Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.10.2017

13:48 Uhr

Mehrere Händler haben das Geldhaus nach einem umstrittenen Geschäft mit dem Versicherer Axa verlassen. Reuters

Stühlerücken bei der Deutschen Bank.

Mehrere Händler haben das Geldhaus nach einem umstrittenen Geschäft mit dem Versicherer Axa verlassen.

Umstrittene Geschäfte bei der Deutschen Bank

Fünf von sechs Händlern gehen

VonAndreas Kröner

Deutschlands größtes Geldhaus hat seine interne Untersuchung zu einem zweifelhaften Handelsgeschäft mit dem französischen Versicherer Axa abgeschlossen. Nur einer der damals beteiligten Manager darf weiterarbeiten.

FrankfurtDeutsche-Bank-Chef John Cryan ist derzeit nicht zu beneiden. Die Märkte sind mau, die Erträge erodieren und große Aktionäre sind unzufrieden. Einige Anteilseigner werfen deshalb bereits die Frage auf, ob Cryan der Richtige, um beim Frankfurter Institut wieder für Wachstum zu sorgen.

Mehrere Händler haben das Geldhaus nach einem umstrittenen Geschäft mit dem Versicherer Axa verlassen. Reuters

Stühlerücken bei der Deutschen Bank.

Mehrere Händler haben das Geldhaus nach einem umstrittenen Geschäft mit dem Versicherer Axa verlassen.

Keine Zweifel gibt es dagegen an Cryans Fähigkeit auszumisten. Diese hat er nach dem Ausbruch der Finanzkrise bereits als Finanzchef bei der Schweizer UBS unter Beweis gestellt. Und auch bei der Deutschen Bank hat der Vorstandschef in den vergangenen beiden Jahren schon zahlreiche Altlasten abgebaut – allen voran den Streit mit den US-Behörden über Tricksereien am amerikanischen Immobilienmarkt. Doch der Vorrat an Skandalen und Skandälchen bei der Deutschen Bank ist schier unerschöpflich – und so nehmen auch die die Nachrichten über Strafzahlungen und die Trennung von Mitarbeitern kein Ende.

Deutsche Bank: Der geschwächte Riese

Deutsche Bank

Premium Der geschwächte Riese

Unzufriedene Investoren und unbefriedigende Erträge: Vom erhofften Aufschwung ist bei der Deutschen Bank nichts zu spüren. Auch die Zahlen für das dritte Quartal versprechen nichts Gutes.

Vergangenen Freitag hat sich das Geldhaus im Rechtsstreit mit Investoren um Manipulationen im Devisenhandel laut US-Gerichtsunterlagen auf eine Vergleichszahlung von 190 Millionen Dollar verständigt. Und nun hat das Institut Finanzkreisen zufolge auch eine interne Untersuchung über einen umstrittenen Deal mit dem französischen Versicherer Axa abgeschlossen. Fünf von sechs beteiligten Händlern hätten das Haus in der Zwischenzeit verlassen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person dem Handelsblatt. Lediglich ein weniger involvierter Manager kann weiter für die Bank arbeiten. Zuerst hatte darüber die „Börsen-Zeitung“ berichtet.

Die Händler gewinnen, die Bank verliert  

Der umstrittene Deal mit dem Deutsche-Bank-Kunden Axa aus dem Jahr 2009 war im vergangenen Jahr nach Recherchen des „Wall Street Journal“ bekanntgeworden. Demnach haben sich die sechs Deutsche-Bank-Händler mit 4,5 Millionen Dollar an privatem Geld an dem Geschäft beteiligt – und ihren Einsatz auf rund 37 Millionen Dollar vervielfacht. Für ihren Arbeitgeber soll das ganze dagegen kein gutes Geschäft gewesen sein. Die Deutsche Bank soll auf einem Millionen-Verlust sitzengeblieben sein.

Mit von der Partie bei dem Geschäft war Finanzkreisen zufolge auch Colin Fan, der einst als Zögling von Ex-Vorstandschef Anshu Jain galt. Sein Sprecher bestreitet allerdings, dass sich Fan bei dem Deal falsch verhalten habe. Fan  habe alle Vorschriften in der Sache beachtet und sei transparent vorgegangen. In der Deutschen Bank sahen das offenbar viele anders. Der Deal war Finanzkreisen zufolge einer der Gründe dafür, dass Fan das Geldhaus im Oktober 2015 verlassen musste.

 

Die Deutsche Bank hatte bereits im vergangen Jahr erklärt, die Transaktion unter die Lupe zu nehmen. „Nach Abschluss unserer Untersuchungen werden wir gegebenenfalls Disziplinarmaßnahmen einleiten und unsere Kontrollen weiter prüfen, um die Gefahr einer Wiederholung möglichst gering zu halten." Am Dienstag wollte sich das Institut zu dem Thema nicht äußern. Aufgefallen war der Deal der Bank 2014, als sie ihre Bilanz nach riskanten Positionen durchsuchte.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×