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13.05.2016

12:13 Uhr

Unternehmenskredite

Warum die Strafzinsen den Banken zu schaffen machen

VonElisabeth Atzler

Obwohl Kredite für Unternehmen zuletzt teurer geworden sind, bleibt bei den Banken nicht mehr sonderlich viel hängen. Verantwortlich dafür sind die negativen Einlagezinsen der EZB.

Die negativen Einlagezinsen der EZB verhageln den Banken das Geschäft. dpa

EZB-Gebäude in Frankfurt

Die negativen Einlagezinsen der EZB verhageln den Banken das Geschäft.

Frankfurt Auf den ersten Blick könnte man annehmen: So schwierig kann der Umgang mit den Straf- und Nullzinsen für die Banken nicht sein, so mau läuft das Geschäft mit Firmenkunden nicht. Denn Kredite sind teurer geworden. Die Bruttomarge für Kredite mit fünfjähriger Laufzeit an Unternehmen steigen seit einigen Monaten, sie lag Ende März bei durchschnittlich 1,71 Prozent – so hoch wie zuletzt vor fast anderthalb Jahren, wie die Beratungsfirma Barkow Consulting ermittelte.

Noch mehr: Die Bruttomarge zog im ersten Quartal dieses Jahres so stark an wie zuletzt 2012. Alles gut für die Geldhäuser also? Nein. Denn unterm Strich verdienen sie mit Unternehmenskrediten trotzdem nicht mehr. Die Nettomarge ist seit Ende 2015 gesunken. Sie bleibt bei 1,46 Prozent hängen und damit auf einem im langfristen Vergleich niedrigen Niveau, wie das Barkow Consulting Credit Benchmark Model zeigt.

Fintechs in Deutschland (Barkow Consulting)

Finanzierung

Anzahl:130
Venture Capital: 140 Millionen Euro

Proptech

Anzahl:145
Venture Capital: 105 Millionen Euro

Investment

Anzahl:50
Venture Capital: 38 Millionen Euro

Payments

Anzahl:44
Venture Capital: 43 Millionen Euro

Insurtech

Anzahl:52
Venture Capital: 43 Millionen Euro

Accounting

Anzahl:37
Venture Capital: 25 Millionen Euro

Sonstige

Anzahl:33
Venture Capital: 34 Millionen Euro

Bitcoin und Blockchain

Anzahl:11
Venture Capital: 10 Millionen Euro

Gastro

Anzahl:7
Venture Capital: 30 Millionen Euro

Finanzaggregation

Anzahl:6
Venture Capital: 36 Millionen Euro

Online-ID

Anzahl:8
Venture Capital: 4 Millionen Euro

API/Banking

Anzahl:12
Venture Capital: 1 Millionen Euro

Spenden

Februar 2016: 5
Februar 2015: 5

Quelle

Quelle: Comdirect-Analyse, basierend auf Barkow Consulting 'FinTech Money Map' (veröffentlicht am 17. November 2016)
Investitionen beziehen sich auf die ersten drei Quartale 2016


Der Grund dafür: Die Banken refinanzieren sich teurer als zuvor. Für die Berechnung dieser Kosten verwendet Barkow einen Refinanzierungsmix aus Einlagen von Unternehmen, unbesicherten Bankanleihen, Pfandbriefen und Ausleihungen bei der Europäischen Zentralbank (EZB).

Vor allem Firmeneinlagen verteuern die Refinanzierung: Die Banken müssen selbst einen negativen Einlagenzins von minus 0,4 Prozent zahlen, wenn sie kurzfristig Geld bei der EZB parken. Die Notenbank hatte im März die Leitzinsen wurden auf null gesenkt und die Strafzinsen für Banken erhöht. Mit dem negativen Einlagenzins will die EZB die Kreditvergabe im Euro-Raum ankurbeln.

Einen Strafzins geben Kreditinstitute zwar oft auch ihre Firmenkunden weiter, aber nicht die kompletten minus 0,4 Prozent. Im März betrug der Zins für frische Einlagen von Firmen mit maximal einjähriger Laufzeit durchschnittlich minus 0,03 Prozent. Anders als Einlagen privater Kunden verwenden Banken die Einlagen ihrer Firmenkunden nicht dazu, langfristige Kredite zu vergeben. Allerdings wagen es die Geldhäuser bisher nicht, Strafzinsen auch von Privatkunden zu verlangen. Oftmals gibt es auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto aber gar keine Zinsen mehr.

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