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25.01.2005

11:42 Uhr

Umstrittene Verkäufe von Staatsanleihen haben juristisches Nachspiel

BaFin erhebt Anzeige gegen Citigroup

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat nach eigenen Angaben Anhaltspunkte für Marktpreis-Manipulationen der Citigroup am deutschen Renten-Future-Markt. „Die BaFin hat Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt erhoben“, sagte eine BaFin-Sprecherin.

HB/WSJ FRANKFURT/M. Die BaFin hat im Fall der umstrittenenen Anleihe-Geschäfte der Citigroup im August vergangenen Jahres die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. „Im Zusammenhang mit dem Handelsgeschäft gibt es Anzeichen für eine Markt-Manipulation der Citigroup“, erklärte BaFin-Sprecherin Sabine Reimer dem Wall Street Journal.“ Diese Manipulation habe an der Eurex-Börse stattgefunden. Damit weitet sich die Kontroverse um die Transaktion, die über die elektronische Handelsplattform Euro MTS ausgeführt wurde, aus.

Über Euro MTS und andere Handelsplätze hatte die Bank Anfang August Staatsanleihen im Gesamtwert von 11 Mrd. Euro verkauft, dadurch den Kurs gedrückt und die Papiere anschließend wieder günstig zurückgekauft. Dies hatte auch am Terminmarkt der Eurex Kursschwankungen ausgelöst, auf die sich die Untersuchung des BaFin beziehen, erklärte Reimer.

Citigroup-Sprecher Daniel Noonan zeigte sich „enttäuscht, dass das BaFin die Frage, ob gegen einzelne Beteiligte vorgegangen werden soll, vor die Staatanwaltschaft bringt.“ Er kündigte volle Kooperation an.

Die BaFin-Sprecherin wies darauf hin, dass die Untersuchung der Staatsanwaltschaft nicht zwingend zu einer Verurteilung führen muss. In sieben vorangegangen Fällen, die das Aufsichtsamt an die Staatsanwaltschaft gegeben hatte, war es zu keiner Verurteilung gekommen.

Ein BaFin-Mitarbeiter sagte der „Financial Times“, es gebe konkrete Hinweise, dass Citigroup-Händler versucht hätten, die Bondpreise künstlich hochzutreiben und dann einen Vorteil daraus zu ziehen. Es handelt sich dem Zeitungsbericht zufolge um eine „Handvoll“ Händler. Die besagten Handelsgeschäfte hätten dem weltgrößten Finanzkonzern Citigroup Gewinne von schätzungsweise 17 Millionen Euro eingebracht.

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