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12.01.2010

07:01 Uhr

Vergütungssysteme bei Banken

Fixgehälter gewinnen an Gewicht

VonHans G. Nagl

Gut zwei Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise haben die meisten Banken mit einem Umbau ihrer Vergütungssysteme reagiert. Einer Studie zu Folge wurden dabei die Fixgehälter in aller Regel erhöht und die Boni heruntergeschraubt.

Festgeschriebene Grundgehälter gewinnen bei Banken an Bedeutung. Quelle: www.fuchs-foto.de

Festgeschriebene Grundgehälter gewinnen bei Banken an Bedeutung.

FRANKFURT. Vier von fünf der von der Beratungsfirma Mercer befragten 61 Finanzinstitute gaben an, ihre Vergütungsstrukturen verändert zu haben. Bei fast 90 Prozent spielt leistungsabhängige Bezahlung nun eine geringere Rolle als vor einigen Jahren, wie die am Montag veröffentlichte Umfrage ergab. Bei zwei Dritteln wurden zugleich die fixen Grundgehälter erhöht.

Auch die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) haben sich die Vergütung in Finanzkonzernen ganz oben auf die Agenda gesetzt. Sie haben im September in Pittsburgh beschlossen, dass diese künftig stärker auf Risiken ausgerichtet und am nachhaltigen Unternehmenserfolg orientiert sein muss.

Deutsche Finanzaufsicht setzt deutliche Grenzen

Noch vor Weihnachten hat Deutschlands oberste Finanzaufsicht BaFin in einem Schreiben die Branche hierzulande auf die Umsetzung dieser Beschlüsse verpflichtet. Die Aufseher drängen nämlich bei risikoreicheren Geschäftsmodellen – sogenannten „Risk-Takern“ – darauf, mindestens die Hälfte des Bonusses am nachhaltigen Unternehmenserfolg auszurichten. 40 Prozent müssen über einen Zeitraum von drei Jahren ausgezahlt werden. Bei Fehlern oder Misserfolgen können die Ansprüche wieder verfallen (Malus-System).

Dennoch ist die Arbeit nach Einschätzung von Experten noch keineswegs abgeschlossen. „Die große Welle bei der Überarbeitung der Vergütungssysteme wird erst 2010 stattfinden“, sagt Martin Emmerich, Partner bei der Beratungsfirma Towers Watson. Kritiker sorgen sich allerdings, dass mittelfristig bei einer Erholung der Branche auch die Boni – zusätzlich zu den höheren Grundgehältern – wieder ansteigen. „Bislang lässt sich dieser Trend aber nicht erkennen“, schränkt Emmerich ein.

Die heftig kritisierten Garantieboni gibt es nach wie vor

Die ebenfalls kritisch beäugten Garantieboni existieren trotz aller Reformbemühungen weiter. Laut der Mercer-Studie verzichtet nicht einmal die Hälfte der befragten Institute darauf. Ein Grund: Nur so lassen sich Top-Banker bei der Konkurrenz abwerben. Verlassen diese nämlich ihren alten Arbeitgeber, verlieren sie den Bonusanspruch für das laufende Jahr. Mehrjährige Garantieprämien wurden von der G20 allerdings verboten.

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