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01.10.2013

10:47 Uhr

US-Banken

Auch Wells Fargo entschädigt Freddie Mac

780 Millionen Dollar kostet die US-Großbank Wells Fargo die Beilegung ihres Streits mit dem Hypothekenfinanzierer Freddie Mac. Auch die Citigroup hatte ihren Streit mit der verstaatlichten Freddie-Mac-Gruppe beigelegt.

In der Finanzkrise musste die Freddie-Mac-Group verstaatlicht werden. Reuters

In der Finanzkrise musste die Freddie-Mac-Group verstaatlicht werden.

New YorkNach der Citigroup legt auch die US-Großbank Wells Fargo ihren Streit mit dem Hypothekenfinanzierer Freddie Mac bei. Wells Fargo wird in diesem Zusammenhang 780 Millionen Dollar überweisen, wie das Institut aus San Francisco am Montagabend mitteilte. Die Einigung sei bereits am 27. September erzielt worden. Der Betrag sei durch Reserven gedeckt, so das viertgrößte Geldhaus des Landes.

Vergangene Woche hatte die Citigroup - die Nummer drei in den USA - der in der Finanzkrise verstaatlichten Freddie-Mac-Gruppe 395 Millionen Dollar zugesagt. In beiden Fällen geht es um Ansprüche nach dem Verkauf von Hypotheken, die sich später als faul erwiesen, weil die Schuldner ihre Darlehen nicht begleichen konnten. Viele Finanzierungen brachen mit dem Crash auf dem US-Häusermarkt 2007 von einem Tag auf den anderen zusammen. Strittig ist meist, ob vor dem Verkauf falsche Angaben zu den Hypotheken oder auf ihnen basierenden Wertpapieren gemacht wurden.

Die dramatischen Wochen nach der Lehman-Pleite

15. September 2008

Der „schwarze Montag“ der Wall Street: Die Investmentbank Lehman Brothers, die wie andere Institute wegen des Engagements in zweitklassigen US-Immobilienkrediten Milliarden Dollar Abschreibungen verbucht, muss Insolvenz anmelden. Ihr Konkurrent Merrill Lynch wird von der Bank of America aufgekauft. Die Lehman-Pleite erschüttert das Vertrauen in der Finanzbranche, der Kreditmarkt friert praktisch ein. Die Börsen stürzen ab.

17. September

Die US-Notenbank rettet den Versicherungsriesen AIG mit einem Kredit von 85 Milliarden Dollar.

19. September

Die US-Regierung kündigt ein 700 Milliarden Dollar schweres Rettungspaket für die Finanzbranche an.

21. September

Die beiden letzten unabhängigen US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley verzichten auf ihren Sonderstatus und werden zu gewöhnlichen Geschäftsbanken.

25. September

Die größte US-Sparkasse Washington Mutual bricht zusammen und wird von der Großbank JPMorgan Chase aufgefangen.

29. September

Für den deutschen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate wird ein 35 Milliarden Euro schweres Rettungspaket geschnürt.

30. September

Die irische Regierung beschließt eine etwa 400 Milliarden Euro schwere Garantie für alle Einlagen bei den sechs großen Banken des Landes, die als Folge der Finanzkrise an den Rand des Zusammenbruchs geraten. Die Verschuldung Irlands wie in anderen Euro-Ländern steigt enorm.

5. Oktober

Die Bundesregierung verkündet eine Komplettgarantie für private Einlagen. Das Rettungspaket für die Hypo Real Estate muss von 35 auf 50 Milliarden Euro aufgestockt werden. Später wird die HRE verstaatlicht, für ihre Rettung hat die Bank zeitweise Garantien von mehr als 100 Milliarden Euro erhalten.

7. Oktober

Islands Ministerpräsident Geir Haarde warnt vor einem „Staatsbankrott“ und übernimmt die Kontrolle über das Bankensystem.

8. Oktober

Sechs große Notenbanken senken gemeinsam die Leitzinsen. Die Panik an den Börsen können sie nur kurz eindämmen.

13. Oktober

Die Bundesregierung stellt ein Banken-Rettungspaket im Volumen von 500 Milliarden Euro vor. Frankreich präsentiert einen 360 Milliarden Euro schweren Hilfsplan. Viele EU-Länder schnüren ebenfalls Notpakete.

21. Oktober

Die Landesbank BayernLB will als erste Bank auf das Paket zugreifen. Sie braucht 6,4 Milliarden Euro frisches Kapital und wird später mit weiteren Milliarden gestützt.

3. November

Die Commerzbank - das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut - sowie die Landesbanken HSH Nordbank und WestLB greifen auf das staatliche Rettungspaket zu.

5. November

Die Bundesregierung beschließt ein rund 12 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket. Damit sollen Investitionen von 50 Milliarden Euro angestoßen und eine Million Jobs gesichert werden. Später folgt ein zweites Konjunkturpaket.

13. November

Deutschland ist offiziell in der Rezession: Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte in zwei Quartalen in Folge. 2009 wird zum schwersten Krisenjahr für Deutschland und die Weltwirtschaft seit dem Zweiten Weltkrieg. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands stürzt um 4,7 Prozent ab.

15. November

Ein Treffen der G20-Staaten in Washington macht einen ersten Vorstoß für eine Reform des Weltfinanzsystems. Gut zwei Jahre nach dem Fast-Zusammenbruch des System wird im November 2010 auf dem G20-Gipfel in Seoul schärfere Kontrolle der Banken auf den Weg gebracht. Geldinstitute rund um den Globus müssen in den nächsten Jahren Milliardenbeträge für eine bessere Risikovorsorge aufbringen. Die Reform des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird beschlossen, der eine Art Feuerwehr in Finanzkrisen bilden soll. Über weitergehende weltweite Finanzreformen hält der Streit an.

Von

rtr

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