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30.07.2012

07:17 Uhr

Verdi besorgt

Droht dem Bankensektor ein weiterer Jobabbau?

Deutsche Banken könnten erneut Stellen abbauen, schätzt die Gewerkschaft Verdi. Grund ist das auf wackeligen Beinen stehende Privatkundengeschäft. Bei einzelnen Banken werde darüber schon diskutiert.

Wegen des schwächelnden Privatkundengeschäfts befürchtet Verdi einen weiteren Personalabbau. dpa

Wegen des schwächelnden Privatkundengeschäfts befürchtet Verdi einen weiteren Personalabbau.

Berlin/DüsseldorfFünf Jahre nach Ausbruch der Finanzmarktkrise droht im Bankensektor nach Einschätzung der Gewerkschaft Verdi erneut ein Stellenabbau. Nachdem in den ersten Krisenjahren vor allem Arbeitsplätze im Investmentbanking gestrichen worden seien, gebe es jetzt bei einzelnen Großbanken erste Überlegungen zu einem Umbau ihres Privatkundengeschäftes, sagte Verdi-Bankexperte Mark Roach der Nachrichtenagentur dpa.

„Das Privatkundengeschäft schwächelt“, schilderte Roach. Durch das niedrige Zinsniveau seien die Gewinnspannen der Institute unter Druck geraten. Dies führe bereits zu Diskussionen innerhalb einzelner Banken. „Da ist noch nichts spruchreif. Wir warnen aber davor, das Kind mit dem Bade auszuschütten“, unterstrich der Verdi-Bankexperte.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Platz 12

2011 ist das letzte Jahr, für das die WestLB ihre Jahresbilanz bekannt gab. Die Bank, die zum Großteil dem Land Nordrhein-Westfalen, der NRW.Bank und den Sparkassenverbänden des Rheinlands und Westfalen-Lippe gehörte, ist mittlerweile zerschlagen. Die Zertifikategeschäfte übernahm die Helaba.

Bilanzsumme (2011): 167,90 Milliarden Euro

Platz 11

Die Postbank gehört mittlerweile zur Deutschen Bank und betreut mit rund 19.000 Angestellten fast 14 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 192,00 Milliarden Euro

Platz 10

Die Eurohypo AG ist eine Tochter der Commerzbank  - und ein Milliardengrab. Zehn Jahre nach der Gründung wird die Hypothekenbank nun zerschlagen. Die Eurohypo AG ist nach der WestLB die zweite deutsche Bank, die die Krise nicht überlebt hat. Jedoch ist ihre Bilanzsumme noch um einiges größer als die der Landesbank.

Bilanzsumme (2011): 203,00 Milliarden Euro

Platz 9

Auch die NordLB schaffte es nur mit Staatsmitteln, die Bankenkrise zu überstehen. Die EU-Bankenaufsicht verordnete der Bank der Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ihr Eigenkapitalpolster gehörig aufzustocken.

Bilanzsumme (2011): 227,60 Milliarden Euro

Platz 8

Die BayernLB machte in den vergangenen Wochen mit einem Streit mit der EU-Kommission Schlagzeilen. Die in der Krise taumelnde Bank muss dem Land Bayern fünf Milliarden Euro an Krisenhilfen zurückzahlen.

Bilanzsumme (2011): 309,10 Milliarden Euro

Platz 7

Auch die Hypo Real Estate überlebte die Krise nur knapp: Die Immobilienbank wurde verstaatlicht und lagerte ihre Altlasten in eine Bad Bank aus. Bis 2015 muss die Hypo Real Estate jedoch wieder privatisiert werden, entschied die EU.

Bilanzsumme (2011): 236,60 Milliarden Euro

Platz 6

Die LBBW ist mit einer Bilanzsumme von über 370 Milliarden Euro die größte deutsche Landesbank. Das Geldinstitut gehört fast vollständig dem Land Baden-Württemberg, dem Sparkassenverband des Landes und der Stadt Stuttgart.

Bilanzsumme (2011): 373,10 Milliarden Euro

Platz 5

Die deutsche Unicredit Bank AG, besser bekannt unter ihrem Markennamen Hypovereinsbank, ist ein Tochterunternehmen der größten italienischen Bank, Unicredit. Die italienische Großbank hat gerade eine Umstrukturierung angekündigt: Die Tochtergesellschaften und damit auch die Hypovereinsbank sollen mehr Autonomie bekommen.

Bilanzsumme (2011): 395,70 Milliarden Euro

Platz 4

Zur DZ Bank AG gehören neben der Volksbanken Raiffeisenbanken auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall oder die R+V Versicherung. Die DZ Bank AG ist das Zentralinstitut für insgesamt 900 Genossenschaftsbanken mit rund 30 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 405,90 Milliarden Euro

Platz 3

Die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) ist die deutsche Förderungsbank unter Aufsicht des Finanzministeriums. Sie gibt Kredite an Existenzgründer und Firmen im Rahmen von Förderprogrammen der Bundesregierung und ist für die Finanzierung von Infrastrukturvorhaben zuständig.

Bilanzsumme(2011): 494,80 Milliarden Euro

Platz 2

Die Commerzbank belegt mit einer Bilanzsumme von über 600 Milliarden Euro Platz zwei unter den größten deutschen Banken. Die Bank ist in 52 Ländern vertreten und betreut nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Privat- und eine Millionen Firmenkunden in der ganzen Welt.

Bilanzsumme(2011): 661,80 Milliarden Euro

Platz 1

Die international erfolgreiche Deutsche Bank nimmt unangefochten den ersten Platz der größten deutschen Banken ein. Ihre Bilanzsumme ist rund 3,5 mal so groß wie die der Commerzbank. Die Bank beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter – knapp 50.000 davon in Deutschland.

Bilanzsumme (2011): 2164,10 Milliarden Euro

Nach wie vor sei das Privatkundengeschäft ein profitables Feld, meinte Roach. Der Bereich sei für Kreditinstitute grundsätzlich ein stabiles Standbein, wie sich in der Krise gezeigt habe. Deshalb sollte es dort jetzt auch keinen Stellenabbau geben, forderte Roach.

Banken sind nach Verdi-Einschätzung mit neuen Ansätzen bei den Vertriebszielen und der Kundenberatung auf dem richtigen Weg. „In den ersten zwei Jahren der Finanzmarktkrise hat es einen erheblichen Druck auf Bankmitarbeiter gegeben, die Vertriebsziele trotzdem zu erreichen“, erklärte Roach. Mittlerweile habe es ein Umdenken bei Privatbanken, Sparkassen und Volksbanken gegeben.

„Kundenberater haben heute zumeist nicht mehr den Druck, ein ganz konkretes Produkt zu vertreiben“, sagte der Verdi-Experte. Auf die Bedürfnisse der Kunden könne ein Mitarbeiter mit einer größeren Auswahl an Produkten besser eingehen. Außerdem würden Vertriebsziele zunehmend für ganze Teams und nicht mehr für einzelne Mitarbeiter aufgestellt. Bei der Zeitvorgabe der Vertriebsziele gehe der Trend von täglichen und wöchentlichen Überprüfungen zur Monatsabfrage.

Von

dpa

Kommentare (1)

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hanswurst

30.07.2012, 10:08 Uhr

Die meisten Banken auf der Liste sind doch nur Zombies von Steuerzahlers Gnaden. Angefangen von der Commerzbank über die Landesbanken bis zur HRE. Besonders lustig die Behauptung, dass die HRE die Krise nur knapp überlebte. Die HRE ist pleite, die Aktionäre haben bis auf Centbeträge alles verloren, wo bitte schön hat die HRE die Krise überlebt ? Ohne Steuerzahlers Hilfe würden da oben auf der Liste maximal 4 Banken stehen - der Rest wäre sang und klanglos abgesoffen !!!

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