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14.03.2017

12:15 Uhr

US-Geschäft der Deutschen Bank

Neuer Chef in Übersee?

Die Deutsche Bank hat einen Nachfolger für den amtierenden US-Chef Bill Woodley gefunden. Künftig soll der Chef des globalen Aktienhandels die Geschäfte des größten deutschen Geldhauses in den USA leiten.

In den USA hatte die Deutsche Bank lange mit Rechtsstreitigkeiten zu kämpfen und verlor dort Marktanteile. Reuters, Sascha Rheker

Filiale der Deutschen Bank in New York

In den USA hatte die Deutsche Bank lange mit Rechtsstreitigkeiten zu kämpfen und verlor dort Marktanteile.

FrankfurtDie Deutsche Bank besetzt den Posten des US-Chefs neu. Nachfolger von Bill Woodley werde in den kommenden Wochen Thomas Patrick, der bisher den globalen Aktienhandel verantwortet, sagten mehrere mit dem Personalwechsel vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Die Deutsche Bank lehnte einen Kommentar ab.

Patrick wird wie zuvor Woodley an Konzernchef John Cryan berichten. Denn Deutschlands größtes Geldhaus hatte Anfang März erklärt, Cryan übernehme die oberste Verantwortung für die Geschäfte in den USA. Bislang war Firmenkundenvorstand Jeff Urwin für die USA zuständig gewesen. Im Rahmen der neuen Strategie wird er die Bank aber verlassen. In den USA hat die Deutsche Bank noch immer mit einigen Rechtsstreitigkeiten zu kämpfen, auch wenn einige große Fälle mittlerweile beigelegt sind, und hatte Marktanteile verlor. Das Institut strebt weiter eine starke Präsenz in den USA an, will nach den Worten von Cryan aber ihren „Fußabdruck“ dort etwas reduzieren.

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Im Handelsblatt-Interview hatte Cryan am vergangenen Freitag gesagt, dass die Deutsche Bank sich gegen einen eigenen US-Vorstand entschieden hätte, „weil es in dieser Rolle vor allem darum geht, das wichtige Verhältnis zu den amerikanischen Aufsichtsbehörden zu pflegen“. Er kenne die US-Behörden schon sehr lange, verstehe die dortigen Regeln und müsse ohnehin sehr häufig in den USA sein, sagte Cryan. „In diesem Jahr habe ich ungefähr ein Viertel meiner Zeit dort verbracht. Das wird wohl auch in Zukunft so sein.“

Der Deutsche-Bank-Chef umriss die US-Strategie wie folgt: „Im Fondsgeschäft und in der privaten Vermögensverwaltung wollen wir in den USA wachsen, und auch unser Zahlungsverkehr ist nur dann relevant, wenn wir im Dollar-Raum ein großer Spieler sind.“ Das Gleiche gelte für die Beratung von Unternehmen bei der Ausgabe von Aktien und Bonds. „Und wir stehen auch zu unserem amerikanischen Kapitalmarktgeschäft, werden aber ebenso wie in anderen Regionen noch genauer prüfen, was wir in welchem Umfang anbieten.“

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