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25.10.2016

08:25 Uhr

US-Investmentbanken

Händler gefeuert – Gewinne gestiegen

Seit der Finanzkrise haben viele Händler und Verkäufer an der Wall Street ihren Job verloren. Die zehn größten Firmen haben in den letzten sieben Jahren mehr als 5.000 Stellen gestrichen. Trotzdem läuft das Geschäft.

Morgan Stanley hat 470 Stellen gestrichen. Das Ergebnis? Im dritten Quartal dieses Jahres hat sich der Ertrag im Bond-Handel fast verdreifacht. Reuters

Morgan Stanley in San Diego

Morgan Stanley hat 470 Stellen gestrichen. Das Ergebnis? Im dritten Quartal dieses Jahres hat sich der Ertrag im Bond-Handel fast verdreifacht.

New YorkFür die Tausenden von Händlern und Verkäufern, die seit der Finanzkrise ihre Jobs verloren haben, hat die Wall Street eine Botschaft: Uns geht es auch ohne euch gut. Die fünf größten US-Investmentbanken haben im dritten Quartal mit dem Handel von Bonds und Aktien 20,7 Milliarden Dollar (19 Milliarden Euro) verdient. Das ist die höchste Summe in einer üblicherweise schwachen Sommerzeit seit 2009.

Das Besondere: Der Zuwachs wurde erzielt, obwohl die zehn größten Firmen – darunter europäische Banken, die noch keine Quartalsergebnisse vorgelegt haben – in den letzten sieben Jahren mehr als 5.000 Stellen im Handel mit Kundenkontakt („Front office“) und im Investmentbanking gestrichen haben, wie aus Daten des Marktbeobachters Coalition hervorgeht.

Diese Bankchefs verdienen am meisten

Platz 10

Stuart Gulliver, HSBC

Der CEO von HSBC landet im Ranking auf Platz 10. In den Jahren zuvor verdiente er sogar noch mehr.

2015: 11,2 Millionen Dollar

2014: 12,6 Millionen Dollar

2013: 12,6 Millionen Dollar

Platz 9

Sergio Ermotti, UBS

Der CEO der schweizerischen UBS verdiente 2015 deutlich mehr als in den Jahren davor und landet auf Platz 9.

2015: 14,9 Millionen Dollar

2014: 12,2 Millionen Dollar

2013: 11,6 Millionen Dollar

Platz 8

Brian Moynihan, Bank of America

Der Chairman, Präsident und CEO der Bank of America konnte nach einem Rückgang 2014 im vergangenen Jahr sein Gehalt wieder steigern.

2015: 16,4 Millionen Dollar

2014: 13,5 Millionen Dollar

2013: 14,5 Millionen Dollar

Platz 7

Michael Corbat, Citigroup

Auch der CEO der Citigroup konnte 2015 sein Gehalt steigern.

2015: 16,5 Millionen Dollar

2014: 12,6 Millionen Dollar

2013: 14,4 Millionen Dollar

Platz 6

John Stumpf, Wells Fargo

Der Chairman, Präsident und CEO von Wells Fargo verdiente in den vergangenen drei Jahren exakt die gleiche Summe.

2015: 19,3 Millionen Dollar

2014: 19,3 Millionen Dollar

2013: 19,3 Millionen Dollar

Platz 5

Tidjane Thiam, Credit Suisse

Der CEO der Credit Suisse hat erst im Juli 2015 bei der schweizerischen Bank als Chef begonnen. In seinem Gehalt ist ein „Replacement Award“ eingeschlossen.

2015: 21,1 Millionen Dollar

Patz 4

James Gorman, Morgan Stanley

Der Chairman und CEO von Morgan Stanley konnte sein Gehalt von 2014 im vergangenen Jahr nicht steigern.

2015: 21,2 Millionen Dollar

2014: 23,1 Millionen Dollar

2013: 18,2 Millionen Dollar

Platz 3

Bill Winters, Standard Chartered

Der CEO von Standard Chartered aus London hat erst 2015 seinen Posten angetreten. In seinem Gehalt ist ein „Replacement Award“ enthalten.

2015: 22,4 Millionen Dollar

Platz 2

Lloyd Blankfein, Goldman Sachs

Der Chairman und CEO von Goldman Sachs verdiente im vergangenen Jahr knapp eine Million Dollar weniger als 2014.

2015: 23,4 Millionen Dollar

2014: 24,3 Millionen Dollar

2013: 23,3 Millionen Dollar

Platz 1

Jamie Dimon, JP Morgan Chase

Der Chairman, Präsident und CEO von JP Morgan Chase verdiente im vergangenen Jahr mit Abstand am meisten.

2015: 27,6 Millionen Dollar

2014: 20,2 Millionen Dollar

2013: 20,3 Millionen Dollar

Quelle: Financial Times

Die Investmentbanken haben Mitarbeiter entlassen, da neue Regulierungen und niedrige Zinsen am Gewinn zehren und die weitverbreitete Einführung des elektronischen Handels einige Jobs überflüssig gemacht hat. Alarmiert nach einem besonders schwachen dritten Quartal im Vorjahr hatte Morgan Stanley 470 Stellen oder ein Viertel der Positionen im Bereich festverzinslicher Papiere („fixed income“) gestrichen. Das Ergebnis? Im dritten Quartal dieses Jahres hat sich der Ertrag im Bond-Handel fast verdreifacht auf 1,5 Milliarden Dollar, wie die Bank am vergangenen Mittwoch berichtete.

„Wir hatten ein besseres Quartal“, sagte Banken-Chef James Gorman gegenüber Analysten. „Was mich dabei erfreut ist, dass wir das mit 25 Prozent weniger Leuten geschafft haben.“

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Die fünf Banken – JP Morgan, Bank of America, Citigroup, Goldman Sachs und Morgan Stanley – legten zusammen im Quartal einen Anstieg bei den Handelserträgen von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum vor, wie Bloomberg Intelligence ausgerechnet hat. Jede der Banken übertraf die Erwartungen der Analysten für den Bond-Handel, der durch das überraschende Votum der Briten für einen Ausstieg aus der Europäischen Union, divergierende Ansichten über die Richtung von Zentralbankzinsen und Änderungen bei der Geldmarkt-Regulierung angekurbelt wurde. JPMorgan hielt den Spitzenplatz im Bereich Festverzinsliche mit einem Ertrag von 4,3 Milliarden Dollar, während Morgan Stanley Nummer eins bei Aktien blieb und 1,9 Milliarden Dollar einstrich.

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