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20.12.2016

09:27 Uhr

US-Hypothekenstreit

Credit Suisse wehrt sich gegen Milliardenstrafe

Im US-Hypothekenstreit hat sich die Credit Suisse gegen eine Milliardenstrafe des US-Justizministeriums zur Wehr gesetzt. Laut einem Bericht ist die Schweizer Großbank zuversichtlich, eine bessere Lösung zu finden.

Der Hypothekenstreit geht auf die Finanzkrise zurück und betrifft nicht nur die Credit Suisse. Auch die Konkurrenten UBS, Barclays aus Großbritannien sowie die Deutsche Bank stehen unter Beobachtung der US-Justiz. Reuters

Credit Suisse

Der Hypothekenstreit geht auf die Finanzkrise zurück und betrifft nicht nur die Credit Suisse. Auch die Konkurrenten UBS, Barclays aus Großbritannien sowie die Deutsche Bank stehen unter Beobachtung der US-Justiz.

Zürich/New YorkDie Credit Suisse hat sich im Streit um Tricksereien am US-Hypothekenmarkt gegen eine drohende Multi-Milliarden-Strafe zur Wehr gesetzt. Das US-Justizministerium habe eine Zahlung von fünf bis sieben Milliarden Dollar verlangt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine Person mit Kenntnis der Lage. Dies liegt über der von Analysten geschätzten Summe. Ein zweiter Insider erklärte, die Schweizer Großbank sei auf ein erstes Angebot nicht eingegangen und strebe in der schon mehrere Monate dauernden Auseinandersetzung eine geringere Strafe an. „Die Bank ist zuversichtlich, eine bessere Lösung finden zu können“, erklärte er.

US-Justizministerin Loretta Lynch habe vergangene Woche mit Top-Managern der Credit Suisse gesprochen, sagte eine dritte mit der Situation vertraute Person. Dies sei ein Zeichen, dass sich die Gespräche in einem fortgeschrittenen Stadium befänden. Eine Lösung sei noch vor Weihnachten möglich. Komme es nicht zu einer Einigung, könnten die US-Behörden ein Zivilverfahren eröffnen und die Unsicherheit für die Bank damit verlängern.

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Im Streit um Tricksereien bei US-Hypotheken steht die Deutsche Bank Insidern zufolge kurz vor einem milliardenschweren Vergleich. Dieser dürfte deutlich unter 14 Milliarden Dollar liegen.

Die Credit Suisse und das Ministerium wollten sich dazu nicht äußern. Der Hypothekenstreit ist der größte offene Rechtsfall für die Credit Suisse. Die Rückstellungen für sämtliche Rechtsstreitigkeiten beliefen sich Ende 2015 auf 1,6 Milliarden Franken. Im November hatte die Bank weitere 357 Millionen Franken beiseitegelegt, ein großer Teil davon in Zusammenhang mit Hypothekenfällen.

Der Hypothekenstreit geht auf die Zeit vor der Finanzkrise zurück und betrifft nicht nur die Credit Suisse. Auch der Erzrivale UBS, Barclays aus Großbritannien sowie die Deutsche Bank stehen im Visier der US-Justiz. Die Frankfurter stehen einem Insider zufolge ebenfalls kurz vor einem Vergleich mit den Amerikanern. Die Strafe werde deutlich unter den 14 Milliarden Dollar liegen, die das Justizministerium im September von Deutschlands größtem Geldhaus gefordert hatte.

Viele Großbanken haben sich auf dem amerikanischen Immobilienmarkt über Jahre viel Geld verdient. Sie vergaben Hypotheken an mittellose Familien und blähten damit ihr Kreditgeschäft auf. Die Risiken wurden anschließend an Investoren weitergereicht - in Form von hochkomplexen Anleihen, die den Banken ebenfalls hohe Gebühren in die Kasse spülten. Als der Markt 2007 kollabierte, erwiesen sich diese Bonds als wertlos. Viele der Käufer verklagten die Banken.

Von

rtr

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