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10.02.2005

07:22 Uhr

Verbände kritisieren die Pläne der Institute – Debatte um deutsches Bankensystem neu entfacht

Sparkasse und Volksbank wollen Berliner Bank gemeinsam kaufen

VonFrank Matthias Drost

Die Berliner Volksbank und die Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam setzen bei der geplanten Übernahme der Berliner Bank auf die Hilfe der US-Investmentbank JP Morgan, sagte der Chef der Sparkasse, Walter Schubert, am späten Dienstagabend in Berlin.

BERLIN. Geht es nach seinen Plänen, wird die Sparkasse (MBS) an dem Joint Venture die Mehrheit halten. Als Kaufpreis steht ein dreistelliger Millionenbetrag zur Debatte. Die Bankgesellschaft Berlin, Eigner der Berliner Bank, begrüßt das Vorhaben. „Wir freuen uns über jeden Interessenten, der professionell und finanzstark ist“, sagte eine Sprecherin.

Der Plan der drittgrößten Sparkasse in den neuen Ländern und der größten regionalen Volksbank, eine private Bank zu übernehmen, entfacht die Debatte um das Drei-Säulen-System der deutschen Kreditwirtschaft erneut. Insbesondere private Banken beklagen sich seit langem darüber, dass sie keine Möglichkeit haben, Sparkassen und Genossenschaftsinstitute zu übernehmen. Als der Stralsunder Oberbürgermeister Harald Lastovka (CDU) die Stadtsparkasse verkaufen wollte, reagierte die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern mit einer Gesetzesänderung, die den Plan verhinderte.

Der Bundesverband deutscher Banken begrüßt prinzipiell säulenübergreifende Engagements. „Aber das darf keine Einbahnstraße sein“, sagte ein Sprecher. Überrascht und reserviert zeigte sich der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). „Wir haben keine Kenntnis von diesen Plänen, und es wäre für den Verband auch nicht vorstellbar“, sagte eine BVR-Sprecherin. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) befürchtet eine Verletzung des Regionalprinzips. „Kommunale Sparkassen sollen sich bei ihrer Geschäftstätigkeit auf das Gebiet ihrer kommunalen Träger konzentrieren“, sagte ein Sprecher. Dieses Prinzip sollte auch nicht über Tochtergesellschaften umgangen werden.

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