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29.03.2012

10:35 Uhr

Ungarische Tochter

Rückschlag bei Sanierung der BayernLB

Ihre ungarische Tochter trübt die Bilanz der BayernLB. Sie muss über eine halbe Milliarde Euro abschreiben und schreibt Verluste. Selbst nach internationalen Bilanz-Regeln ist der Gewinn um 89 Prozent gesunken.

Die MKB aus Ungarn verhagelt der BayernLB das Ergebnis. dpa

Die MKB aus Ungarn verhagelt der BayernLB das Ergebnis.

MünchenDie Sanierung der BayernLB hat im vergangenen Jahr wegen massiver Probleme der Bank in Ungarn einen Rückschlag erlitten. Die ungarische Tochter MKB führt bei der BayernLB zu Abschreibungen in Höhe von 576 Millionen Euro. Das führte zu einem Verlust der Landesbank von 328 Millionen Euro nach den deutschen Bilanzregeln HGB, die auch für die Rückzahlung von Verbindlichkeiten der Bank relevant sind.

In ihrem Konzernabschluss, den die BayernLB als Großbank nach den internationalen Bilanzierungsregeln IFRS erstellt, weist sie hingegen einen Gewinn nach Steuern von 65 Millionen Euro aus und damit 89 Prozent weniger als im Vorjahr

In ihrem Kerngeschäft kommt die Bank nach Worten von Vorstandschef Gerd Häusler gut voran. „In den Nicht-Kerngeschäftsfeldern haben aber eine Reihe von staatlichen Eingriffen die Fortschritte bei der Sanierung der BayernLB zum Teil konterkariert.“ Häusler sprach von einem „Jahr der zwei Gesichter“ für die BayernLB. Auch für das laufende Jahr zeigte er sich mit Blick auf mögliche weitere staatliche Eingriffe vorsichtig. Im Kerngeschäft erwartet er aber keine größeren Einbrüche.

Der internationale Standard IFRS verlangt eine zeitnahe Bewertung von Werten, während im deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) das kaufmännische Vorsichtsprinzip gilt. Nach den Richtlinien des Handelsgesetzbuches (HGB) muss die Bank Abschreibungen in Millionenhöhe auf ihre ungarische Banktochter MKB vornehmen und dadurch einen Verlust ausweisen. Das führt dazu, dass etwa die Inhaber von Genussscheinen und Stillen Einlagen - also der Freistaat und die Sparkassen - belastet werden.

Zusätzlich zum HGB-Abschluss muss die BayernLB als international aktive Bank aber auch einen Konzernabschluss nach IFRS erstellen, damit sie weltweit vergleichbar ist. Nach diesen Richtlinien muss sie die Buchwertabschreibungen auf die MKB nicht vornehmen - dort steht deshalb ein Gewinn.

Von

dpa

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