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05.08.2011

17:25 Uhr

US-Hypothekenkrise

Fannie Mae verschlingt weitere Milliarden

Fass ohne Boden: Aufgrund der weiterhin hohen Quartalsverluste muss der US-Steuerzahler erneut Milliarden für den verstaatlichten US-Hypothekenfinanzierer locker machen.

Der US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae hat neue Milliardenhilfen beantragt. Quelle: Reuters

Der US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae hat neue Milliardenhilfen beantragt.

WashingtonDer US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae braucht erneut Milliardenhilfen. Nach einem weiteren hohen Quartalsverlust beantragte der verstaatlichte Konzern nach Angaben vom Freitag zusätzliche Mittel von 5,1 Milliarden Dollar. Damit erhöhen sich die staatlichen Hilfen für das Unternehmen seit 2008 auf mehr als 104 Milliarden Dollar. Fannie Mae habe bereits 14,7 Milliarden Dollar in Form von Dividenden zurückzahlen können, teilte das Unternehmen mit.

Im zweiten Quartal verzeichnete das größere Schwesterunternehmen von Freddie Mac einen Fehlbetrag von 5,2 Milliarden Dollar. Vor Jahresfrist lag das Minus noch bei 3,1 Milliarden.

Fannie Mae und der andere große US-Baufinanzierer Freddie Mac werden seit September 2008 von der Regierung kontrolliert. Die Verstaatlichung als Folge der Krise im US-Hypothekenmarkt war ursprünglich als vorübergehende Maßnahme gedacht, um einen Kollaps der beiden Institute und damit des gesamten US-Kreditmarktes für Immobilien zu verhindern - bislang wurden rund 150 Milliarden Dollar in die Institute gepumpt. Die beiden Finanzierer stehen direkt oder indirekt hinter der Mehrzahl der Hypotheken des Landes.

Milliarden-Klage gegen UBS

Unterdessen verlangen die Vereinigten Staaten Schadenersatz von der Schweizer Großbank UBS. Das Kreditinstitut soll Fannie Mae und Freddie Mac windige Hypotheken-Papiere im Wert von 4,5 Milliarden Dollar (3,1 Mrd Euro) verkauft haben, worauf diese „substanzielle Verluste“ erlitten hätten. Das Geld verlangt der Staat nun zurück.

Die UBS erklärte, sich gegen die Vorwürfe wehren zu wollen. Die Aufsichtsbehörde FHFA reichte Ende Juli Klage vor dem Bezirksgericht von Manhatten ein. Sie wirft der UBS vor, beim Verkauf der Hypotheken-Papiere in den Jahren 2005 bis 2007 falsche Angaben gemacht zu haben, unter anderem über die Kreditwürdigkeit der Schuldner. Im Laufe des Jahres 2007 platzte die Immobilienblase in den USA und viele Hausbesitzer konnten ihre Schulden plötzlich nicht mehr begleichen.

Dieser Streitfall dürfte nur der Auftakt einer ganzen Welle von Schadenersatz-Klagen von Fannie Mae und Freddie Mac sein. Insgesamt hat die FHFA nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr in 64 Fällen Informationen zu Hypotheken-Deals eingeholt. „Wir mühen uns weiterhin um Entschädigungen für die Verluste, die die Firmen erlitten haben“, erklärte Behördenchef Edward DeMarco in Washington.

Kommentare (4)

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Markus

05.08.2011, 21:28 Uhr

Genau diese Meldung zeigt mal wieder, an welchem Problem die USA ansetzen müssen! Der Immobilienmarkt ist dringenst reformbedürftig, sonst wird man da nie eine Erholung bekommen!

Vor allem müssen die USA das Problem Fannie und Freddie angehen, sonst kann der Staat noch 20 Jahre immer wieder Geld nachschießen!
Wenn der Häusermarkt sich stabilisieren würde, dann würde auch die Wirtschaft in den USA etwas mehr an Fahrt aufnehmen, da helfen keine bond Käufe der FED, die USA müssen echte und nachhaltige Reformen bringen!

Account gelöscht!

06.08.2011, 01:16 Uhr

Ich warte sehnsüchtig auf folgende Meldung:
"Sanierung von XY deutlich billiger als erwartet."

Hannes

06.08.2011, 01:32 Uhr

"Damit erhöhen sich die staatlichen Hilfen für das Unternehmen seit 2008 auf mehr als 104 Milliarden Dollar. Fannie Mae habe bereits 14,7 Milliarden Dollar in Form von Dividenden zurückzahlen können, teilte das Unternehmen mit."

Der Staat zahlt und das Unternehmen schüttet gleichzeitig Dividenden aus?

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