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03.09.2013

10:28 Uhr

Verizon-Verkauf

Vodafone beschert Bankern Millionen-Einnahmen

Einer der größten Deals der Wirtschaftsgeschichte bringt auch den beteiligten Investmentbanken und Fusionsberatern lange ungekannte Einnahmen. Goldman Sachs und Co. streichen insgesamt dreistellige Millionenbeträge ein.

Deal-making is back? Kleine und große Berater kommen beim Verkauf einer Vodafone-Beteiligung zum Zug. ap

Deal-making is back? Kleine und große Berater kommen beim Verkauf einer Vodafone-Beteiligung zum Zug.

Düsseldorf/New York/LondonDie Berater des Verkaufs eines 45-prozentigen Anteils am US-Mobilfunker Verizon Wireless durch Vodafone verbuchen mehrere hundert Millionen Dollar an Einnahmen. Für insgesamt 130 Milliarden Dollar kauft das US-Unternehmen Verizon den Partner aus dem Gemeinschaftsunternehmen – und beide Firmen zahlen jeweils über 100 Millionen Dollar (76 Millionen Euro) allein an Beratungsgebühren an Investmentbanken und Berater.

Das besondere an der Transaktion: Verizon hat einer Gruppe von Bankern die Treue erwiesen, die bereits vor neun Jahren dabei waren, als ein Versuch der Komplettübernahme gestartet worden war. Paul Taubman, der damals bei Morgan Stanley arbeitete, ist mittlerweile selbstständig. Die drei Banker Alan Schwarz, James Ferency und Andrew Decker waren damals bei Bear Stearns, einer im Strudel der Finanzkrise von JP Morgan übernommenen Investmentbank. Mittlerweile arbeiten die drei für Guggenheim Partners – und bestätigen den Trend, dass bei großen Transaktionen auch kleine Spezialbanken („Boutiquen“) eine Chance haben.

Größte Investmentbanken im globalen Fusionsgeschäft

Rang 10

Deutsche Bank

41 Milliarden Dollar*

(-61 Prozent gg. Vorjahr)

*alle Zahlen: Betreutes Übernahmevolumen weltweit im 1. Quartal 2013 / Quelle: Merger Market

Rang 9

Centerview Partners

48 Milliarden Dollar

(+631 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 8

Citi

52 Milliarden Dollar

(-49 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 7

Barclays

55 Milliarden Dollar

(-51 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 6

Morgan Stanley

57 Milliarden Dollar

(-41 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 5

Credit Suisse

69 Milliarden Dollar

(-27 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 4

Lazard

70 Milliarden Dollar

(+132 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 3

Bank of America Merrill Lynch

90 Milliarden Dollar*

(+43 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 2

Goldman Sachs

104 Milliarden Dollar

(-14,5 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 1

JPMorgan

124 Milliarden Dollar*

(+6,5 Prozent gg. Vorjahr)

*alle Zahlen: Betreutes Übernahmevolumen weltweit im 1. Quartal 2013 / Quelle: Merger Market

So war die 30 Milliarden Dollar schwere Fusion der Werbegiganten Publicis und Omnicom ohne eine einzige Großbank zustande gekommen. Die Beratung erfolgte in diesem Fall durch die Boutiquen Rothschild and Moelis & Co.

Beim Vodafone/Verizon-Abschluss arbeiteten die Spezialberater mit den Großbanken JP Morgan, Morgan Stanley, Barclays und Bank of America zusammen, die Finanzierungen für die angestrebte Transaktion zur Verfügung stellen. Dafür fallen weitere Gebühren an, geschätzt 0,2 bis 0,4 Prozent des Volumens für das Beschaffen von Kreditpaketen und 0,3 bis 0,8 Prozent des Volumens für begebene Anleihen. Die britische Vodafone wiederum verließ sich auf ihre langjährigen Berater Goldman Sachs und UBS, die führende Schweizer Bank.

Befürworter kleinerer Berater argumentieren, dass deren Fokus auf Fusionen und Übernahmen eine unparteiische Beratung der Auftraggeber ermögliche. Große Banken wiederum heben ihre weltweite Aufstellung und ihre Rolle an den Finanzmärkten hervor.

Die unterstützenden Firmen auf beiden Seiten der Verizon-Vodafone-Transaktion könnten über 240 Millionen Dollar allein an Beratungsgebühren einnehmen. Das geht aus Schätzungen des Analyse-Hauses Freeman & Co. hervor. Zum Vergleich: Beim Zusammengehen von Publicis und Omnicom flossen etwa 70 Millionen Dollar.

Kommentare (1)

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Finanzgeier

03.09.2013, 12:01 Uhr

Apropo bankendeal. Die waren doch alle mal Pleitebanken....da war doch mal was.....Jeder Banker würde bei solch einem deal oder auch weit aus kleineren Deals seine Mutter verkaufen bzw. finanzieren...:-) nur um an die Kohle zu kommen. Es ist eben so, die Banken gewinnen immer und die Steuerzahler müssen büssen wenn es den Banken schlecht geht. Gibt denn eine Bank jetzt was von dem Kuchen ab an den Staat bzw. an den kleinen Steerzahler.? Nein, natürlich nicht......krnakeWelt.....

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