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20.01.2011

13:51 Uhr

US-Investmentbank

Morgan Stanley tritt aus dem Schatten der Goldmänner

VonRolf Benders

Die US-Großbank Morgan Stanley hat am Jahresende noch einmal Kasse gemacht. Das Institut meldete für das vierte Quartal einen Gewinn von 41 Cent je Aktie – deutlich mehr als erwartet. Damit holt die US-Investmentbank zum Erzrivalen Goldman Sachs kräftig auf. Maßgeblich hierfür sind der Einstieg ins Endkundengeschäft und Regierungsaufträge.

Logo am Morgan-Stanley-Hauptgebäude in New York. Reuters

Logo am Morgan-Stanley-Hauptgebäude in New York.

NEW YORK. Eine lange Durststrecke geht für Morgan-Stanley-Chef James Gorman zu Ende. Die „ewige Nummer zwei“ hat ihren Gewinn im vergangenen Jahr mehr als verdreifacht und blickt – anders als Branchenprimus Goldman Sachs – 2010 auf eine sehr erfolgreiche Gewinnentwicklung zurück. Morgan Stanley profitierte dabei auch von den Skandalen des großen Konkurrenten, die Gorman halfen, prestigeträchtige Regierungsaufträge wie die Platzierung der Aktien des Autokonzerns General Motors an Land zu ziehen.

Zudem machte sich endlich der Kauf des Finanzberaters Smith Barney positiv bemerkbar. Dessen Gewinne kompensierten die branchenweite Schwäche des Anleihehandels. „Trotz der schwierigen Märkte haben wir ein starkes Ergebnis im Investment-Banking vorgelegt“, erklärte James Gorman gestern bei Veröffentlichung des Geschäftsberichts. Die Aktie von Morgan Stanley gewann im frühen New Yorker Handel knapp zwei Prozent an Wert hinzu.

Langer Weg aus der Krise

Seit Jahren stand Morgan Stanley nicht ganz zu Unrecht im Schatten des großes Konkurrenten. Anders als Goldman hatte die Bank erst die herannahende Krise zu spät erkannt und dann die Erholung der Märkte verpasst. Die Folge: höhnische Kommentare und tiefrote Zahlen. Dann aber musste sich Goldman mit einer Reihe tatsächlicher und vermeintlicher Skandale abmühen, die wegen der hohen Gewinne und Boni der Bank in der Öffentlichkeit besonders ausführlich diskutiert wurden. 2010 brach der Gewinn um 37 Prozent ein, dennoch liegt Goldman mit seinem Gesamtverdienst immer noch vor Morgan Stanley. Im Schatten dieser Aufregung gelang es Morgan Stanley, sich neu zu sortieren und zu erholen.

Erstmals kann Gorman nun die Ernte dieses Prozesses einfahren. Denn 2010 stiegen nicht nur die Gewinne, sondern – anders als bei vielen Konkurrenten – auch die Gesamterträge. Der Gewinn der Vermögensverwaltung (Global Wealth Management Group) verdoppelte sich auf 1,2 Milliarden Dollar. Hier spielte vor allem der Erwerb von Smith Barney im Jahr 2009 eine Rolle. Über den Finanzberater verkauft die Bank Finanzprodukte an Privatkunden. Damit verabschiedete sie sich vom Konzept einer reinen Investmentbank, um auch in schwachen Kapitalmarktzeiten stabile Erträge zu generieren. Wegen der offenbar nicht ganz einfachen Integration der zuvor zu Citigroup gehörenden Einheit, zeigten sich die positiven Effekte aber erst in den letzten beiden Quartalen.

Am Kapitalmarkt wurde die Entwicklung positiv zur Kenntnis genommen. „Diese stabileren Einnahmen lassen das Management nun allmählich recht clever erscheinen“, sagte Adrian Cronje, Anlagestratege bei der Fondsgesellschaft Balentine der Nachrichtenagentur Reuters.

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