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31.03.2012

16:13 Uhr

US-Kreditkartenbranche

Hacker stehlen Mastercard- und Visa-Daten

Unbekannte haben einen US-Zahlungsdienstleister gehackt und dabei auch Kreditkartenanbieter wie Mastercard, Visa und American Express ausspioniert. Kartenbesitzer fürchten jetzt, dass auf ihre Kosten eingekauft wird.

Bei einem Hackerangriff ergatterten Unbekannte auch Daten der Kreditkartenanbieter Visa und MasterCard. AFP

Bei einem Hackerangriff ergatterten Unbekannte auch Daten der Kreditkartenanbieter Visa und MasterCard.

New YorkHackern ist es in den USA erneut gelungen, in großem Stil auf Kreditkarten-Daten zuzugreifen. Betroffen sind Kunden der großen Kreditkarten-Unternehmen, allerdings wurden in Medienberichten unterschiedliche Angaben zum möglichen Umfang gemacht: Sie reichten von einigen Zehntausend bis hin zu Millionen von Konten. Ob ausschließlich Karteninhaber in den USA in Mitleidenschaft gezogen wurden, war zunächst ebenfalls unklar.

Der international tätige Zahlungsabwickler Global Payments räumte in einer Mitteilung ein, dass er Anfang März einen „unautorisierten Zugang zu einem Teil des Abwicklungssystems“ bemerkt habe und dabei auf „Kartendaten“ zugegriffen worden sein könnte. Es seien sofort Sicherheitsexperten sowie die Kriminalbehörden eingeschaltet worden, teilte das Unternehmen in Atlanta mit. Details will Global Payments am Montag, 2. April, in einer Telefonkonferenz nennen.

Nach Angaben der Analystin Avivah Litan vom IT-Beratungsunternehmen Gartner wurden die Kreditkartennummern über einen Hackerangriff auf ein New Yorker Taxiunternehmen gestohlen. „Wer in den vergangenen Monaten in New York City mit einer Kreditkarte ein Taxi bezahlt hat, sollte seine Abrechnungen auf einen möglichen Betrug hin überprüfen“, sagte Litan. Ob die Analyse aber stimmt, ist nicht gewiss; allerdings ist es richtig, dass Global Payments Zahlungsprozesse zwischen Einzelhändlern und Banken abwickelt - darunter können also auch Taxiunternehmen sein.

Das Kreditkartenunternehmen Visa teilte mit, die Kunden seien im Fall von Betrugsversuchen geschützt und würden dadurch keine finanziellen Verluste erleiden. Das eigene System sei auch nicht geknackt worden, betonte Visa. Die gleichen Angaben machte MasterCard und forderte Kreditkarteninhaber auf, die Posten auf ihrer Rechnung genau zu prüfen.

Ähnliche Vorfälle hatte es in der Vergangenheit bereits gegeben. Häufig betroffen sind Abwickler wie Global Payments, die den Konsumenten kaum bekannt sind, jedoch eine wichtige Rolle im Zahlungsverkehr spielen und mit sensiblen Daten umgehen.

Die Datendiebe hätten monatelang Kreditkartennummern gesammelt und dann begonnen, sie zu nutzen. Hinter dem Angriff stehe womöglich eine Bande aus Mittelamerika. Nach Angaben des Computersicherheitsspezialisten Brian Krebs ist in Finanzkreisen von einem „massiven“ Datenleck die Rede. Demnach schickten Visa und MasterCard Warnungen an Banken, dass hinreichend Informationen gestohlen worden seien, um gefälschte Kreditkarten herzustellen.

Visa erklärte, die Finanzinstitute, die Kreditkarten des Konzerns ausgeben, seien über die betroffenen Kontonummern benachrichtigt worden. Die Banken könnten gegebenenfalls neue Kreditkarten ausstellen. Laut MasterCard wurde die Polizei über den Datenklau informiert; er werde auch von einer „unabhängigen Datensicherheitsfirma“ untersucht.

Kommt es zu betrügerischen Einkäufen, werden die Kreditkartenbesitzer in der Regel entschädigt. Dies übernehmen dann die Einzelhändler. Analysten zufolge kommen im vorliegenden Fall auf Mastercard und Visa wahrscheinlich keine Kosten zu. Trotzdem gaben die Aktienkurse beider Unternehmen am Freitag an der Börse nach. Mastercard rutschte um 1,8 Prozent ab, Visa um 0,8 Prozent. Die Aktie von Global Payments rauschte sogar um mehr als neun Prozent in den Keller.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

31.03.2012, 12:19 Uhr

Nur Bares ist Wahres! Jedenfalls für die meisten Zahlungsvorgänge. Damit wäre auch der teilweise zügellosen Bankgebührenpraxis sowie der ach so leichten Konsumentenverschuldung Einhalt geboten. Aber so ein Kartenbrimborium ist heute ja todschick...

udo

31.03.2012, 13:04 Uhr

Wo ist hier das Problem und wovor müssen sich Kartenbesitzer fürchten, wenn unberechtigte Einkäufe mit gestohlenen Kreditkarten von den Unternehmen entschädigt werden. Möchte man hier Angst schüren oder Schlagzeilen produzieren.

Luzifer

31.03.2012, 16:38 Uhr

Stimmt - Geld kann gar nicht bar genug sein !

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