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18.03.2014

10:13 Uhr

Umstrittene Prämie

Commerzbank erwägt höheren Neukunden-Bonus

50 Euro für die Neueröffnung eines Girokontos: Dieses Angebot der vom Staat gestützten Commerzbank stößt bei Politik und Konkurrenz auf Kritik. 100 Euro würden sich aber noch mehr rechnen, ist Vorstand Zielke überzeugt.

„Das ist immer eine Option“: Privatkunden-Vorstand Martin Zielke denkt über eine Erhöhung der Neukunden-Prämie nach. dpa

„Das ist immer eine Option“: Privatkunden-Vorstand Martin Zielke denkt über eine Erhöhung der Neukunden-Prämie nach.

FrankfurtDie Commerzbank denkt daran, ihre umstrittenen Prämien für die Gewinnung neuer Privatkunden zu verdoppeln. Die bisher ausgelobten 50 Euro für die Eröffnung eines Kontos könnten auch verdoppelt werden. „Das ist immer eine Option“, sagte Privatkunden-Vorstand Martin Zielke der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstagausgabe). Die vom Staat gestützte Bank reduziere mit der „Zufriedenheitsgarantie“ die Gesamtkosten für die Gewinnung von Kunden. „Bei 100 Euro würde es sich sogar noch mehr rechnen“, zeigte sich Zielke überzeugt.

Seit Beginn der Kampagne Ende 2012 seien 400.000 Konten bei der Commerzbank eröffnet worden, sagte Zielke. Vor allem in der Politik stößt das Lockangebot der in der Finanzkrise vom Staat aufgefangenen Commerzbank immer wieder auf heftige Kritik. Auch Sparkassen und Genossenschaftsbanken hatten die Aktion kritisiert. Bis 2016 will die zweitgrößte deutsche Bank dadurch eine Million Kunden hinzugewonnen haben.

Das Geschäftsjahr 2013 der Commerzbank

Unter dem Strich

Die Bank erwirtschaftete Erträge in Höhe von 9,27 Milliarden Euro und erzielte ein operatives Ergebnis in Höhe von 725 Millionen Euro (2012: 1,17 Milliarden Euro). Der Gewinn nach Steuern betrug 78 Millionen Euro (-47 Millionen Euro im Jahr 2012).

Privatkunden

Mit modernen Filialen und einem runderneuerten Online-Banking will die Commerzbank im Privatkundengeschäft in die Spur finden. Das operative Ergebnis der Sparte lag 2013 mit 225 Millionen Euro fast exakt auf dem Vorjahreswert. Im vierten Quartal gab es ein operatives Plus von 60 Millionen Euro (nach 25 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum).

Mittelstandsbank

Im Geschäft mit Mittelstandskunden ist die Commerzbank einer der wesentlichen Akteure auf dem deutschen Markt. Das operative Ergebnis schrumpfte 2013 auf 1,1 Milliarden Euro (nach 1,6 Milliarden Euro im Jahr 2012). Die Risikovorsorge – Rückstellungen für vom Ausfall bedrohte Kredite – lag bei 470 Millionen Euro. Im Jahr 2012 hatten Sondereffekte zu einer Risikovorsorge nahe null geführt.

Zentral- und Osteuropa

In diesem Segment ist vor allem das Engagement der Commerzbank in Polen erfasst. Die Tochter „mBank“ ist dort als Direktbank aktiv. Das operative Ergebnis lag 2013 bei 254 Millionen Euro und damit etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die Bank Forum in der Ukraine hatte die Commerzbank 2012 bereits verkauft.

Kapitalmarktgeschäft

Im Segment „Corporates & Markets“ gab es einen Anstieg des operativen Ergebnisses auch wegen eines positiven Effekts bei der Bewertung eigener Verbindlichkeiten. Notieren die Anleihen von Banken an den Kapitalmärkten schwächer, hat das einen positiven Effekt auf die Bilanz – denn dann kann der Wert der Verbindlichkeiten niedriger angesetzt werden. Insgesamt kletterten das operative Ergebnis 2013 von 202 auf 778 Millionen Euro.

Interne „Bad Bank“

Im Segment „Non-Core Assets“ fasst die Bank Wertpapiere zusammen, die als Altlast aus der Finanzkrise gesehen werden oder aus der missglückten Übernahme der Immobilienbank Eurohypo stammen. Der Abbau der Positionen sei 2013 schneller voran gegangen als zunächst erhofft. Dei Bestände sollten auf 125 Milliarden Euro schrumpfen – tatsächlich landete die Bank bei 116 Milliarden Euro.

Zielke stellte sich hinter den Vorstoß von Verbraucherschutzminister Heiko Maas (SPD), alle Banken dazu zu verpflichten, ihre Kunden bei der Überschreitung ihres Dispo-Kredits zu warnen. „Ich bin nicht gegen eine gesetzliche Regelung“, sagte der Commerzbank-Vorstand der Zeitung.

Jürgen Fitschen, der Co-Chef der Deutschen Bank und Chef des Privatbankenverbandes BdB, hatte eine solche Verpflichtung als „überflüssig“ bezeichnet. Die Direktbank ING-Diba hatte vor kurzem die Strafzinsen für die Überziehung des Dispo-Kredits abgeschafft. Sie will stattdessen auf ihre Kunden zugehen, wenn ihr Girokonto zu tief ins Minus gerät.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

18.03.2014, 10:57 Uhr

Vorstand Zielke sollte erst mal seine Hausaufgaben machen, denn es würde sich noch mehr und direkt lohnen, die Bestandskunden nicht mehr mit "Brief"-Angeboten zwecks Konto-Neueröffnung mit Bonusangebot anzuschreiben.

Bei 15 Millionen Privatkunden und 2 Anschreiben pro Jahr verballert die CoBa, auch mit Großkundenrabatt bei der Deutschen Post, ca. 10-15 Millionen Porto, zuzüglich der Kosten für den Adressenankauf für die eigentliche "Neukundenwerbung".

Ob das durch Neukunden reinkommt, wenn zudem Prämie i.H. 100 € mitverdient werden muss.

Account gelöscht!

18.03.2014, 11:01 Uhr

Okay, bei 1000 Euro mach ich das, man kann mich kaufen, aber nicht mieten!

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