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17.06.2011

17:20 Uhr

Verkauf

Krisenbank HGAA verkauft Österreich-Geschäft

Die marode Staatsbank Hypo Group Alpe Adria spricht mit potentiellen Käufern über den Verkauf des Österreich-Geschäfts. Auch die italienische Tochter will das Institut aufgeben.

Das Logo der österreichischen Hypo Group Alpe Adria. Quelle: Reuters

Das Logo der österreichischen Hypo Group Alpe Adria.

WienDer Verkauf des Österreich-Geschäfts der maroden Staatsbank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) kommt in Gang. Bis Freitag seien mit Ablauf einer entsprechenden Frist erste Interessensbekundungen eingegangen, sagte ein HGAA-Sprecher am Freitag. Nun gebe es vertiefende Gespräche mit den potenziellen Käufern. „Es wird eine geraume Zeit in Anspruch nehmen, bis wir über die finale Phase eines Kaufs sprechen können“, sagte der Sprecher.

Neben dem Österreich-Geschäft will die Bank ihre italienische Tochter abgeben. Hier läuft die Frist für erste Interessensbekundungen noch bis 28. Juni. Darüber hinaus ist das Institut in einigen Balkanländern aktiv. Dieser Bereich soll nach einer Sanierung mittelfristig ebenfalls verkauft werden. Damit wäre die Republik Österreich die Bank wieder los. Sie hatte die HGAA in der Finanzkrise in einer Notaktion von der BayernLB übernommen, die sich mit dem Kauf der einstigen Kärntner Landesbank verhoben hatte.

Die HGAA will beim Verkauf des Österreichgeschäfts mindestens den Buchwert von 140 Millionen Euro erlösen. Zusätzlich müsste ein Käufer aber auch die bald fällige Refinanzierung über 1,3 Milliarden Euro übernehmen. Ziel der Investorensuche ist es, „mit einem neuen Investor und der bestrittenen strategischen Neuausrichtung eine Grundlage zu erreichen, die die Zukunft der Bank absichert“, heißt es im Geschäftsbericht.

Die Österreich-Tochter der mit milliardenschweren Staatshilfen gestützten Bank hat die Zahl ihrer Mitarbeiter im vergangenen Jahr um 100 auf gut 500 reduziert und sich auf den Kernmarkt in Kärntnen konzentriert.
Im vergangenen Jahr rutschte sie wegen hoher Vorsorgen für faule Kredite vor Steuern mit 108 Millionen Euro ins Minus. 2009 stand noch ein Minus von knapp 260 Millionen Euro zu Buche.

Im laufenden Jahr will das Institut wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Das könnte gerade noch rechtzeitig sein, um potenzielle Käufer zu überzeugen, denn Kreisen zufolge dürfte sich der Verkauf mindestens bis zu Beginn des kommenden Jahres hinziehen. Betreut wird der Deal von der Investmentbank J.P. Morgan.

Von

rtr

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