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06.09.2011

16:54 Uhr

Umfrage für die DZ Bank

Privatanleger lehnen Anleihen-Kauf der EZB ab

Über 70 Prozent der deutschen Privatanleger sprechen sich gegen weitere Käufe von Anleihen der Euro-Krisenstaaten durch die EZB aus. Dies geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage für die DZ Bank hervor.

Schluss mit den Anleihenkäufen der Euro-Krisenstaaten, sagt eine Mehrheit der deutschen Privatanleger. dpa

Schluss mit den Anleihenkäufen der Euro-Krisenstaaten, sagt eine Mehrheit der deutschen Privatanleger.

BerlinGut ein Drittel der über 1000 Befragten votierte dabei für ein eindeutiges „Nein“, 38 Prozent sagten, die EZB solle „eher“ auf die Anleihekäufe verzichten. Klare Unterstützer für das Vorgehen gab es dagegen so gut wie keine: Nur vier Prozent der Befragten stehen uneingeschränkt hinter der Maßnahme, 21 Prozent erklärten, die EZB solle ihr Programm „eher“ fortsetzen.

Die Europäische Zentralbank hat ihre Käufe von Staatsanleihen jüngst überraschend verdoppelt. Seit Mai 2010 hat sie Bonds im Gesamtwert von 129 Milliarden Euro gekauft und rechtfertigt dies als Stützungsmaßnahme für die Märkte. Doch de facto erleichtert sie damit Schuldenländern wie Italien und Spanien, die zuletzt ins Visier der Märkte geraten waren, die Refinanzierung an den Kapitalmärkten.

Das italienische EZB-Ratsmitglied Mario Draghi warnte sein Land jedoch davor, sich zu sehr auf die Ankäufe der EZB zu verlassen. „Das Programm ist vorübergehend“, sagte Draghi am Montag. Das Vorgehen war von Anfang an umstritten: Insbesondere die Bundesbank-Spitze moniert, dass die Grenze zwischen den Verantwortungsbereichen von Geld- und Fiskalpolitik verwischt werde.

Die Schuldenkrise wird Politik und Wirtschaft nach Einschätzung der Privatanleger auch im nächsten Jahr beschäftigen. Die Zukunft des Euro sehen die Investoren laut Umfrage aber als gesichert an. Die Gemeinschaftswährung wird es 2015 immer noch geben - das glauben zumindest 87 Prozent der Befragten.

 

Von

rtr

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