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16.05.2012

10:19 Uhr

US-Großbank

Justizministerium ermittelt gegen JP Morgan

Der Milliardenschaden durch den Handel mit komplexen Finanzprodukten ist für JP Morgan längst nicht mehr nur ein finanzielles Problem. Abgesehen vom immensen Imageschaden hat sicht jetzt auch die Justiz eingeschaltet.

Trübe Stimmung bei JP Morgan. AFP

Trübe Stimmung bei JP Morgan.

TampaZur Aufklärung des Milliardenverlusts der US-Großbank JP Morgan hat das US-Justizministerium eine vorläufige Untersuchung eingeleitet. Die Bundespolizei FBI in New York habe sich des Falls angenommen, sagte ein Mitarbeiter der Justizbehörden der Nachrichtenagentur AP.

In der vergangenen Woche hatte JP Morgan mitgeteilt, durch den Handel mit komplexen Finanzprodukten zwei Milliarden Dollar (etwa 1,54 Milliarden Euro) verloren zu haben. JPMorgan-Chef Jamie Dimon hatte sich danach mehrfach für den Verlust entschuldigt, die Leiterin der Investmentsparte, Ina Drew, war Anfang der Woche zurückgetreten.

Bereits seit gestern untersucht auch die US-Notenbank Federal Reserve, ob das Geldhaus an anderer Stelle vergleichbare Risiken eingeht. Zudem wolle die Fed feststellen, ob die Einbußen Folgen für das Risikomanagement der größten US-Bank hätten, sagte eine Notenbank-Sprecherin am Montag. Zugleich betonte sie, dass JPMorgan in einem Stress-Test-Szenario noch größere Verluste verkraftet hätte.

JP Morgan hatte mit hochriskanten Wetten mindestens zwei Milliarden Dollar verloren. Der Fall hat die Aufsichtsbehörden auf den Plan gerufen. Einem Insider zufolge sollen am Dienstag Vertreter der wichtigsten US-Regulierungsbehörden zusammenkommen, um über finale Formulierungen bei der sogenannten Volcker-Regel zu beraten. Bei dem regulär angesetzten Termin solle es um mögliche Konsequenzen aus dem Handelsskandal gehen, sagte eine mit den Plänen vertraute Person.

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Ab dem 21. Juli dürfen US-Banken und Institute mit amerikanischen Töchtern nicht mehr mit eigenem Geld zocken. Die Volcker-Regel - benannt nach dem ehemaligen US-Notenbankchef Paul Volcker - soll verhindern, dass die Geldhäuser wie vor der Finanzkrise 2008 massiv Risiken anhäufen. US-Präsident Barack Obama erklärte, der Skandal belege die Notwendigkeit der Wall-Street-Reformen.

Unterdessen erklärte eine Anwaltskanzlei, sie habe bei einem Gericht in Manhattan eine Klage gegen JPMorgan und mehrere Vertreter der Bank wegen des Handelsverlustes und den Auswirkungen auf den Aktienkurs eingereicht.

Kommentare (1)

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16.05.2012, 12:29 Uhr

..Ihr Chef Jamie Dimon ist einer der gierigsten und verantwortungslosester Banker, die wir haben ...

sollte es eigentlich heissen.
Was passiert mit der Ina Drew eigentlich? Jeder Mensch (ausser Politiker und Banker) müssen sich verantworten.

Was ist mit den Funkes, Nonnemachers, Middelhofs und Ron Sommers???

Gehts eigentlich noch???

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