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01.03.2016

13:42 Uhr

US-Großbank

Trump-Fans müssen draußen bleiben

Weil ein Banker von Goldman Sachs Geld für die Kampagne von Donald Trump gespendet hatte, beurlaubte ihn das Geldinstitut jetzt. Auch mit einer Trump-Kappe will der Mann den umstrittenen Republikaner unterstützen.

Der Goldman-Banker Luke Thorburn hat den Spruch markenrechtlich schützen lassen. PR

Make Christianity Great Again

Der Goldman-Banker Luke Thorburn hat den Spruch markenrechtlich schützen lassen.

New York/DüsseldorfLuke Thorburn scheint ein frommer Mann zu sein. Zumindest will er die Frömmigkeit gern nach außen tragen, am besten mit dem Spruch „Make Christianity Great Again“. Der Spruch ähnelt dem Wahlkampfslogan des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump „Make America Great Again“. Und das ist kein Zufall.

Der Goldman Banker Thorburn hatte die Kampagne Trumps im zweiten Halbjahr 2015 zweimal mit insgesamt 534,58 Dollar unterstützt. Das zeigen Daten der Federal Election Commission, einer Aufsichtsbehörde für die Präsidentschaftswahlen in den USA. Mit seiner Unterstützung der Präsidentschaftskandidatur des milliardenschweren Bauunternehmers steht der Banker unter seinen Kollegen allein da.

Zudem hatte Thorburn am 23. Januar den Slogan „Make Christiantiy Great Again“ markenrechtlich schützen lassen. Ganz so wie bei Trumps bekannten Wahlspruch werden auch von der vermeintlich frommen Version rote und blaue Mützen im Netz verkauft – für je knapp 20 Dollar.

Die größten US-Banken (nach Bilanzsumme)

Platz 10

State Street

227 Milliarden Euro


Stand: Anfang November 2015. Quelle: Bloomberg, EU-Kommission

Platz 9

PNC Financial

285 Milliarden Euro

Platz 8

BoNY Mellon

318 Milliarden Euro

Platz 7

US Bancorp

333 Milliarden Euro

Platz 6

Morgan Stanley

662 Milliarden Euro

Platz 5

Goldman Sachs

708 Milliarden Euro

Platz 4

Wells Fargo

1394 Milliarden Euro

Platz 3

Citigroup

1523 Milliarden Euro

Platz 2

Bank of America

1739 Milliarden Euro

Platz 1

JP Morgan

2127 Milliarden Euro

Bei Goldman kam das offenbar nicht gut an: Nachdem die „New York Times“ in der vergangenen Woche über Thorburn, Goldman Sachs und die Verflechtungen mit Trumps Präsidentschaftskampagne berichtet hatte, stellte die Bank ihren Angestellten zur Rede. Der habe unschlüssig geantwortet, berichtet ein Insider. Die Konsequenz: Goldman hat Thorburn, der bislang in der Vermögensverwaltung gearbeitet hat, auf „administrative leave“ gestellt – sprich beurlaubt.

Ohnehin passt der Ausreißer nicht zu den bisherigen politischen Spenden der Bank: Bislang haben die Banker den ehemaligen Gouverneur Floridas Jeb Bush mit hunderttausenden Dollars unterstützt. Nachdem dieser seine Kandidatur zurückzog, genießt nun Marco Rubio ihre Unterstützung. Bis zum Ende der vergangenen Woche spendeten Goldman-Banker für Rubios Kampagne knapp 200.000 Dollar. Die Kandidatur der Demokratin Hillary Clinton erhielt mehr als 94.000 Dollar. Zur Erinnerung: Thorburns Trump-Spende belief sich auf 534,58 Dollar.

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