Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.03.2017

20:11 Uhr

US-Finanzaufseher

Fed winkt Banken-„Testamente“ durch

Laut der US-Notenbank Fed sind die amerikanischen Geldhäuser ausreichend auf mögliche Pleitefälle vorbereitet. Vier ausländischen Banken gibt die Notenbank für das Erarbeiten eines angemessenen Plans ein Jahr Aufschub.

Die „Testamente“ sollen für die übrige Finanzwelt eine risikolose Abwicklung im Falle des eigenen Zusammenbruchs sicherstellen. dpa

US-Notenbank

Die „Testamente“ sollen für die übrige Finanzwelt eine risikolose Abwicklung im Falle des eigenen Zusammenbruchs sicherstellen.

WashingtonUS-Finanzaufseher sehen die einheimischen Großbanken ausreichend für Pleitefälle gerüstet. An den „Testamenten“, mit denen die Institute eine für die restliche Finanzwelt risikolose Abwicklung im Fall des eigenen Zusammenbruchs sicherstellen sollen, sei nichts auszusetzen. Das teilten die Regulierer von der US-Notenbank Fed am Freitag mit. Vier ausländische Geldhäuser, darunter die Deutsche Bank, erhalten ein Jahr Aufschub.

Das größte deutsche Finanzhaus muss das „Testament“ nun wie die Rivalen Credit Suisse und UBS aus der Schweiz sowie Barclays aus Großbritannien bis Juli 2018 einreichen. Die Behörden hätten den Instituten Richtlinien gegeben, um ihnen bei der Verbesserung ihrer Notfallpläne zu helfen, hieß es in der Mitteilung der Fed. Von den 16 auf Krisenfestigkeit geprüften US-Banken fanden die Aufseher nur bei Northern Trust Mängel, die das Institut bis Jahresende beheben soll.

US-Notenbank: Fed-Führungsmitglied drängt auf Bilanzabbau

US-Notenbank

Fed-Führungsmitglied drängt auf Bilanzabbau

Ein Mitglied der Führungsriege der US-Notenbank Fed drängt auf einen baldigen Bilanzabbau. Neel Kashkari hatte sich zuvor bereits gegen eine Zinserhöhung ausgesprochen, weil er den Abbau der Bilanzen für wichtiger hält.

Die „Testamente“ waren eine Reaktion auf die letzte große Finanzkrise, als der Crash der Investmentbank Lehman Brothers 2008 die Weltwirtschaft erschütterte. Erstmals hatten die Behörden 2012 detaillierte Pläne zur eigenen Abwicklung von den Geldinstituten eingefordert. Allerdings gibt es regelmäßig Probleme - in der Vergangenheit wurden Banken häufig für unausgereifte Ideen gerügt. Dennoch hat US-Präsident Donald Trump jüngst ein Dekret erlassen, das zu einer erneuten Entfesselung der Finanzinstitute führen könnte.

Mit Gesetzesreformen sollte nach der Krise sichergestellt werden, dass Bankenrettungen nicht mehr den Steuerzahlern zur Last fallen. Systemrelevante Institute, die so groß sind, dass ihr Kollaps das ganze System gefährdet - sind im Zuge der Finanzkrise auch in Deutschland und Europa ein großes Thema gewesen. Als „Too Big to Fail“ („Zu groß zum Scheitern“) gelten Firmen, deren Insolvenz die Volkswirtschaft mit höheren Kosten belasten würde als ihre Rettung.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×