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11.01.2013

16:14 Uhr

US-Großbank

Wells Fargo meldet Rekordgewinn

Die US-Großbank Wells Fargo schwingt sich von einem Rekordgewinn zum nächsten. Die Filialbank profitiert von einer Erholung am amerikanischen Häusermarkt. Der Erfolg dürfte auch Großeigner Warren Buffett freuen.

Wells Fargo legt als erste US-Großbank zahlen für das Jahresschlussquartal 2012 vor. dapd

Wells Fargo legt als erste US-Großbank zahlen für das Jahresschlussquartal 2012 vor.

San FranciscoDie US-Großbank Wells Fargo erzielt einen Rekordgewinn im vierten Quartal. Das Geldhaus aus San Francisco verdient unterm Strich 5,09 Milliarden Dollar. Im Vorjahreszeitraum fuhr die Bank einen Gewinn von 4,11 Milliarden Dollar ein. Das entspricht einem Zuwachs von 24 Prozent. Die Bank übertrifft damit die Erwartungen der Analysten. In dem Ergebnis ist eine Zahlung von 644 Millionen Dollar enthalten, die Wells Fargo im Zuge eines insgesamt 8,5 Milliarden Dollar schweren Vergleichs mehrerer Banken an Opfer von Zwangsversteigerungen überweist.

Für das Gesamtjahr meldet die Bank einen Zuwachs beim Nettogewinn um 19 Prozent auf 18,9 Milliarden Dollar. Der Umsatz kletterte um sechs Prozent gegenüber 2011 auf 86,1 Milliarden Dollar. Die nach Börsenwert führende Bank der USA profitierte unter anderem auch von niedrigeren Refinanzierungskosten. Trotz des Rekordgewinns büßte die Aktie 1,6 Prozent ein. Anleger hatten offenbar ein besseres Ergebnis erwartet. Zudem verschlechterten sich die Margen der Bank.

Das Geldhaus von der US-Westküste greift damit die Position von JP Morgan als profitabelste Geschäftsbank der USA an. Wells Fargo betreibt das größte Netz an Bankfilialen in den USA. Wells-Fargo-Vorstandschef John Stumpf sagte, 2012 sei ein „herausragendes Jahr“ für die Bank gewesen. Er begründete das gute Ergebnis mit dem Zuwachs im Geschäft mit Hauskrediten.

Die Kalifornier hatten in der Finanzkrise den Rivalen Wachovia übernommen und waren damit zum größten Kreditgeber für Wohnimmobilien in den USA aufgestiegen. Ein Drittel aller Immobiliendarlehen stammt inzwischen von Wells Fargo. Das Institut betreibt vor allem klassisches Spar- und Kreditgeschäft. Was fehlt, ist ein starkes Investment-Banking wie bei der Konkurrenz von der Wall Street.

Die Top-Investmentbanken der USA 2012

Rang 10

Auf Rang zehn der Top-Investmentbanken der USA rangiert Evercore Partners. Das Haus betreute 2012 Fusionen und Übernahmen im Wert von 93,3 Milliarden Dollar.

Quelle: Mergermarket

Rang 9

Unternehmenskäufe und Zusammenschlüsse im Wert von 101,9 Milliarden Dollar begleitete die UBS.

Rang 8

Die Bank of America Merrill Lynch betreute Transaktionen im Wert von 149,8 Milliarden Dollar.

Rang 7

Immerhin den siebten Rang im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen in den USA erreichte 2012 die Deutsche Bank mit einem betreuten Volumen von 159,8 Milliarden Dollar.

Rang 6

Den sechsten Rang in den USA erreichte die britische Bank Barclays mit einem Volumen von rund 164 Milliarden Dollar.

Rang 5

Die Credit Suisse betreute Deals in Höhe von 172,3 Milliarden Dollar – Rang 5.

Rang 4

Den vierten Platz erobert die Citigroup mit betreuten Transaktionen über 189,6 Milliarden Dollar.

Rang 3

Platz drei der Top-Investmentbanken 2012 in den USA erreicht Morgan Stanley mit einem Volumen von 201,6 Milliarden Dollar.

Rang 2

Den zweiten Platz im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen erringt JP Morgan mit 216,8 Milliarden Euro Transaktionsvolumen.

Rang 1

Die Spitzenposition bei Fusionen und Übernahmen in den USA erreichte 2012 Goldman Sachs. Die Banker betreuten Deals über 274 Milliarden Dollar.

Bereits im dritten Quartal hatte Wells Fargo wegen der besseren Entwicklung am Hypothekenmarkt einen um 22 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar gestiegenen Nettogewinn gemeldet. Mike Loughlin, der für das Risikomanagement von Wells Fargo verantwortlich ist, sprach damals von einer Erholung des Häusermarktes und einer „verbesserten finanziellen Situation von Unternehmen und Verbrauchern“.

Der amerikanische Häusermarkt hatte im Zentrum der Finanzkrise vor rund fünf Jahren gestanden. Nach einem seit dem Jahr 2006 anhaltenden Rückgang haben sich die Häuserpreise seit Anfang des Jahres wieder leicht erholt. Zur Nachfrage nach Hypotheken trägt auch die lockere Geldpolitik der amerikanischen Notenbank bei.

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