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11.10.2012

07:18 Uhr

Umfrage

Europas Banken benötigen noch Jahre zur Bilanzschrumpfung

Anstatt Vermögenswerte zu verkaufen, planen Europas Banken, sie solange zu halten, bis sie ablaufen. Eine Umfrage zeigt: Bis die Institute ihr Eigenkapital aufgebessert haben, könnte noch ein halbes Jahrzehnt vergehen.

Für ihre Umfrage befragte die Beratungsfirma Deloitte LLP 18 Finanzkonzerne aus acht europäischen Ländern. dpa

Für ihre Umfrage befragte die Beratungsfirma Deloitte LLP 18 Finanzkonzerne aus acht europäischen Ländern.

Europas Banken rechnen damit, mindestens fünf Jahre dafür zu benötigen, ihre Bilanzen zu verkleinern. Das geht aus einer Umfrage hervor. Denn die Banken planen, Vermögenswerte eher solange zu halten, bis sie ablaufen, anstatt sie vorher schon zu verkaufen.

Mehr als zwei Drittel der Banken erklärten, dass der Abschluss des so genannten Deleveraging in frühestens fünf Jahren zu erwarten ist, erklärte Deloitte LLP. Die Beratungsfirma hatte insgesamt 18 Finanzkonzerne aus acht europäischen Ländern mit einer Gesamt-Bilanzsumme von etwa 11 Billionen Euro befragt.

Die Aufsichtsbehörden hatten die europäischen Banken dazu aufgefordert, ihre Risiken abzubauen - indem Vermögenswerte verkauft und das Kapital aufgestockt werden. Während des Kreditbooms waren ihre Bilanzen auf das Dreifache des Bruttoinlandsprodukts der Region angeschwollen.

In der Nacht zum Mittwoch hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) erklärt, dass die europäischen Banken bis Ende 2013 unter Umständen Vermögenswerte im Volumen von bis zu 4,5 Billionen Dollar abstoßen müssten. Voraussetzung sei, dass es den Entscheidungsträgern nicht gelinge, ihre Versprechen zur Bewältigung der Finanzkrise umzusetzen.

Das sind die größten Banken Europas

Platz 9

Barclays (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 36,1 Milliarden Euro

Platz 9

Deutsche Bank (Deutschland) - Marktkapitalisierung (2011): 36,1 Milliarden Euro

Platz 8

Royal Bank of Scotland (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 36,6 Milliarden Euro

Platz 7

UBS (Schweiz) - Marktkapitalisierung (2011): 41,3 Milliarden Euro

Platz 6

BNP Paribas (Frankreich) - Marktkapitalisierung (2011): 45,4 Milliarden Euro

Platz 5

Standard Chartered (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 45,5 Milliarden Euro

Platz 4

Allied Irish Banks (Irland) - Marktkapitalisierung (2011): 48,8 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander (Spanien) - Marktkapitalisierung (2011): 54,3 Milliarden Euro

Platz 2

Sberbank (Russland) - Marktkapitalisierung (2011): 55,9 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC Holdings (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 120,8 Milliarden Euro

„Der Risiko-Aufschlag, der von Investoren für viele europäische Vermögenswerte gefordert wird, ist gestiegen“, heißt es in der Studie von Deloitte. „Die Banken zögern, Vermögenswerte zu Preisen abzustoßen, die sie dazu zwingen würden, Verluste zu realisieren. Stattdessen entscheiden sie sich dazu, die Vermögenswerte auslaufen zu lassen - sie so lange zu halten, bis sich die Bewertungen verbessert haben.“

Kommentare (1)

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11.10.2012, 12:07 Uhr

Die einzig sinnvolle Lösung der Bankenkrise heißt Kapitalerhöhung, selbst zu den heutigen schlechten Kursen, nicht aber Aussitzen auf falschen Investments. Die Kapitalerhöhung zieht auch die Altaktionäre in die Verantwortung, der sie bisher nicht gerecht geworden waren, etwa über Auswahl geeigneter Personen in den Aufsichtsgremien. Schrumpfen hingegen würde zu volkswirtschaftlich schädlichen Kreditklemmen führen, wie sie ja schon durch die neuen Eigenkapitalregeln gefördert produziert wedren. Notfalls muß die Bakenaufsicht Kapitalerhöhungen erzwingen (wie bei Commerzbank gehabt).
Neues Eigenkapital ist der einzige gesamtwirtschaftlich sinnvolle Weg.

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