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02.02.2005

09:14 Uhr

Verband der Hypothekenbanken treibt Öffnung voran

Verbände streiten um Pfandbrief-Kompetenz

Um die Interessenvertretung für deutsche Pfandbriefe bahnt sich heftiger Streit zwischen den Verbänden an. Betroffen sind Emittenten und Investoren der mit Hypotheken- oder öffentlichen Krediten gedeckten Papiere. Mit einem Volumen von über 1 000 Mrd. Euro bilden Pfandbriefe den Schwerpunkt am deutschen Anleihemarkt.

cü FRANKFURT/M. Der Verband deutscher Hypothekenbanken (VDH), hinter dem 18 private und genossenschaftliche Hypothekenbanken stehen, will sich künftig für alle Pfandbriefemittenten öffnen und bereitet eine Satzungsänderung vor, die Ende Mai beschlossen werden soll. Künftig will er sich „Verband deutscher Pfandbriefbanken“ (VDP) nennen. „Wir brauchen keine allgemeine Pfandbriefvertretung“, sagte dagegen Karl-Heinz Boos, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB), dem Handelsblatt. Der VÖB vertritt 62 Institute, darunter die Landesbanken. VDH-Hauptgeschäftsführer Louis Hagen meint dagegen, dass einige Landesbanken zumindest inoffiziell allgemeines Interesse bekundet hätten.

Hintergrund des Streits, der noch vorwiegend hinter den Kulissen ausgetragen wird, ist das geplante Pfandbriefgesetz. Danach dürfen nicht mehr nur Hypotheken- und Landesbanken, sondern unter Auflagen alle Banken Pfandbriefe begeben. Bis dato vertritt der VDH die Interessen der Hypothekenbanken und der VÖB die Interessen der Landesbanken. Hypothekenbanken mussten sich nach Meinung von Investoren und Analysten mit Blick auf die Qualität der Pfandbriefe aber mehr anstrengen, da ihre Papiere – anders als die der Landesbanken – nicht von den im Sommer auslaufenden staatlichen Haftungsmechanismen profitierten. „Insgesamt gilt der VDH als führender Verband“, sagt Torsten Strohrmann, Pfandbrief-Spezialist bei der Fondsgesellschaft DWS. Auch Boos räumt ein, dass der VDH viel für den Pfandbrief getan habe, gerade hinsichtlich der Vermarktung bei ausländischen Investoren.

Heftiges Gerangel gab es zwischen den Verbänden aber bei Details um das Pfandbriefgesetz. Der VÖB wirft dem VDH vor, er habe teils zu strenge Anforderungen durchsetzen wollen, um die Landesbanken auszubooten. „Da ist es kein Wunder, dass einige unserer Mitglieder jetzt kein Interesse an einer Mitgliedschaft in einem Pfandbriefverband haben“, sagt Boos. Dem hält Hagen entgegen, dass es nur um die Qualität der Pfandbriefe gehe. „Wir hätten unsere Glaubwürdigkeit eingebüßt, wenn wir Dinge akzeptiert hätten, die dem Pfandbrief unserer Meinung nach schaden, nur um uns bei den Landesbanken als potenziellen Mitgliedern beliebt zu machen.“

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