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28.07.2011

17:42 Uhr

US-Schuldenstreit

Top-Banker der Wall Street schreiben Brandbrief an Obama

Der US-Schuldenstreit macht jetzt auch die Wall Street nervös. Die amerikanischen Topbanker flehen angesichts der drohenden Zahlungsunfähigkeit des Staates in einem Brandbrief an US-Präsident Barack Obama und die Kongressmitglieder geradezu um eine Einigung der Parteien.

Die Topbanker der USA haben sich an Präsident Barack Obama gewandt.

Die Topbanker der USA haben sich an Präsident Barack Obama gewandt.

New York/WashingtonDie Wall Street hat Washington mit eindringlichen Worten dazu aufgerufen, endlich den lähmenden Schuldenstreit beizulegen. Die Top-Banker des Landes haben dazu am Donnerstag einen Brandbrief an Präsident Barack Obama und die Mitglieder des Kongresses geschickt, in denen sie vor den Konsequenzen warnen, sollte die Obergrenze für die Schulden nicht alsbald angehoben werden.

„Die Folgen der Tatenlosigkeit wären gravierend - für unsere Wirtschaft, für unseren ohnehin schwächelnden Arbeitsmarkt, für die finanziellen Verhältnisse unserer Firmen und Familien und für Amerikas wirtschaftliche Führungsrolle in der Welt“, zitierte der Finanzdienstleister Bloomberg aus dem Schreiben des Financial Services Forum, einer Interessenvertretung der Finanzbranche. Eine Sprecherin der Vereinigung erklärte der Nachrichtenagentur dpa, der komplette Brief solle im Laufe des Tages veröffentlicht werden.

Dem Financial Services Forum gehören die Schwergewichte der Wall Street an, wie Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein, JPMorgan-Chef Jamie Dimon oder auch der Lenker der Deutschen Bank, Josef Ackermann. Die Bankenwelt fürchtet massive Verwerfungen an den Finanzmärkten, wenn die USA keine neuen Schulden mehr aufnehmen dürften und damit zahlungsunfähig würden. Die Zeit für eine Einigung in Washington läuft langsam ab: Am 2. August droht den Vereinigten Staaten das Geld auszugehen.

Demokraten und Republikaner ringen seit Wochen um eine Anhebung der US-Schuldengrenze von 14,3 Billionen Dollar (rund zehn Billionen Euro). Die Demokraten von Präsident Barack Obama wollen zur Etatsanierung nicht nur die Ausgaben kürzen, sondern auch höhere Steuern für reiche Bürger und große Konzerne durchsetzen, was die Republikaner jedoch entschieden ablehnen.

Ex-US-BotschafterJohn Kornblum

„Amerikas Schuldenkrise ist eher eine Politik-Krise“

Ex-US-BotschafterJohn Kornblum: „US-Schuldenkrise ist eher eine Politik-Krise“

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Kommentare (7)

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28.07.2011, 18:11 Uhr

Es ist in höchstem Maße dekadent, wie in erpresserischer Manier das marode demokratische System Uneinigkeit vortäuscht, um die Tatsachen des monetären Crashs auf den Bürger, die Völker, die Welt, dann, abzuwälzen. Das Schwarze-Peter-Spiel ist in vollem Gange und man kann sich die Freude, dabei, aller Spekulanten vorstellen. Wollen Sie darauf Wetten eingehen, was dem amerikanischen Imperialismus, der Schmierenkomödie Wall Street/FED noch einfallen wird!? Angesichts solchem Zynismus wünscht man sich den Haircut, aber, an der richtigen Stelle!

Account gelöscht!

28.07.2011, 18:39 Uhr

Das System funktioniert.Aber wenn Ideologen keinen Kompromiss machen koennen ,machen sie viel kaputt .
Diese Leute sind auf Wiederwahl aus und wollen als Helden in Ihren Wahlkreis kommen.
Schluss aus dieser Komoedie,Ideologen muessen raus aus der Politik,sowohl rechts wie links.

Account gelöscht!

28.07.2011, 18:46 Uhr

Nachdem die US-Ratingagenturen es versäumt haben, die USA rechtzeitig herunter zu stufen, erlaube ich mir ein Rating zu geben und die USA von AAA auf BBB herab zu stufen. ;-)

Desweiteren erlaube ich mir, Standard & Poors, Moodys und Fitch die Kompetenz abzusprechen, europäische Länder überhaupt noch beurteilen zu können, angesichts der Versäumnisse der US-Bewertung.

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