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27.06.2012

12:57 Uhr

Unter Vorbehalt

EU genehmigt Bankia 19 Milliarden Euro

Die spanische Großbank Bankia erhält eine Liquiditätsgarantie über 19 Milliarden Euro. Doch die EU-Kommission macht Druck: Die Genehmigung gilt nur unter Vorbehalt, die Bank muss gründlich umgebaut werden.

Bankia erhält eine Liquiditätsgarantie über 19 Milliarden Euro. Reuters

Bankia erhält eine Liquiditätsgarantie über 19 Milliarden Euro.

BrüsselDie EU-Kommission hat die Sanierung der angeschlagenen spanischen Großbank Bankia vorläufig genehmigt. Die obersten Wettbewerbshüter Europas gaben am Mittwoch grünes Licht für die Finanzhilfe von 19 Milliarden Euro für das teilverstaatlichte Geldinstitut.

Das Unternehmen hatte vor zwei Jahren bereits 4,5 Milliarden Euro aus dem staatlichen Bankenrettungsfonds FROB erhalten. Diese Beihilfe war laut EU-Kommission in der Form erfolgt, dass der Staat Vorzugsaktien gezeichnet hatte. Brüssel genehmigte nun die Umwandlung der in staatlichem Besitz befindlichen Vorzugsaktien in Eigenkapital. Mit diesem Schritt werde der FROB 100 Prozent an der BFA-Gruppe mit der Tochter Bankia halten, so die EU-Behörde.

Spanische Banken im Herz- und Nierentest

Zwei Szenarien

Die spanische Regierung hat zwei Beratungsunternehmen die Finanzkraft der Banken des Landes unter die Lupe nehmen lassen. Dazu wählten die Berater zwei Szenarien, ein Basisszenario und ein kritisches Szenario.

Basisszenario

Der Kapitalbedarf von Banken richtet sich nach der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Denn läuft die Konjunktur schlecht und steigt die Arbeitslosigkeit ist auch mit geringeren Kreditrückzahlungen zu rechnen. Im Basisszenario ging der spanische Stresstest von folgenden Annahmen aus:

Wachstum: 2012 -1,7 Prozent, 2013 -0,3 Prozent, 2014 0,3 Prozent

Arbeitslosigkeit: 2012 23,8 Prozent, 2013 23,5 Prozent, 2014 23,4 Prozent

Immobilienpreise: 2012 -5,6 Prozent, 2013 -2,8 Prozent, 2014 -1,5 Prozent

Kritisches Szenario

Im kritischen Szenario ging der spanische Stresstest von folgenden Annahmen aus:

Wachstum: 2012 -4,1 Prozent, 2013 -2,1 Prozent, 2014 -0,3 Prozent

Arbeitslosigkeit: 2012 25 Prozent, 2013 26,8 Prozent, 2014 27,2 Prozent

Immobilienpreise: 2012 -19,9 Prozent, 2013 -4,5 Prozent, 2014 -2 Prozent

Die spanische Bankenlandschaft

Marktanteile spanischer Banken (gemessen in Prozent spanischer Vermögenswerte)

Santander (incl. Banesto) 19%
BBVA (incl. UNNIM) 15%
Caixabank (incl. Banca Cívica) 12%
BFA-Bankia 12%
Banc Sabadell (incl. CAM) 6%
Popular (incl. Pastor) 6%
Ibercaja - Caja 3 – Liberbank 4.2%
Unicaja – CEISS 2.7%
Kutxabank 2.6%
Catalunyabanc 2.5%
NCG Banco 2.5%
BMN 2.4%
Bankinter 2.1%
Banco de Valencia 1.0%

Quelle: Oliver Wyman

Die Genehmigung gilt nur für sechs Monate und unter dem Vorbehalt, dass Bankia im Gegenzug einen Sanierungsplan erstellt und der Regierung unterbreitet. Dieser muss dann von Brüssel geprüft und genehmigt werden.

„Es gibt keinen Zweifel daran, dass der Empfänger eine tiefgehende Restrukturierung durchlaufen muss“, betonte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. Wenn Bankia ganz in Staatsbesitz sei, sei es leichter, Entscheidungen zum Umbau zu treffen. Die Rettung von Bankia gilt als die größte staatliche Hilfsoperation für ein Unternehmen in der spanischen Geschichte.

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Kommentare (1)

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Account gelöscht!

27.06.2012, 14:03 Uhr

Was heißt denn hier "vorläufig"?
Die geben unser Steuergeld VORLÄUFIG rechtswidrig da hin und holen es demnächst wieder oder was????
Wir sehen unsere gestohlenen 19 Miliiarden Euro doch NIE wieder!
Was für eine Unverschämtheit!
Das BVerfG prüft gerade, ob diese Transfers überhaupt mit dem GG vereinbar sind, jeder normal denkende Mensch weiß zwar längst, dass das nicht der Fall ist, trotzdem geben diese Politverbrecher schon wieder den nächsten Banken unser Geld.
Die bestehlen uns ganz öffentlich in großem Stil, diese ekelerregenden Drecksä.... und wir Steuerzahler stehen vollkommen machtlos da und müssen warten, bis eines fernen Tages das BVerfG erkennt: ist alles rechtswidrig, aber nun sind die Milliarden eben weg. Pech!

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