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01.10.2013

13:22 Uhr

US-Großbank

Hypotheken-Vergleich von JP Morgan in Gefahr

Die sich abzeichnende Einigung von JP Morgan mit der Regierung im Hypotheken-Streit wackelt. Fraglich ist, inwieweit die US-Bank für Altlasten des in der Krise übernommenen Rivalen Washington Mutual aufkommen muss.

In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass JP Morgan vor einer Zahlung von etwa elf Milliarden Dollar steht, um Rechtsstreitigkeiten um Hypothekengeschäfte beizulegen. Reuters

In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass JP Morgan vor einer Zahlung von etwa elf Milliarden Dollar steht, um Rechtsstreitigkeiten um Hypothekengeschäfte beizulegen.

New YorkDie sich abzeichnende milliardenschwere Einigung von JP Morgan mit mehreren Regierungsstellen im Hypotheken-Streit wackelt. Das sagten mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters in der Nacht zum Dienstag. Im Mittelpunkt steht demnach ein Streit um die Frage, inwieweit die größte US-Bank auch für Altlasten des in der Krise übernommenen Rivalen Washington Mutual aufkommen muss. JP Morgan wolle die Strafzahlungen entsprechend reduzieren. Der Einlagensicherungsfonds FDIC sträube sich bislang dagegen, weil er dann am Ende auf einem Teil der Verluste sitzenbleiben würde, so die Insider. JP Morgan und der FDIC lehnten eine Stellungnahme zu den Reuters-Informationen ab.

In der vergangenen Woche war aus Finanzkreisen bekanntgeworden, dass JP Morgan vor einer Zahlung von etwa elf Milliarden Dollar steht, um zahlreiche Rechtsstreitigkeiten um Hypothekengeschäfte beizulegen. Die Summe sei noch nicht fix. Sieben Milliarden Dollar seien bislang als Strafe vorgesehen, weitere vier Milliarden gingen als finanzielle Entschädigung direkt an Kunden. Die Bank selbst hat sich dazu bislang nicht geäußert.

Die empfindlichsten Strafen für Banken

Hohe Bußgelder

Geldwäsche oder Libor-Skandal – vielen Finanzhäusern drohen hohe Geldbußen. Eine Übersicht, wer schon happige Strafen zahlen musste.

Barclays

Die britische Bank Barclays hatte sich im Juni bereit erklärt rund 470 Millionen Dollar zu zahlen, um die Libor-Untersuchungen in Großbritannien und in den USA beizulegen.

Barclays II

Die US-Energiemarktaufsicht FERC forderte im Juli 2013 von der britischen Bank Barclays eine Rekordstrafe von 453 Millionen Dollar. Die Behörde warf dem Bankhaus vor, in den Jahren 2006 bis 2008 den Strommarkt manipuliert zu haben. Vier Barclays-Händler hätten die Preise am Strommarkt künstlich gedrückt, um am Derivatemarkt mit Wetten gegen steigende Strompreise abzusahnen.

Goldman Sachs

Die US-Bank stimmte einem 500 Millionen Dollar schweren Vergleich mit der US-Aufsicht SEC zu. Die SEC hatte der Großbank vorgeworfen, ein auf faulen Krediten basierendes Finanzprodukt in dem Moment aufgelegt zu haben, als der Immobilienmarkt in den USA abzustürzen begann.

ABN Amro

Die niederländische Bank ABN Amro zahlte wegen des Verstoßes gegen Iran-Sanktionen 500 Millionen Dollar.

Credit Suisse

Die Crédit Suisse muss wegen Verstoßes gegen Iran-Sanktionen 536 Millionen Dollar Strafe zahlen.

ING

Die niederländische ING zahlte 619 Millionen Dollar. Sie soll für kubanische und iranische Kunden Milliarden durch das US-Finanzsystem geschleust haben.

Standard Chartered

Die britische Bank geriet wegen ihrer Iran-Geschäfte ins Visier der New Yorker Finanzaufsicht DFS. Fast zehn Jahre lang soll fast zehn Jahre lang gegen die Sanktionen verstoßen haben und Geschäfte mit dem Iran abgewickelt haben. Die Bank hat die Vorwürfe zwar vehement abgestritten, dann stimmten die Briten doch einer Zahlung von 340 Millionen Dollar zu. Außerdem schloss die Bank einen Vergleich mit der US-Notenbank Fed, dem US-Justizministerium und der Staatsanwaltschaft Manhattan und zahlt noch einmal 330 Millionen Dollar, insgesamt also insgesamt 670 Millionen Dollar.

Royal Bank of Scotland

Die Royal Bank of Scotland zahlte eine Strafe von 500 Millionen Dollar. Sie soll über die niederländische Bank ABN Amro Geld für Kunden aus dem Iran, Libyen und Syrien gewaschen haben. Für die Verwicklung in den Libor-Skandal zahlt die Bank 615 Millionen Dollar an die Behörden in den USA und Großbritannien.

HSBC

Die Großbank hatte über Jahre hinweg mexikanischen Drogenbossen und saudi-arabischen Terrorfinanzierern bei der Geldwäsche geholfen. Die US-Behörden verdonnerten die Bank zu einer Strafe von rund 1,9 Milliarden Dollar.

UBS

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen des Libor-Skandals insgesamt Strafen in Höhe von 1,16 Milliarden Euro (1,4 Milliarden Franken) an Behörden in den USA, Großbritannien und der Schweiz. Die Strafzahlungen führen dazu, dass die UBS im vierten Quartal 2012 einen Reinverlust von bis zu 2,5 Milliarden Franken verbucht. Zudem zahlt die Bank 780 Millionen Dollar Strafe wegen Beihilfe zum Steuerbetrug.

UBS II

Im Juli 2013 einigt sich die Schweizer Großbank UBS mit US-Behörden, einen Streit über Hypothekenpapiere beizulegen. Die Vorwürfe beziehen sich auf das Jahr 2008. Die UBS zahlt 885 Millionen Dollar, ohne eine Schuld anzuerkennen.

Großvergleich in den USA

Mehrere Banken in den USA stimmten Anfang des Jahres einem mehr als 25 Milliarden Dollar schweren Vergleich zu. Zu den Finanzhäusern zählen Ally Financial, Bank of America, Citigroup, JP Morgan Chase sowie Wells Fargo. Bei dem Vergleich geht es um Forderungen aus Hypothekenkrediten.

(Quelle: eigene Recherche, Stand Dezember 2012)

JP Morgan werden - wie vielen anderen Großbanken auch - Tricksereien beim Verkauf von Wertpapieren und Immobilien-Krediten vor der Finanzkrise zur Last gelegt. Nachdem der US-Häusermarkt kollabiert war, wurden die meisten mit Hypotheken besicherten Wertpapiere wertlos und brockten ihren Besitzern hohe Verluste ein. Viele von ihnen machten danach Schadenersatz geltend, weil sie sich bewusst getäuscht sahen.

Von

rtr

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