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02.10.2012

06:49 Uhr

US-Banken

JP Morgan hat Ärger mit der Justiz

VonNils Rüdel

Die Task Force der US-Regierung zum Immobilienmarkt zeigt Zähne: Montag reichte sie eine Klage gegen Großbank JP Morgan ein. Pünktlich zum TV-Duell, bei dem sich Präsident Obama als Banken-Bändiger empfehlen wird.

JP Morgan ist eine Betrugsklage ins Haus geflattert. Reuters

JP Morgan ist eine Betrugsklage ins Haus geflattert.

New YorkDie Wildwest-Zeit auf dem amerikanischen Immobilienmarkt liegt inzwischen Jahre zurück, doch die Banken werden noch heute immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt. Am späten Montagabend traf es JP Morgan Chase: Das nach Vermögenswerten größte US-Institut hat einmal mehr Ärger mit der New Yorker Justiz. Das berichteten mehrere US-Medien.

Es geht um die Investmentbank Bear Stearns, die im Jahr 2008 von JP Morgan übernommen wurde. Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman wirft der Bank in einer Zivilklage vor, sie und ihre Kreditabteilung EMC Mortgage hätten zwischen 2005 und 2007 Investoren bei Hypothekenpapieren getäuscht. Unter anderem sollen sie falsche Angaben über die Qualität der Hauskredite gemacht haben, die sie zuvor verpackt hatten. Die Folge: Die Käufer erlitten teils „riesige Verluste“.

Die Klage bezieht sich nicht auf einen einzelnen Deal, wie bei den meisten anderen gegen Banken vorgebrachten Verfahren im Zusammenhang mit der Immobilienkrise. Der Staatsanwalt unterstellt dem Institut viel mehr, dass die beantstandeten Praktiken Usus gewesen seien und viele Geschäfte beträfen. Eine Schadenssumme wurde nicht genannt.

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Schneiderman ist Co-Chef der erst im Januar vom US-Justizministerium gegründete Task Force aus Staatsanwälten und Regulierern, die Fehlverhalten von Banken im Zuge der Immobilienkrise untersucht. US-Präsident Barack Obama hatte den Plan für das Gremium mit dem offiziellen Titel „Residential Mortgage-Backed Securities Working Group“ im Herbst bei seiner Rede zur Lage der Nation angekündigt.

Die Klage gegen JP Morgan ist nun deren erste Aktion gegen ein größere US-Institut. Der Zeitpunkt fällt zusammen mit dem ersten TV-Duell von Obama und seinem Herausforderer Mitt Romney am Mittwoch. Dort könnte sich Obama nun besser als Bändiger der Wall Street darstellen, mutmaßte die „New York Times“. Obama hatte auch ein umfangreiches Regelwerk zur Neuordnung der Finanzmärkte auf den Weg gebracht, den so genannten Dodd-Frank-Act. Romney hat angekündigt, die Gesetze im Fall eines Wahlsiegs zurückzunehmen.

Auf Anfragen wollte sich der Strafverfolger nicht zu den Berichten äußern. Ein Sprecher von JP Morgan wies die Beschuldigungen zurück. Er kritisierte Staatsanwalt Schneiderman dafür, dass dieser die Klage eingereicht habe, ohne der Bank vorher Gelegenheit zu einer Stellungnahme zu geben. Im Übrigen seien die Vorwürfe nicht neu. Tatsächlich sind deswegen schon anderweitig Klagen anhängig.
Wenn Schneiderman nun mit seiner Klage vom Montag Erfolg haben sollte, könnte dies als eine Art Blaupause für Aktionen gegen weitere Banken dienen, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf die Strafverfolger.

Seit der Finanzkrise laufen bereits zahlreiche Betrugsklagen, meist von Investoren, die sich getäuscht fühlen. Welche Folgen öffentliche Vorhaltungen wie jetzt bei JP Morgan haben können, hatte vor zwei Jahren die Investmentbank Goldman Sachs zu spüren bekommen. Die US-Börsenaufsicht SEC hatte ihr vorgeworfen, ebenfalls beim Verkauf von Hypothekenpapieren falschgespielt zu haben. Über Wochen stand das Institut in der Kritik. Am Ende zahlte Goldman in einem Vergleich 550 Millionen Dollar, um den Fall zu den Akten legen zu können.

Mit Material von dpa

Kommentare (4)

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lichtderaufrechten

02.10.2012, 08:11 Uhr

Die privaten Banken sind die Götter der heutigen
Welt. Staaten und Völker sind von ihnen Versklavt
und müssen Zahlen. Kanzlerkandidaten wie Steinbrück
werden von ihnen inthronisiert und die Demokratie
ad absurdum geführt.
Ihre Macht wird ihnen von gekauften Politikern
geliefert (Bankerlaubnis). Ihre Fehlentscheidungen
müssen vom Bürger bezahlt werden(bail out).
Nur wenn sie sich gegenseitig bescheißen
ist Knartsch im Olymp.
Die Zinseszinsautomatik und die Geldschöpfung
aus dem Nichts in Narrenhand führt uns an einen
Abyss totaler und völliger Zerstörung.

Private Banken haben in einer rationalen, demokratischen
Welt den Status von Raubmördern und keinerlei
Existenzberechtigung.

Account gelöscht!

02.10.2012, 08:34 Uhr

So ist es! Das ist wahre Aufklärung und gehört als Thema in jede Schule!!!

ArmesDeutschland

02.10.2012, 10:58 Uhr

Nicht nur Steinbrück wird inthronisiert, viele unserer so genannten "Bundeskanzler" wurden dies schon bisher. Wenn man die Bilderbergerteilnehmer anschaut, dann fällt auf, dass seit Henoch Kohn (=Kohl) JEDER Kanzler dabei war. Man sieht also : BRD(-Verwaltung) ist nicht gleich zu setzen mit "Deutsche Regierung"!
(Lesenswert: http://www.luebeck-kunterbunt.de/TOP100/Kohl_Jude.htm)
Wenn also von zwei Parteien jeweils einer bei den Bilderbergern auf Kurs getrimmt wird, ist es also völlig gleich, wer "Kandesbunzler" wird - der Kurs wird "stimmen" und die Herde hat die Illusion der Wahl.
Unsere so genannten Politiker dienen daher natürlich nicht unserem Volk, sie dienen dem Geld der oben genannten.
Im Prinzip machen sie ihre Arbeit also tadellos und man hätte keine besseren in diese Posten heben können - vorausgesetzt die Aufgabe lautet, den Karren an die Wand zu fahren.
Dass die jeweiligen Volksverräter also in den jeweiligen Regierungen zu finden sind, beweist sich damit von selber.
Solange wir dem Mammon folgen, laufen wir ihnen wie eine Herde Schafe hinter her und das Ende der Reise ist die Schlachtbank.
Lösung: Zurück zu Sachwerten, zum Tauschhandel, zur möglichst breiten Selbstversorgung (evt. Vernetzung mit ergänzenden anderen Talenten), weitest gehende Konsumverweigerung und Vermeidung von Steuerabgaben. So gespartes übrig werdendes so genanntes Geld, in Nahrungsvorräte und Silber anlegen.
Mal sehen was Mafia-Schäuble dann macht, wenn das immer mehr Leute tun.
Bin gespannt, wann mein Kommentar entfernt wird...

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