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10.08.2011

11:28 Uhr

Verfahren drohen

Immer Ärger mit Goldman Sachs

Angebliche Bestechung libyscher Fondsmanager, übers Ohr gehauene Kunden – der US-Investmentbank droht erneut massiver Ärger mit der Justiz.

Goldman-Chef Lloyd Blankfein vor dem US-Senat. Quelle: Reuters

Goldman-Chef Lloyd Blankfein vor dem US-Senat.

DüsseldorfDie Investmentbank Goldman Sachs bekommt es erneut mit der US-Börsenaufsicht SEC zu tun. Die Ermittler untersuchen laut „Wall Street Journal“, ob Goldman-Banker bei Geschäften mit dem libyschen Staatsfonds LIA gegen Anti-Korruptionsgesetze verstoßen haben. Der Finanzkonzern bestätigte in einer Mitteilung Untersuchungen der SEC, nannte aber keine Einzelheiten.

Hintergrund ist ein bereits vor einigen Monaten bekannt gewordenes Investment des Staatsfonds aus dem Jahr 2007, das Goldman Sachs abgewickelt hatte. Die Investmentbank legte im Auftrag der Libyer Ölgelder in Höhe von 1,3 Milliarden Dollar in Aktien- und Währungsoptionen an, darunter Papiere des Versicherers Allianz.

Im Zuge der Finanzkrise ging der größte Teil des Vermögens aber verloren. Laut dem Bericht bot Goldman Sachs über Umwege dem Chef des Staatsfonds daraufhin zur Entschädigung 50 Millionen Dollar an. Das Geld sei zwar nicht geflossen, nährt aber nun den Verdacht, dass es sich dabei um versuchte Bestechung handelte. Diese ist ebenso strafbar wie vollzogene Korruption.

Mit den Libyen-Ermittlungen der SEC eröffnet sich für Goldman Sachs eine weitere rechtliche Baustelle. Die Anwälte des Wall-Street-Konzerns haben bereits mit den juristischen Nachwehen der Finanzkrise alle Hände voll zu tun. So musste Bank-Chef Lloyd Blankfein wegen der Rolle des Konzerns in der Finanzkrise vor dem US-Kongress Rede und Antwort stehen. Ein umfangreicher Bericht des Senators Carl Levin erhob schwere Vorwürfe gegen Goldman. 

Kommentare (2)

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Thomas-Melber-Stuttgart

10.08.2011, 11:55 Uhr

Sollte das zum Geschäftsmodell gehören und systemisch sein so muß diese kriminelle Energie geahndet werden: mit der Schließung des Institutes (Entzug der Lizenz) und der Behandlung des Vorstandes als "kriminelle Vereinigung".

kneipier

12.08.2011, 01:31 Uhr

Denen und ihren 7 in der FED zusammengefassten Mitgliedsbanken wird nichts passieren.

Die haben nämlich kein Unrechtsbewusstsein.

Weil, (frei nach Goethe)sie einen Glauben haben, der es ihnen erlaubt, Fremde zu berauben.

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