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15.01.2013

13:02 Uhr

US-Aufsichtsbehörden

JP Morgan wird auf die Finger geklopft

Die US-Großbank ist von US-Aufsichtsbehörden dazu verdonnert worden, mehr Kontrollen einzuführen. Besonders bei der Buchprüfung und der Vergütung der Top-Manager muss JP Morgan binnen 60 Tagen nachbessern.

Ein Mann betritt eine JP Morgan Chase Filiale. Die Bank muss nun stärkere Kontrollen einführen. ap

Ein Mann betritt eine JP Morgan Chase Filiale. Die Bank muss nun stärkere Kontrollen einführen.

Die New Yorker Großbank JP Morgan muss auf Anweisung der US-Aufsichtsbehörden ihre Risikokontrollen verbessern und die Vergütungspraktiken für Top-Manager umstellen. Damit ziehen die Behörden Konsequenzen aus der fehlgeschlagenen Wette auf Derivate, die im vergangenen Jahr zu Verlusten von mehr als 6,2 Mrd. Dollar bei JP Morgan führte.

Die Federal Reserve fand Mängel bei den Risikokontrollen, den Verlust-Modellen und in der Buchprüfung sowie im Verfahren, wie der Verwaltungsrat über Probleme informiert wird. Sowohl die Notenbank als auch das Office of the Comptroller of the Currency teilten der Bank mit, welche Veränderungen sie verlangen.

Soviel Bonus Zahlen die größten US-Banken

Goldman Sachs

Die Banker von Goldman Sachs erhielten im Gesamtjahr 2012 pro Kopf 399.506 Dollar. Der Bonustopf wuchs im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf 12,9 Milliarden Dollar. Die Bank zählt 32.400 Angestellte.

Quelle: Bloomberg

JP Morgan

Die Großbank verteilte 11,3 Milliarden Dollar an 52.151 Mitarbeiter. Dafür ergibt sich für das Jahr 2012 Monate ein Bonus von 216.928 Dollar pro Kopf. Der Bonustopf ist um drei Prozent kleiner als im Vorjahr. JP Morgan betreibt neben dem Investment-Banking aber auch andere Bankgeschäfte.

Morgan Stanley

Die Investmentbank Morgan Stanley hat für das Jahr 2012 für die Bezahlung der Investmentbanker 6,65 Milliarden Dollar aufgewendet. Das sind 7,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Wie viele Mitarbeiter im Investment-Banking tätig sind, teilt die Bank nicht mit. Der Gehaltsaufwand der gesamten Bank belief sich 2012 insgesamt auf 15,6 Milliarden Dollar, das sind 4,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Beschäftigten liegt bei insgesamt 55.358 – zehn Prozent weniger als Ende 2011.

Unter anderem muss JP Morgan die Kontrolle im Handel und insbesondere im Chief Investment Office (CIO) verschärfen. Darüber hinaus müssen Systeme verstärkt werden, die Kunden von Geldwäsche abhalten sollen.

Die Fed gab der Bank 60 Tage Zeit, um Pläne für eine Verbesserung von Kontrollen und Risikomanagement sowie der internen Buchprüfung und den Finanzfunktionen vorzulegen. Zudem muss die Vergütung für Top-Manager derart geändert werden, dass negative Risiken und Kontrollmängel berücksichtigt werden.

Es sind die ersten Sanktionen, die Aufsichtsbehörden gegen JP Morgan nach den fehlgeschlagenen Wetten des „Londoner Wals“ Bruno Iksil, einem Händler der Bank in London, verhängt haben. Für die Aktionäre waren damit zeitweilig Shareholder-Value- Verluste von bis zu 51 Mrd. Dollar verbunden.

Andere US-Behörden, darunter die Börsenaufsicht SEC und die Bundespolizei FBI führen ebenfalls Untersuchungen durch. In Großbritannien ermittelt die Finanzaufsicht FSA.

JP Morgan legt am Mittwoch dieser Woche das Ergebnis für das vierte Quartal vor. Der Aufsichtsrat wird dem Vernehmen nach am heutigen Dienstag darüber entscheiden, ob dann auch ein interner Untersuchungsbericht der Bank veröffentlicht wird. In diesem Bericht werden Top-Manager, darunter Bankenchef Jamie Dimon, 56, der frühere Finanzvorstand Doug Braunstein, 52, und die frühere Leiterin des Chief Investment Office Ina Drew, 56, dafür kritisiert, die Händler in Großbritannien unzureichend kontrolliert zu haben. Das berichteten zwei Personen, die über die Vorgänge informiert sind.

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