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07.08.2013

10:23 Uhr

US-Großbank

Klage gegen JP Morgan wegen überhöhter Aluminiumpreise

Wucher- und Kartellvorwürfe gegen JP Morgan: Ein Hersteller von Aluminiumprodukten hat Klage gegen die US-Großbank eingereicht. Sie soll überhöhte Preise verlangt haben. JP Morgan hält die Klage für „gegenstandslos“.

JP Morgan wurde wegen überhöhter Aluminiumpreise verklagt. AFP

JP Morgan wurde wegen überhöhter Aluminiumpreise verklagt.

SingapurEs ist bereits die zweite Klage gegen US-Großbanken wegen umstrittener Geschäfte mit Metallen binnen einer Woche: In den USA müssen sich nun auch JPMorgan und der Rohstoffhändler Glencore wegen angeblich überhöhter Preise für Aluminium vor Gericht verantworten. Ein Hersteller von Aluminium-Fensterrahmen aus Florida sowie ein „Konsument von Dosengetränken“ reichten am Dienstag eine Klage ein, die auch die US-Investmentbank Goldman Sachs sowie die Londoner Metallhandelsbörse LME, die ein weltweites Netz von Lagerhäusern verwaltet, umfasst. Ihnen wird Wucher sowie die Beteiligung an einem Kartell vorgeworfen. Goldman Sachs und JPMorgan wiesen die Anschuldigungen zurück.

„Wir halten diese Klage für gegenstandslos“, sagte ein Goldman-Sprecher. Er verwies darauf hin, dass das Leichtmetall derzeit 40 Prozent billiger sei als zu den Rekordpreisen vor sieben Jahren. Ein JPMorgan-Sprecher sagte, es gebe keine Schlangen vor den Metall-Lagern. Glencore und die Muttergesellschaft der LME lehnten eine Stellungnahme ab. Der Druck auf die Banken, die eigene Lagerstätten betreiben, hat sich zuletzt deutlich erhöht. Aufsichtsbehörden leiteten Untersuchungen ein, aus der Politik kam scharfe Kritik an dem Geschäftsmodell. Erst vergangene Woche reichte ein Aluminium-Verarbeiter Klage gegen Goldman und die LME wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens ein. Daraufhin ermöglichte Goldman den Alu-Kunden einen sofortigen Zugang zu den Lagern.

Klage eingereicht: Aluminium bringt Goldman Sachs Ärger

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Die mögliche Beeinflussung des Aluminiummarkts durch die US-Großbank Goldman Sachs beschäftigt ein Gericht. Gegen die Bank und eine Metallbörse ist Klage eingereicht worden. Der Vorwurf: Verstoß gegen Wettbewerbsrecht.

Kunden werfen den Banken schon länger vor, die Wartezeiten künstlich zu verlängern, um höhere Preise zu erzielen und um höhere Mieten für die Lagerhaus-Betreiber zu erreichen. Zum Teil müssen sie bis zu ein Jahr lang warten, bis sie die Waren erhalten. Das soll nach Berechnungen der Brauerei MillerCoors die Verbraucher pro Jahr drei Milliarden Dollar gekostet haben. Andere Vorwürfe lauten, dass die Banken dank ihrer Lager an Insider-Wissen über die Entwicklung auf dem Rohstoffmarkt gelangen könnten. Angesichts des wachsenden Regulierungsdrucks hatte JPMorgan erst kürzlich seinen Rückzug aus dem Handel mit physischen Rohstoffen angekündigt.

Von

rtr

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