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13.04.2011

15:53 Uhr

US-Großbanken

JP Morgan setzt hohe Maßstäbe für die Rivalen

VonNils Rüdel, Rolf Benders

JP Morgan hat den Nettogewinn im ersten Quartal um rund 70 Prozent gesteigert. Den Milliardengewinn sehen Experten als ermutigendes Signal auch für die anderen US-Großbanken. Doch es gibt auch einige Unsicherheiten.

Flagge von JP Morgan an einem Bürogebäude in New York. Quelle: dapd

Flagge von JP Morgan an einem Bürogebäude in New York.

New YorkJamie Dimon festigt seinen Ruf als König der Wall Street. Der Chef der US-Großbank JP Morgan Chase, der sein Institut so gut wie kein zweiter durch die Finanzkrise gesteuert und den Konjunkturaufschwung genutzt hat, kann auch für das erste Quartal 2011 Erfolge melden.

Das Nettoergebnis stieg deutlich auf 5,6 Milliarden Dollar (Vorjahreszeitraum: 3,3 Milliarden), wie die Bank am Mittwoch mitteilte. Das entspricht 1,28 Dollar je Aktie. Von Thomson Reuters befragte Analysten hatten 1,16 Dollar erwartet. Die Einnahmen bezifferte das Institut auf 25,8 Milliarden Dollar - das ist mehr als die erwarteten 25,27 Milliarden Dollar.

An der Börse kamen die Zahlen gut an: Die Titel legten zur Wall-Street-Eröffnung zu und zogen auch die Aktien anderer Finanzriesen mit nach oben. Auch in Europa bauten die Aktienmärkte insgesamt in Reaktion auf die Zahlen ihre Gewinne aus.

Damit bleibt JP Morgan der Leuchtturm einer kriselnden Branche, und Experten nannten das Zahlenwerk ein ermutigendes Signal für die Ergebnisse der Rivalen. Am Freitag legt JP-Morgan-Konkurrent Bank of America die Zahlen vor, nächste Woche folgen Citigroup, Goldman Sachs und Wells Fargo.

Während die meisten übrigen Institute 2008/09 von den Abschreibungen auf toxische Kreditpapiere fast dahingerafft wurden, profitierte JP Morgan von Rücklagen. Zudem hatte Dimon sich vor der Krise von einigen besonders risikoreichen Geschäftsfeldern getrennt.

Nun, da die Konjunktur in den USA wieder läuft, sprudeln die Gewinne bei der Nummer zwei der Branche auch reichlicher als bei anderen Instituten. "JP Morgan profitiert von höheren Einnahmen im Investment-Banking und erneut von der Auflösung von Reserven", schrieb Analyst Jason Goldberg bereits vor einigen Tagen und empfahl die Aktie mit der Bewertung "Overweight" zum Kauf.

Im Investment-Banking profitiert das Institut davon, dass immer mehr Firmen das günstige Konjunkturklima für Übernahmen und Fusionen nutzen. In diesem Geschäft führt JP Morgan die Geldrangliste der Branche mit Einnahmen von 1,6 Milliarden Dollar an. Der Gewinn der Investmentbank legte von 2009 auf 2010 um gut 48 Prozent auf 17,4 Milliarden Dollar zu.

Kommentare (23)

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jluehrs

13.04.2011, 14:05 Uhr

Das gelang aber nur durch den Diebstahl von Washington Mutual in Zusammenarbeit mit der FDIC.

Sos137

13.04.2011, 14:29 Uhr

Es wäre mal interessant, die TIER I Zahlen von JP Morgan ab 2.Quartal 2008 bis heute zu publizieren. Dabei sollte man ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung nach dem "Kauf" der "insolventen" Washington Mutual werfen !

miamisunset33139

13.04.2011, 14:46 Uhr

Gewinne die niemand erwartet hat? Erwartet wurden sie schon. Nur nicht von jedem. Wer es allerdings wagt hinter die Kulissen zu schauen, wird schnell fündig.

Die Bilanz spricht Baende! Washington Mutual wurde in einer Nacht- und Nebelaktion an JP zum Spottpreis verkauft. Oder sollte man eher sagen, von Jamie geklaut?

Kein Wunder, dass Gewinne astronomisch verlaufen.

Vielleicht wird es jemand wagen die Wahrheit ans Licht zu bringen? Angefangen mit den Medien.

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