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22.01.2005

22:01 Uhr

Umstrittenes Interview

Deutsche Bank unterliegt Kirch

Die Deutsche Bank muss die Gehälter sämtlicher Mitglieder ihres Führungsgremiums offen legen. Der Medienunternehmer Kirch hatte zahlreiche Prozesse gegen die Bank angestrengt.

HB BERLIN. Der Medienunternehmer Leo Kirch hat einen juristischen Sieg gegen den Deutsche Bank erzielt. Der Konzern muss die Gehälter aller Mitglieder des Group Executive Committee offen legen, berichtete die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung». Die Zeitung berief sich auf ein Urteil des Landgerichts Frankfurt. Das Verfahren hatte die Ehefrau Leo Kirchs angestrengt. In dem Group Executive Commitee sitzen die Mitglieder des Konzernvorstands und Spitzenmanager aus allen Konzernbereichen. Dem Bericht zufolge muss die Bank auch die Frage beantworten, ob es stimme, «dass 200 Mitarbeiter mehr verdienen als Josef Ackermann.» Der Schweizer ist Vorstandssprecher der Deutschen Bank. Ein Unternehmenssprecher sagte der Zeitung, dass Urteil vom 18. Januar liege der Bank nicht vor. Kirch hatte zahlreiche Prozesse gegen die Bank angestrengt. Hintergrund sind Äußerungen des damaligen Vorstandssprechers und jetzigen Aufsichtsratsvorsitzenden Rolf Breuer. Er hatte im Februar 2002 in einem Bloomberg-Interview über den Medienkonzern von Kirch gesagt: «Was man alles darüber lesen und hören kann ist ja, dass der Finanzsektor nicht mehr bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen.» Das war vielfach dahin interpretiert worden, dass die Kreditbranche Kirch kein Darlehen mehr gewähren werde – zumal die Deutsche Bank zu den Hausbanken Kirchs gehörte. Bald darauf stellte die Kirch-Gruppe tatsächlich einen Insolvenzantrag. Kirch macht dafür Breuer und die Deutsche Bank verantwortlich. Die Äußerungen Breuers hätten ihn von frischem Geld abgeschnitten, so Kirch. Der Unternehmer hatte die Bank später auf Schadenersatz verklagt. Das Oberlandesgericht München erkannte Kirch im Dezember 2003 grundsätzlich Schadenersatzansprüche gegenüber der Bank zu. Ende 2004 ließ der Bundesgerichtshof allerdings eine Revision gegen dieses Urteil zu.

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