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16.07.2014

14:28 Uhr

US-Bank in Schieflage

Bank of America kommt nicht auf die Beine

Die Vergangenheit holt die Bank of America ein: Aufgrund dubioser Kreditgeschäfte geriet die Bank ins Visier der US-Behörden und musste tief in die Tasche greifen. Das belastet die Bilanz des zweiten Quartals.

Bank of America: Die Vergangenheit holt das größte Geldhaus der USA ein. dapd

Bank of America: Die Vergangenheit holt das größte Geldhaus der USA ein.

CharlotteNeuerliche Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten sowie geringere Einnahmen im Hypotheken-Geschäft belasten die Bank of America. Der Nettogewinn stürzte im zweiten Quartal um 43 Prozent auf rund zwei Milliarden Dollar ab, wie das zweitgrößte Geldhaus der USA am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten der Bank deutlich mehr zugetraut. Im vorbörslichen US-Handel fielen Bank-of-America-Aktien um ein Prozent. Zuletzt hatten mit JPMorgan und Goldman Sachs führende US-Institute die Markterwartungen übertroffen.

Die Sonderlasten für Rechtsstreitigkeiten summierten sich im abgelaufenen Quartal auf vier Milliarden Dollar - fast neun Mal soviel wie im Jahr zuvor. Unter anderem einigte sich die Bank auf einen Vergleich mit dem US-Versicherer AIG, der nun 650 Millionen Dollar bekommt. Das beendet den jahrelangen Zwist um den Verkauf von verbrieften Hypotheken-Wertpapieren. Vielen Banken wird vorgeworfen, Kunden vor Ausbruch der Finanzkrise 2007 nicht angemessen über die Risiken dieser Papiere informiert zu haben.

Welche Finanzfirmen für US-Sanktionsverstöße büßen mussten

Verstoß kann teuer werden

Vor BNP Paribas hat die US-Justiz schon eine ganze Reihe an Finanzkonzernen wegen Verstößen gegen Sanktionen gegen Staaten wie den Iran zur Kasse gebeten. Eine Übersicht.

Deutsche Börse (November 2013)

Die Deutsche Börse zahlt 152 Millionen Dollar, weil ihre Tochter Clearstream bei Wertpapierübertragungen eingefrorenes Geld illegalerweise in den Iran überwiesen haben soll.

Standard Chartered (2012)

Mehrere US-Behörden verdonnern die britische Bank Standard Chartered im Jahresverlauf zur Zahlung von insgesamt 667 Millionen Dollar wegen unerlaubter Geschäfte mit dem Iran.

ING (Juni 2012)

Der niederländische Finanzkonzern ING zahlt 619 Millionen Dollar wegen Geschäften mit Iran und Kuba.

RBS (Mai 2010)

Die Royal Bank of Scotland zahlt 500 Millionen Dollar für Geschäfte der übernommenen niederländischen ABN Amro mit dem Iran, Libyen, dem Sudan, Kuba und anderen sanktionierten Staaten.

Credit Suisse (Dezember 2009)

Die Schweizer Credit Suisse büßt mit 536 Millionen Dollar für Geschäfte mit dem Iran und anderen Staaten.

Lloyds (Januar 2009)

Die britische Bank Lloyds zahlt 350 Millionen Dollar wegen Verstößen gegen Iran- und Sudan-Sanktionen.

Die Bank of America hat zur Bereinigung ihrer Altlasten bereits mehr als 50 Milliarden Dollar aufgebracht. Momentan ist das Institut in Verhandlungen mit dem US-Justizministerium. Auch hier geht es um Wertpapiere, die mit Hypotheken besichert waren. Insidern zufolge peilt die Bank einen Vergleich über zwölf Milliarden Dollar an, während die Behörden auf 17 Milliarden bestehen.

Trotz der neuerlichen Sonderlasten zeigte sich Bank-of-America-Chef Brian Moynihan zufrieden mit der Quartalsbilanz. Die Wirtschaft erhole sich zunehmend, sagte er. "Die Konsumenten geben mehr Geld aus, und immer mehr Firmenkunden wenden sich an uns, um Geschäftsexpansionen oder Übernahmen zu finanzieren."

Die Bank of America schnitt zudem im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen vergleichsweise gut ab. Zum Vorjahresquartal legten die Einnahmen hier um fünf Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar zu. Bei den meisten Konkurrenten hatte es zuletzt deutliche Rückgänge gegeben.

Von

rtr

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