Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.02.2010

08:36 Uhr

US-Investmentbank

Morgan Stanley setzt auf Handelsgeschäft und stellt ein

Die amerikanische Investmentbank Morgan Stanley will Hunderte neue Wertpapierhändler einstellen. Mit deren Hilfe will sie im Handelsgeschäft verlorenen Boden gut machen - und möglichst aus der Verlustzone kommen.

Morgan-Stanley-Zentrale in New York. Die US-Investmenbank will mit Hilfe des Handelsgeschäfts wieder Gewinne machen. Quelle: ap

Morgan-Stanley-Zentrale in New York. Die US-Investmenbank will mit Hilfe des Handelsgeschäfts wieder Gewinne machen.

HB NEW YORK. "Wir bieten den Kunden zu wenig. Wir haben zu wenig Leute an der Front, zu wenige große Firmenkunden, und wir vermissen auch viele kleinere Kunden", sagte der neue Chef der Bank, James Gorman, der "Financial Times". Die Kehrtwende im Wertpapiergeschäft ist überlebenswichtig für Morgan Stanley, nachdem die Bank 2009 erstmals einen Jahresverlust ausweisen musste. Konkurrenten wie Goldman Sachs und JPMorgan haben Morgan Stanley im Handelsgeschäft inzwischen weit hinter sich gelassen.

Obwohl die Bank 2009 rund 350 neue Händler eingestellt hatte, gelang es ihr nicht, im gleichen Maß vom Boom an den Anleihen-, Rohstoff-, Devisen- und Zinsmärkten zu profitieren wie die Konkurrenz. Dass der frühere McKinsey-Berater und Merrill-Lynch-Banker nun auf Angriff umschaltet, verwundert allerdings. Schließlich erwarten viele Branchenkenner, dass sich der Handelsboom des Jahres 2009 kaum wiederholen lässt.

Gorman ist dagegen zuversichtlich: "In der Vergangenheit wollten die institutionellen Investoren vor allem komplexe strukturierte Produkte", sagte er. Künftig seien dagegen einfachere Produkte vor allem im Anleihegeschäft gefragt. "Wir brauchen einen deutlich größeren Fußabdruck bei Produkten wie Devisen, Aktienderivaten und Rohstoffen. Wir könnten locker um ein Viertel größer sein, als wir sind. Die Investoren wollen Geschäft mit uns machen", sagte Gorman weiter. "2009 war ein Jahr des Übergangs. 2010 wird ein Jahr der Umsetzung sein. Wir wissen, was wir sind und was nicht. Jetzt müssen wir liefern."

Gormans Ankündigung stellt einen Bruch mit der Strategie seines Vorgängers John Mack dar, der Morgan Stanley im Zuge der Finanzkrise einen risikoärmeren Kurs im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen verordnet hatte. Gorman hatte Mack zum Jahreswechsel abgelöst, Mack ist immer noch Verwaltungsratsvorsitzender von Morgan Stanley.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×