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25.04.2016

11:27 Uhr

Umgang mit Aktienanalysen

Credit Suisse muss interne Kontrollen verbessern

Ein Aktienanalyst von Credit Suisse hat offenbar nichtöffentliche Informationen zum Gewinnausblick eines Unternehmens weitergegeben. Dafür hat die Bank in Japan eine Strafe der Finanzaufsicht kassiert.

Die japanische Wertpapiersparte der Schweizer Großbank muss ihre Einhaltung von Vorschriften verbessern, fordert die dortige Finanzaufsichtsbehörde. dpa

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Die japanische Wertpapiersparte der Schweizer Großbank muss ihre Einhaltung von Vorschriften verbessern, fordert die dortige Finanzaufsichtsbehörde.

TokioDie schweizerische Credit Suisse ist die zweite global agierende Bank, die in Japan eine Strafe wegen der Weitergabe von Informationen zu den Gewinnzahlen eines Unternehmens erhält. Die aufsichtsrechtliche Untersuchung warf Fragen über den Umgang von Banken mit Aktienanalysen in Japan auf.

Die Finanzaufsichtsbehörde teilte am Montag mit, sie habe die japanische Wertpapiersparte der Bank angewiesen, ihre internen Kontrollen und die Einhaltung von Vorschriften zu verbessern. Die Bank muss bis zum 3. Juni einen Bericht vorlegen. Eine Credit-Suisse-Sprecherin in Japan war zunächst nicht für einen Kommentar zu erreichen.

Ein Aktienanalyst von Credit Suisse hatte nichtöffentliche Informationen zum Gewinnausblick eines Unternehmens an einen Kunden und einen Kollegen in der Sales-Abteilung weitergegeben, der sie dann nutzte, um an Kunden heranzutreten, teilte die Wertpapieraufsicht im April mit, als sie Maßnahmen gegen die Bank empfahl. Die japanische Tochter der Deutschen Bank wurde im Dezember wegen eines ähnlichen Falls sanktioniert.

Die größten Banken Europas (nach Marktkapitalisierung)

Platz 10

Intesa Sanpaolo
Italien
28,472 Milliarden Euro

Stand: Anfang Juli 2016. Quelle: S&P Global Market Intelligence

Platz 9

Nordea Bank
Schweden
30,411 Milliarden Euro

Platz 8

Banco Bilbao
Spanien
32,701 Milliarden Euro

Platz 7

ING Groep
Niederlande
35,7527 Milliarden Euro

Platz 6

PAO Sberbank of Russia
Russland
40,396 Milliarden Euro

Platz 5

UBS Group
Schweiz

43,209 Milliarden Euro

Platz 4

Lloyds Banking Group

Großbritannien

46,368 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander

Spanien

49,393 Milliarden Euro

Platz 2

BNP Paribas

Frankreich

49,495 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC

Großbritannien

110,804 Milliarden Euro

Die japanischen Behörden beschäftigen sich derzeit mit dem Umgang von Investmentbanken mit Informationen zu Unternehmen und der Frage, wie sichergestellt werden kann, dass alle Investoren einen fairen Zugang dazu haben. Unter anderem Nomura Holdings und die Mizuho Financial Group hatten ihre Aktienanalyse vor den Berichtssaisons eingeschränkt, weil nicht klar war, welche Informationen weitergeben werden dürfen und an wen.

Credit Suisse hatte vergangene Woche mitgeteilt, sie werde ihren Analysten nicht mehr gestatten, vor der Veröffentlichung von Finanzergebnissen Unternehmen zur Informationsbeschaffung zu besuchen. Sie entschied sich auch gegen eine Konferenz für Investoren im April, die normalerweise jährlich im April und Oktober vor der Berichtssaison stattfindet.

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