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18.10.2013

18:44 Uhr

US-Banken

Die Party ist vorerst vorbei

VonNils Rüdel, Frank Wiebe

Haushaltsstreit, Rätseln über die Notenbank Fed, schwaches Wachstum: Wie das dritte Quartal gezeigt hat, verderben die vielen Risiken den US-Geldhäusern das Kapitalmarktgeschäft. Glück hat, wer sein Geld anders verdient.

Die US-Banken machen derzeit wieder schlechtere Geschäfte. AFP

Die US-Banken machen derzeit wieder schlechtere Geschäfte.

New YorkNach einer durchwachsenen Woche für die Wall-Street-Banken sorgte immerhin Morgan Stanley am Ende noch für etwas gute Laune. Die New Yorker Investmentbank hat im dritten Quartal kräftig zugelegt, kräftiger noch als von Analysten erwartet. Damit konnte sie auch gegen den übermächtigen Konkurrenten auftrumpfen, Goldman Sachs. Das erfolgsverwöhnte Investmenthaus hatte am Donnerstag enttäuscht.

Das Ergebnis „spiegelt unsere Fortschritte wider, das Unternehmen gut für die Zukunft aufzustellen“, sagte Morgan-Stanley-Chef James Gorman am Freitag bei der Vorlage der Zahlen. Im Vergleich zum Minus von rund einer Milliarde Dollar wegen Sondereffekten im Vorjahreszeitraum konnte das Institut nun einen Gewinn von knapp 0,9 Milliarden Dollar vorweisen. Die Einnahmen legten von 5,3 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal auf 7,9 Milliarden zu. Grund sind vor allem gute Geschäfte im Aktienhandel und in der Vermögensverwaltung, mithin das Ergebnis einer umfassenden Umstrukturierung.

Damit konnte Morgan Stanley einen negativen Branchentrend ausgleichen, der auch die Investmentbank erfasst hat: Der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen (FICC). Dieser Geschäftsbereich brach bei Morgan Stanley um 44 Prozent ein, genauso wie bei Goldman. Die Citigroup verlor dort 26 Prozent, die Bank of America 20. Etwas weniger dramatisch ging es bei der nach Vermögenswerten größten US-Bank aus: JP Morgan büßte 8 Prozent ein.

Für reine Investmentbanken wie Goldman, so zeigt das dritte Quartal, ist die große Party also erst einmal vorbei. Und es zeigt, wie stark die Branche von den Kapitalmärkten abhängig ist. Demgegenüber standen Banken mit eher traditionellem Geschäftsmodell auch im dritten Quartal gut da. So konnte etwa Wells Fargo aus San Francisco die Folge der Rekordgewinne abermals verlängern.

Als Gründe für die Schwäche im Investmentbanking nennen Analysten die Unwägbarkeiten durch den nur vorübergehend gelösten Haushaltsstreit in Washington, das weiter schwache Wachstum in Europa, vor allem aber die Unsicherheit bei Investoren über den künftigen Kurs der US-Notenbank Fed. Die Zentralbanker hatten zunächst den Eindruck erweckt, ab September die lockere Geldpolitik zu zügeln, dann aber überraschend einen Rückzieher gemacht.  

Die zehn größten Banken der Welt

Platz 10

Platz zehn belegt die China Construction Bank, seit dem Jahr 2005 werden an der Hongkonger Börse Aktien der CCB im Wert von mehr als 8 Milliarden Dollar gehandelt.

Bilanzsumme: 2241 Mrd. US-Dollar

Platz 9

Darauf folgt die Bank of America, deren Ursprünge auf die im Jahr 1784 gegründete Bank of Massachusetts zurückgehen. Sie ist somit die zweitälteste Bank der USA.

Bilanzsumme: 2258,5 Mrd. US-Dollar

Platz 8

Die JP Morgan Chase & Co. ist, gemessen an der Bilanzsumme von mehr als 2,3 Billionen US-Dollar, die größte Bank der USA.

Bilanzsumme: 2359,1 Mrd. US-Dollar

Platz 7

Die britische Großbank Barclays wurde 2011 in einer an der ETH Zürich veröffentlichten Studie als einflussreichstes Unternehmen der Weltwirtschaft bezeichnet.

Bilanzsumme: 2420,6 Mrd. US-Dollar

Platz 6

Crédit Agricole mit Sitz in Paris ist auch durch seine Tätigkeit als Sponsor des Radsportteams Crédit Agricole weltweit bekannt.

Bilanzsumme: 2431,4 Mrd. US-Dollar

Platz 5

Die MUFG entstand 2005 aus dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen Mitsubishi Tokyo Financial Group (MTFG) und UFJ Holdings, Herzstück des Konzerns ist die Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ.

Bilanzsumme: 2488,8 Mrd. US-Dollar

Platz 4

BNP Paribas entstand 2000 durch die Fusion der Banque Nationale de Paris (BNP) und der Paribas. Zusammen mit der Société Générale und dem Crédit Lyonnais gehört sie zu den drei alten Geschäftsbanken Frankreichs.

Bilanzsumme: 2517,1 Mrd. US-Dollar

Platz 3

Die Deutsche Bank mit Sitz in Frankfurt am Main ist das nach Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl größte Kreditinstitut Deutschlands und unterhält bedeutende Niederlassungen in London, New York City, Singapur und Sydney.

Bilanzsumme: 2655,7 Mrd. US-Dollar

Platz 2

Zweiter ist die Bank HSBC, die ihren Sitz in London hat und somit die größte Bank Europas ist.

Bilanzsumme: 2692,5 Mrd. US-Dollar

Platz 1

Die ICBC ist, gemessen an der Bilanzsumme, nicht nur die größte Bank der VR China, sondern auch die größte Bank der Welt.

Bilanzsumme: 2813,5 Mrd. US-Dollar

„Die Ergebnisse des dritten Quartals zeigen, dass die Kunden weniger aktiv waren“, sagte auch Goldman-Chef Lloyd Blankfein bei der Vorlage der Zahlen. Er hofft, dass nach der Einigung in Washington Firmen und Investoren wieder optimistisch sind „und damit das Fundament für eine nachhaltige Erholung legen“. Goldman hatte für das dritte Quartal einen Rückgang der Erlöse von 8,4 auf 6,7 Milliarden Dollar gemeldet. Der Gewinn ging leicht auf 1,5 Milliarden einigermaßen stabil – jedoch nur deshalb, weil das Unternehmen bei den Boni sparte.

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