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28.03.2012

14:39 Uhr

Unicredit-Tochter

HypoVereinsbank mit fast einer Milliarde Gewinn

Die Hypo Vereinsbank hat das Geschäftsjahr 2011 mit einem Gewinn von 971 Millionen Euro abgeschlossen. Vor allem die angeschlagene italienische Konzermutter Unicredit profitiert von dem guten Ergebnis.

Der Schriftzug der HypoVereinsbank an einer Filiale in München. dapd

Der Schriftzug der HypoVereinsbank an einer Filiale in München.

MünchenDie HypoVereinsbank ist nach massiven Einbußen zum Jahresende 2011 wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Das erste Quartal falle aus derzeitiger Sicht deutlich positiv aus, sagte Vorstandschef Theodor Weimer am Mittwoch in München. Auch für das Gesamtjahr erwartet er trotz der anhaltenden Unsicherheiten ein gutes Ergebnis. „Wir werden uns im Jahr 2012 nicht zu Tode fürchten müssen.“ Im vergangenen Jahr war der Gewinn von 1,7 Milliarden Euro auf 971 Millionen Euro eingebrochen. Damit erwies sich die Bank aber weiterhin als Stütze ihrer italienischen Konzernmutter Unicredit, die am Dienstag einen Verlust von mehr als neun Milliarden Euro gemeldet hatte. 

Bei der HypoVereinsbank lief das Jahr 2011 zweigeteilt: Das erste Halbjahr schloss die Bank mit einem Milliardengewinn ab, in der zweiten Jahreshälfte schrieb sie Verluste. Nach einem Minus von 94 Millionen Euro im dritten Quartal klaffte im vierten Quartal ein Minus von 255 Millionen Euro. „Innerhalb eines Jahres sind wir durch Eiszeit und den Hochsommer gegangen“, sagte Weimer. Verantwortlich für den Einbruch war nach seinen Worten vor allem die Angst durch die Euro-Schuldenkrise. „Wir waren gebeutelt von den Entwicklungen der Märkte.“ Das Handelsergebnis brach im Gesamtjahr um 75 Prozent auf 190 Millionen Euro ein. 

Die Bank verfüge aber weiterhin über eine exzellente Kapitalausstattung und habe keinerlei Liquiditätsprobleme, betonte Weimer. „Wir haben im Jahr 2011 jederzeit ruhig schlafen können - und das ist ja auch gut.“ Bei der Vergabe von Krediten an Firmen sieht der Bankchef keine Einschränkungen. „Es gibt keine Anzeichen für eine Kreditklemme.“ Mit 934 Geschäftsstellen und rund 19.500 Mitarbeitern ist die HypoVereinsbank eine der größten Privatbanken in Deutschland. 

Ihre Vorsorge für den Ausfall von Krediten konnte die HypoVereinsbank 2011 nochmals deutlich um 57 Prozent auf 266 Millionen Euro zurückfahren. Auf diesem historisch niedrigen Niveau werde sie aber voraussichtlich nicht bleiben können, sagte Weimer. Für drohende Verluste aus einem Milliardenkredit für den Windpark Ocean Breeze in der Nordsee musste die HypoVereinsbank wegen Bauverzögerungen ihre Rückstellungen um fast 300 Millionen Euro auf 710 Millionen Euro aufstocken. Trotzdem will Weimer auch weiterhin Projekte für die Energiewende unterstützen. 

Auf einen Verbündeten in der Unicredit-Zentrale in Mailand muss Weimer künftig verzichten: Der frühere HypoVereinsbank-Chef Dieter Rampl tritt als Verwaltungsratschef der italienischen Großbank zurück. Der 64 Jahre alte gebürtige Münchner werde sich künftig auf seine Rolle im Verwaltungsrat der Unicredit-Beteiligung Mediobanca konzentrieren, teilte Unicredit mit. Hintergrund ist ein in einem Monat in Kraft tretendes Gesetz in Italien, wonach Führungskräfte in der Finanzbranche künftig nicht mehr zwei Ämter gleichzeitig ausüben dürfen. Zudem verlässt der frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) das Kontrollgremium von Unicredit.

Rampl steht seit 2005 an der Spitze des Verwaltungsrats. Zuvor hatte er als Vorstandschef der HypoVereinsbank den Zusammenschluss mit der italienischen Großbank in die Wege geleitet. Gerüchte über Rampls Abschied kursierten in Italien schon seit einiger Zeit. Bereits Ende 2010 wurde darüber spekuliert, dass es Differenzen mit dem damals gerade erst bestellten Vorstandschef Federico Ghizzoni gebe.

Von

dpa

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