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14.04.2014

17:01 Uhr

US-Großbank

Citigroup trotzt Widrigkeiten am Finanzmarkt

In der Finanzkrise gehörte die Citigroup zu denjenigen Banken, die der Staat retten musste. Mittlerweile verdient das Wall-Street-Haus wieder Milliarden und schneidet sogar besser als der Marktführer JPMorgen Chase ab.

Das Logo der Citibank in New York. Der Gewinn der drittgrößten US-Bank nahm um vier Prozent zu. dpa

Das Logo der Citibank in New York. Der Gewinn der drittgrößten US-Bank nahm um vier Prozent zu.

New YorkAnders als US-Bankenprimus JPMorgan Chase hat die Citigroup einen guten Start ins Jahr erwischt. Der Finanzkonzern aus New York steigerte seinen Gewinn im ersten Quartal überraschend auf unterm Strich 3,9 Milliarden Dollar (2,8 Mrd Euro). Das waren etwa 4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten angesichts ungemütlicher Bedingungen an den Finanzmärkten mit einem schlechteren Abschneiden gerechnet.

„Obwohl das Quartal schwierig war für unser Unternehmen, haben wir starke Ergebnisse abgeliefert“, erklärte Bankchef Michael Corbat am Montag. Die Bank profitierte vor allem davon, dass sie Rückstellungen für faule Kredite auflösen konnte, denn die Kunden zahlen ihre Raten wieder zuverlässiger seitdem die US-Wirtschaft angesprungen ist. Zudem gingen die Verluste der hauseigenen „Bad Bank“ zurück, in der die Citigroup in der Finanzkrise ihre Problemgeschäfte geparkt hatte.

Die Anleger waren zufrieden: Die Aktie stieg vorbörslich um etwa 4 Prozent. Noch am Freitag hatte JPMorgan Chase die Wall Street mit einem Gewinnrückgang schwer enttäuscht und auf die Stimmung gedrückt. Auch die Kurse von Deutscher Bank und Commerzbank waren gefallen.

Die Branche bekommt den allmählichen Ausstieg der US-Notenbank Fed aus der ultralockeren Geldpolitik zu spüren. Damit ebbt die Flut des billigen Geldes ab. Insbesondere das lange boomende Geschäft mit Anleihen leidet darunter. Zudem sinkt angesichts wieder steigender Zinsen die Zahl der Refinanzierungen bei Hauskrediten. Die Erträge - die gesamten Einnahmen - schrumpften in der Folge auch bei der Citigroup auf 20,1 Milliarden Dollar. Allerdings betrug der Rückgang nur vergleichsweise moderate 1 Prozent.

Hohe Geldbußen für Banken

Einleitung

Für manipulierte Zinsen, fragwürdige Beratung bei Krediten oder für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte haben schon viele Banken mit hohen Summen büßen müssen. Einige Beispiele für Strafen im Zusammenhang mit Fehlverhalten von Finanzriesen.

Juli 2010

Die US-Investmentbank Goldman Sachs wendet eine Betrugsklage der US-Börsenaufsicht mit Zahlung einer Strafe von 550 Millionen US-Dollar ab. Die Börsenaufsicht SEC beschuldigte Goldman Sachs, Investoren bei einem komplexen Finanzgeschäft unzureichend informiert zu haben, darunter auch die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB.

Mai 2012

Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Dezember 2012

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilt, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an US-, britische und Schweizer Behörden.

Januar 2013

Die Bank of America überweist insgesamt mehr als zehn Milliarden Dollar an den staatlich gestützten Hausfinanzierer Fannie Mae, um Streitigkeiten bei Hypotheken-Deals aus der Welt zu schaffen. In einem anderen Fall müssen das Geldhaus und neun andere Finanzfirmen wie JPMorgan Chase oder die Citigroup mit zusammen 8,5 Milliarden Dollar für fehlerhafte Hauspfändungen geradestehen.

August 2013

Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

September 2013

Das Debakel um einen 6,2 Milliarden US-Dollar hohen Spekulationsverlust hat für die größte US-Bank JP Morgan Chase ein teures juristisches Nachspiel. Mehrere Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien haben nach Angaben der US-Notenbank Fed Strafen über insgesamt rund 920 Millionen Dollar gegen das Institut verhängt.

Oktober 2013

Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

November 2013

JP Morgan Chase büßt mit 13 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) für fragwürdige Hypotheken-Geschäfte. Die führende US-Bank hatte sich nach wochenlangem Tauziehen mit dem US-Justizministerium und anderen staatlichen Stellen auf diese Summe geeinigt. Es ist der bisher größte Vergleich mit einem einzelnen Unternehmen in der amerikanischen Geschichte.

Dezember 2013

Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Der Staat hatte die Citigroup in der Finanzkrise retten müssen. Die Bank galt danach lange als Sorgenkind der Branche und machte auch zuletzt noch Negativschlagzeilen. Die Fed untersagte ihr im Rahmen des jährlichen Stresstests die geplante Aufstockung von Dividende und Aktienrückkauf. Die Fed begründete dies unter anderem mit Defiziten in der Vorhersage der Bank, wie sich das globale Geschäft in einem Krisenfall entwickeln würde. Deshalb soll die Citigroup ihr Kapital lieber zusammenhalten.

Bankchef Corbat baut das Haus vor diesem Hintergrund weiter um und trennt sich von Problemfeldern. Zudem ist wie bei nahezu allen US-Großbanken allgemeines Sparen angesagt. Die Zahl der Mitarbeiter fiel im Laufe eines Jahres von 257.000 auf 248.000.

Die Citigroup besitzt genauso wie JPMorgan Chase ein klassisches Spar- und Kreditgeschäft sowie ein starkes Investmentbanking. Neben dem Heimatmarkt ist der Finanzkonzern vor allem in Lateinamerika und Asien stark. Aus dem Privatkundengeschäft in Europa hat sich die Citigroup in Teilen zurückgezogen; sie besitzt jedoch noch ein großes Geschäft mit Firmenkunden in der Region.

Von

dpa

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