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27.03.2014

01:23 Uhr

Vergleich mit Immobilienfinanzierern

Bank of America zahlt 9,5 Milliarden Dollar

Ende mit Schrecken: Die Bank of America legt einen Streit mit den Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac bei, 9,5 Milliarden Dollar kostet der Vergleich. Andere Banken kamen deutlich günstiger davon.

Filiale der Bank of America in New York: Die Großbank muss für die Folgen der Finanzkrise zahlen. dpa

Filiale der Bank of America in New York: Die Großbank muss für die Folgen der Finanzkrise zahlen.

WashingtonDie Finanzkrise kostet die Bank of America noch einmal richtig Geld. Die US-Großbank zahlt nach eigenen Angaben wegen strittiger Hypothekengeschäfte aus den Jahren 2005 bis 2007 zusammen 6,3 Milliarden Dollar an die beiden staatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac. Zusätzlich kauft sie ihnen Hypothekenpapiere im Zeitwert von 3,2 Milliarden Dollar (2,3 Mrd Euro) wieder ab.

Die Aufsichtsbehörde FHFA und die Großbank verkündeten den Vergleich am Mittwoch. Die Behörde hatte 2011 insgesamt 18 Finanzkonzerne verklagt, die Fannie Mae und Freddie Mac Hypothekenpapiere verkauft hatten. Der Vorwurf: Die Banken hätten die darin enthaltenen Hauskredite zu rosig dargestellt. In der ab 2007 hereinbrechenden Finanzkrise verloren die Papiere massiv an Wert. In der Folge musste der Staat bei den Immobilienfinanzierern rettend einspringen.

Nach der Lösung des aktuellen Falls stehen noch sieben Klagen aus. Erst in der vergangenen Woche hatte die Credit Suisse einer Zahlung von 885 Millionen Dollar zugestimmt. Die Deutsche Bank hatte sich Ende vergangenen Jahres auf die Zahlung von 1,9 Milliarden Dollar geeinigt. US-Branchenprimus JPMorgan Chase zahlte für die Beilegung des juristischen Streits 4 Milliarden Dollar und kauften für weitere 1,1 Milliarden Dollar Hypothekenpapiere zurück. Die französische Bank Société Générale musste im Februar 122 Millionen Dollar zahlen.

Die größten außergerichtlichen Einigungen in den USA

246 Milliarden Dollar

Im Jahr 1998 einigten sich die größten US-Tabakunternehmen mit 50 Bundesstaaten über die Kosten der Behandlung von erkrankten Rauchern. Sie willigten ein, insgesamt 246 Milliarden Dollar zu zahlen, ihr Marketing zu beschränken und weniger stark um jugendliche Raucher zu buhlen.

67 Milliarden Dollar

Die Schweizer Großbank UBS und das US-Institut Citigroup willigten ein, spezielle Wertpapiere („Auction Rated Securities“) im Wert von 50 Milliarden Dollar von Investoren zurückzukaufen. Laut US-Börsenaufsicht brachte das Investoren letztlich 67 Milliarden Dollar ein. Wie hoch die Kosten letztlich für die Banken waren, ist nicht bekannt.

25 Milliarden Dollar

Im Februar 2012 einigte sich eine Reihe US-Banken – JP Morgan, Bank of America, Citigroup, Wells Fargo und Ally Financial – mit Strafverfolgungsbehörden, gegenüber Immobilienkreditnehmern 25 Milliarden Dollar an Zahlungen und Forderungsverzichten zu leisten. Es ging um den Vorwurf, bei vielen Tausend Zwangsversteigerungen nicht korrekt vorgegangen zu sein.

13 Milliarden Dollar

Die US-Großbank JP Morgan hat im November 2013 eine Einigung mit US-Behörden erzielt, eine Reihe von Streitigkeiten rund um die Immobilien- und Finanzkrise durch Zahlungen und Forderungsverzichte in Höhe von 13 Milliarden Dollar beizulegen.

4,53 Milliarden Dollar

Ebenfalls im Jahr 2012 einige sich der britische Ölkonzern BP mit US-Behörden in einem Verfahren. Es ging um die Explosion der Bohrplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko im April 2010. Der Konzern stimmte der Zahlung von 4,53 Milliarden Dollar zu wegen der Ölkatastrophe, die ausgelöst worden war. Darüber hinaus legte BP aber einen Entschädigungsfonds mit einem Volumen von 20 Milliarden Dollar auf und verbuchte insgesamt mehr als 42 Milliarden Dollar an Rückstellungen wegen des Vorfalls.

3 Milliarden Dollar

Der Pharmakonzern Glaxo Smith Kline legte ein Verfahren durch die Zahlung von drei Milliarden Dollar bei, um zivil- und strafrechtliche Vorwürfe auszuräumen, verschreibungspflichtige Medikamente auf unzulässige Weise angepriesen zu haben. Bei dem im Juli 2012 erzielten Vergleich handelte es sich um die höchste Summe in einem Fall der Gesundheits- und Pharmabranche.

2,3 Milliarden Dollar

Der Pharmakonzern Pfizer zahlte 2,3 Milliarden Dollar im Jahr 2009 wegen des Vorwurfs, ein Medikament beworben zu haben, das aus Sicherheitsgründen von der Gesundheitsaufsicht nicht zugelassen worden war.

1,9 Milliarden Dollar

Wegen des Vorwurfs, Drogenkartelle bei der Geldwäsche unterstützt zu haben, willigte die britisch-asiatische Großbank HSBC in den USA ein, 1,9 Milliarden Dollar an die US-Behörden zu zahlen.

1,2 Milliarden Dollar

Wegen Vorwürfen, den bedeuten Zinsatz Libor manipuliert zu haben, einigte sich die Schweizer Großbank UBS im Jahr 2013 mit US-Behörden auf eine Zahlung in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar. Darüber hinaus zahlte die Bank mehr als 300 Millionen Dollar für Einigungen in derselben Sache mit den Aufsichtsbehörden in Großbritannien und der Schweiz.

Die Bank of America muss besonders tief in die Tasche greifen, weil sie auch für Geschäfte des in der Finanzkrise geschluckten Immobilienfinanzierers Countrywide sowie der Investmentbank Merrill Lynch geradesteht. Insbesondere wegen Countrywide war die Bank of America in den vergangenen Jahren immer wieder in teure Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Der Finanzierer hatte Kredite besonders leichtfertig vergeben.

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