicklung

Mit etwas Abstand, aber dennoch mit großer Sorge, betrachten die Banker die Alterung der Bevölkerung. Die demographische Entwicklung betrachten immerhin 68 Prozent der von Steria Mummert und Forsa befragten als Herausforderung.

Optimierung der Geschäftsprozesse

Rund 63 Prozent der Geldhaus-Manager erachten den Umbau von Betriebsabläufen als Herausforderung.

Konjunktur

Weniger Sorge bereitet den Bank-Lenkern offenbar die Entwicklung der Konjunktur. Nur 53 Prozent gaben dies als Problem an.

Kreditrisiko

Kreditrisiken bringen die Banker auch nicht um den Schlaf: Nur 39 Prozent bereitet dieses Thema Sorgen.

Optimierung der Informationstechnik

Die Verbesserung der hauseigenen Computersysteme sehen 38 Prozent der Befragten als Herausforderung.

Liquiditätsmanagement

Die geringsten Sorgen bereitet den Bank-Lenkern das Liquiditätsmanagement. Nur 32 Prozent sehen dies als Problem.

In Deutschland war das Bruttoinlandsprodukt von Oktober bis Dezember 2012 um rund 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal gesunken. Damit stand die deutsche Wirtschaft laut Statistischem Bundesamt an der Schwelle zur Rezession. Neben den Problemen der Euro-Zone hatte auch eine schwächere Konjunktur in wichtigen Absatzmärkten wie China, Indien und Brasilien das Export-Geschäft und damit die gesamte Wirtschaftskraft gebremst.

Besonders die Eurokrise schlägt weiterhin auf die Stimmung der Manager in den Hochhäusern der Finanzmetropolen. So rechnet jedes dritte heimische Institut, dass die Auswirkungen des Staatsschuldendilemmas eher noch zunehmen werden.

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

21.01.2013, 11:58 Uhr

Dann holt man sich die Gewinne wo anders her.
Ein paar Mrd. von der EZB zu einem Prozent leihen und sich in den Wachstumsländer-Banken einkaufen.^^

as_simple_as_it_can_b

21.01.2013, 12:15 Uhr

Düstere Zeiten für Deutschlands Banken?
Schluck.
Die Kunden sind aber auch eigenartig: an einem Herbstwochenende in 2009 der Bundesrepublik Deutschland 1 Billion Euro an Zusagen aus den Rippen leiern, in der "Bankenkrise", die fortan "Eurokrise" genannt wurde der Regierung auf der Nase herumtanzen und 25% Kapitalrendite in Aussicht zu stellen.
Dann beim hesseischen Landesvater anrufen, wg Imageverlust und den Inder Inder sein lassen, wg zur Disposition stehender Liborabsprachen.
Desweiteren Mittel für lau einkaufen, um draufzupfeffern.

Düstere Zeiten für Banken?

Ladies, jede Party, auch die von anderen bezahlte, kostet.

Its Paychecktime?

Not yet.

But b assured: u've to pay 4 like everybody - ladies.

Karin

21.01.2013, 12:24 Uhr

"Trübe Konjunkturaussichten und die anhaltende Eurokrise lassen Deutschlands Banken skeptisch auf das neue Jahr blicken."

Was für ein Blödsinn...die Politik, IWF und wie sie nicht alle daher kommen deklerieren den Zusammenbruch des Kapitalismus mit seinem Geldsystem, welches NUR auf Schulden basiert und immer die Umverteilung von unten nach oben befördert!! als Eurokrise....ha ha ha....liebe Journalisten...auch wenn ihr nicht unabhängig, sondern hörig seid...der WAHRHEIT KANN EBEN AUF DAUER KEINER ENTKOMMEN!!!!!

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