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19.01.2012

13:56 Uhr

US-Banken mit Quartalszahlen

Bank of America kehrt in Gewinnzone zurück

Die Nummer zwei der amerikanischen Banken ist im vierten Quartal in die Gewinnzone zurück gekehrt. Die Bank of America verdiente im Schlussquartal rund zwei Milliarden Euro. Morgan Stanley musste einen Verlust hinnehmen.

Bank of America in New York: US-Banken unter Druck. AFP

Bank of America in New York: US-Banken unter Druck.

New YorkDie Bank of America hat im vierten Quartal einen Gewinn von zwei Milliarden Dollar verzeichnet. Der verwässerte Gewinn je Aktie habe bei 0,15 Dollar gelegen, teilte das US-Finanzinstitut am Donnerstag mit. Analysten hatten im Schnitt mit diesem Ergebnis gerechnet. Der Problemfall unter den US-Großbanken konnte dieses Ergebnis nicht nur dank milliardenschwerer Verkäufe - etwa von Anteilen an der China Construction Bank - erreichen.

Im Vorjahreszeitraum hatte bei der Bank of America noch ein Fehlbetrag von 1,2 Milliarden Dollar zu Buche geschlagen. Die Einnahmen beliefen sich im vierten Quartal auf 24,9 Milliarden Dollar. Die Abschreibungen betrugen netto 4,05 Milliarden Dollar.

Allerdings leidet auch die Bank of America unter den Turbulenzen auf den internationalen Kapitalmärkten angesichts der Schuldenkrise. Die Investmentbanking-Sparte Merrill Lynch lag im Minus. Erleichterung gab es dagegen im Privatkundengeschäft, in dem die Kreditnehmer ihre Raten wieder zuverlässiger zahlen.

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Ein milliardenschwerer Vergleich mit einem Anleiheversicherer belastet das Institut.

„Wir gehen stärker und effizienter ins Jahr 2012 hinein“, sagte Bankchef Brian Moynihan am Donnerstag in New York. Der Manager hatte einen groß angelegten Umbau angestoßen, bei dem auch 30.000 Jobs wegfallen. Die Anleger waren von den Zahlen angetan, da sie über den Erwartungen lagen. Vorbörslich stieg die Aktie um mehr als vier Prozent.

Die Bank of America leidet – ebenso wie Konkurrent Citigroup – unter den Nachwehen der Finanzkrise. Die Nummer zwei der Branche ist in unzählige teure Rechtsstreitigkeiten verheddert. Weil Anleger fürchten, diese könnten noch teurer werden, war die Aktie der Bank im vergangenen Jahr mit gut 58 Prozent Minus das Schlusslicht im Dow Jones. Mit Spannung erwarten Analysten Antworten auf die Frage, wie das Management damit umgehen wird.

Um die Kapitalbasis zu stärken, hatte das Management zuletzt den Verkauf weiterer Vermögenswerte erwogen. Das Geldhaus denke über entsprechende Schritte nach, da es seinen Rivalen bei der Erfüllung neuer Kapitalvorschriften hinterherhinke, hieß es in Bankenkreisen. Die Bank könnte sich etwa wie die Konkurrentinnen von ihren Back-Office-Aktivitäten in Indien trennen. Möglich sei auch der Verkauf von Immobilien.

Wie die Bank of America um die Zukunftsfähigkeit kämpft

Verkauf von Anteilen an chinesischer Großbank

Am 29. August hat die Bank of America den Verkauf von Anteilen an der China Construction Bank für rund 8,3 Milliarden Dollar (5,7 Milliarden Euro) angekündigt. Sie nutzte die erste Gelegenheit nach dem Ende der Haltefrist, um einen Teil der Aktien zu Geld zu machen und verdiente damit 3,3 Milliarden Dollar. So gewaltig war die Summer aber nicht - angesichts eines Rekordverlusts der größten US-Bank von 8,8 Milliarden Dollar im zweiten Quartal des vergangenen Jahres.

Beteiligung von Investor Buffett

Erst am 26. August hatte die Nachricht vom Einstieg des legendären Investors und Milliardärs Warren Buffett mit fünf Milliarden Dollar die Anleger überrascht - und beruhigt.

Jobabbau

Bank-Chef Brian Moynihan hatte angekündigt, jedes Quartal 1,5 Milliarden Dollar einzusparen. Allein im dritten Quartal bis Ende September sollten 3500 Stellen wegfallen. Der laufende Umbau des Geldhauses könnte insgesamt sogar über 10.000 Beschäftigte den Job kosten, das wäre mehr als jede 30. Stelle.

Warum die Bank of America Sorgen macht

Die Bank of America hatte in der Finanzkrise Countrywide übernommen. Das erwies sich jedoch als schwerer Fehler, weil der Immobilienfinanzierer Kredite viel zu lax vergeben hatte. Hausbesitzer können nun reihenweise ihre Raten nicht mehr zahlen und frühere Geschäftspartner von Countrywide verlangen Schadenersatz. Deshalb muss sich die Bank of America mit massiven Verlusten herumschlagen und ist der zurzeit größte Sorgenfall unter den US-Kreditinstituten.

Vergleich wackelt

Wegen des milliardenschweren Hypothekenvergleichs der Bank of America formiert sich immer mehr Widerstand. Am 29. August reichte auch die US-Einlagensicherheitsbehörde FDIC beim US-Bezirksgericht in Manhattan Beschwerde gegen das Abkommen ein. Die Bank of America will den 22 institutionellen Investoren die Rekordsumme von 8,5 Milliarden Dollar zahlen, um Rechtsstreitigkeiten aus dem Weg zu räumen, die auf Countrywide zurückgehen.

Die gesamte Branche steht in den USA unter erheblichem Druck. Erst gestern hatte Goldman Sachs einen Gewinneinbruch von rund 60 Prozent verkündet. Alle Banken reagieren mit Sparmaßnahmen auf die Lage: Sie kündigten die Streichung von über 60.000 Stellen an, wie die Beratungsfirma Challenger, Gray & Christmas ermittelt hat.

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