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18.01.2011

14:17 Uhr

US-Großbank

Citigroup verfehlt die Erwartungen deutlich

Der Staat ist bei der Citigroup nicht mehr an Bord. Nun muss die US-Großbank allein klarkommen. Im vierten Quartal ist ihr das längst nichtz so gut gelungen wie erwartet. Zwar ist die Citigroup auf dem weg der Besserung. Der Gewin nvon 1,3 Milliarden Dollar liegt aber weit unter den Prognosen.

Die Citigroup ist auf einem guten Weg. Quelle: ap

Die Citigroup ist auf einem guten Weg.

asd/HB NEW YORK. Im Dezember hat die US-Regierung ihre verbleibenden 2,4 Milliarden Stammaktien verkauft, die einem Anteil von sieben Prozent an der amerikanischen Großbank entsprachen. Damit hat die Rettung der Citigroup dem amerikanischen Steuerzahler einen Gewinn von rund zwölf Milliarden Dollar eingebracht.

Der Schritt war sowohl für Citi-Chef Vikram Pandit als auch für US-Präsident Barack Obama ein Erfolg. In der Finanzkrise hatte kaum jemand für möglich gehalten, dass die umfangreichen Rettungsmaßnahmen am Ende noch einen Gewinn für den Steuerzahler abwerfen könnten. Bei den Kongresswahlen im November wurde der Präsident für seine umfangreichen Hilfen für die Wall Street scharf kritisiert. Die Opposition warf ihm vor, in der Wirtschaftskrise den mächtigen Banken geholfen zu haben, aber nicht den Normalbürgern.

Zwei Mal musste das Institut von Vorstandschef Pandit Staatsgeld in Anspruch nehmen - und zwar so viel wie keine andere Bank. Im September 2008, kurz nach der Insolvent der Investmentbank Lehman Brothers, stützte die Regierung die Bank mit 25 Milliarden Dollar und erhielt im Gegenzug Vorzugsaktien. Im Januar kamen noch einmal 20 Milliarden Dollar hinzu. Zudem erhielt die Regierung Vorzugsaktien in Höhe von weiteren 7,1 Milliarden Dollar, weil sie sich bereit erklärte, für bestimmte Verluste der Bank gerade zu stehen. Einen Teil der Gelder hatte Citi bereits Ende 2009 mit Zinsen zurückgezahlt, der Rest war in Aktien umgewandelt worden, die Stück für Stück verkauft wurden. Die Regierung hielt einst rund 36 Prozent an Citi.

Pandit sieht künftige Wachstumschancen für seine Bank vor allem außerhalb der USA. Derzeit reist er durch Afrika und kündigte an, das Geschäft dort weiter auszubauen. Vor allem beim Investment-Banking wolle das Institut führend sein. Auch für China hat der Citi-Chef große Pläne. In den nächsten drei Jahren will die drittgrößte Bank der USA ihre Filialen dort auf rund 100 verdreifachen. Entsprechend soll auch die Zahl der Mitarbeiter auf rund 12 000 verdreifacht werden.

Zu Hause sind jedoch längst noch nicht alle Probleme gelöst. Branchenkenner gehen davon aus, dass der Hypothekenskandal in den USA sowie die Finanzreform, die Krise in Europa und die Eigenkapitalregeln nach Basel III die Bank weiter belasten könnten - so wie viele andere Institute auch. Analysten von Nomura Equity Research warnten am Dienstag, die Ratingagenturen könnten ihre Bewertungen für die Citgroup ebenso wie die Bank of America und Morgan Stanley im nächsten Jahr herunterstufen. Pandits Bank war in den ersten drei Quartalen 2010 profitabel und hat in dieser Zeit einen Nettogewinn von 9,3 Milliarden Dollar erzielt.

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